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01.06.2026 10:00

Initiative „Hubs4Circularity Community of Practice“ stärkt industrielle und urbane Symbiosen in Europa

Dr. Christine Dillmann Kommunikation
DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

    In den vergangenen vier Jahren hat die „Hubs4Circularity Community of Practice“ ein Netzwerk von über 1.750 öffentlichen und privaten Akteuren aus Industrie, Regionen und Städten aufgebaut, unterstützt durch eine digitale Wissensplattform und praktische Instrumente, die Regionen und der Industrie dabei helfen, den Übergang zur Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen. Die Initiative tritt nun in eine neue Phase ein.

    Seit 2022 haben die beiden Konsortien der Horizon Europe Projekte H4C Europe und H4C EcoP gemeinsam eine europäische Community of Practice aufgebaut, die sich dem Austausch von Wissen und Best Practice Ansätzen sowie der Entwicklung von Geschäftsmodellen widmet. Ziel ist es, Regionen, Städte, Industrie und Forschung zu unterstützen, indem die Integration von Material-, Energie-, Wasser-, Abfall- und Datenströmen verbessert und die Schaffung von Ökosystemen der industriellen und industriell-urbanen Symbiose sowie der Kreislaufwirtschaft gefördert wird.

    Europa steht unter zunehmendem Druck, Klimaneutralität zu erreichen, die Abhängigkeit von importierten Rohstoffen zu verringern und widerstandsfähige Wertschöpfungsketten aufzubauen. Hubs4Circularity (H4C) fördern die Zusammenarbeit zwischen Industrie, regionalen Verwaltungen, Forschungseinrichtungen und Universitäten sowie anderen Interessengruppen, um kleine und große Projekte zu realisieren, die Emissionen reduzieren, wertvolle Materialien aus Abfallströmen gewinnen und verwerten sowie die Energieeffizienz verbessern.

    Praktische Instrumente für Industrie und Regionen

    Eine zentrale Errungenschaft der H4C Community of Practice ist die H4C Knowledge Platform, eine digitale Wissens- und Austauschplattform, die Erfahrungen, Instrumente und relevante Informationen bündelt. Die Plattform soll Hubs4Circularity-Initiativen unterstützen und wird auch über die Laufzeit der beiden Projekte hinaus weiterbestehen.
    Um die Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft vor Ort zu unterstützen, hat die H4C Community of Practice eine breite Palette nützlicher Ressourcen für Akteure aus der Industrie, regionale Behörden und Innovationsakteure entwickelt, darunter:

    • Branchenleitfäden für Stahl, Zement, Keramik, Zellstoff und Papier, Mineralien und Nichteisenmetalle, in denen Möglichkeiten wie die Rückgewinnung von Abwärme und die Verwertung von Nebenprodukten hervorgehoben werden;
    • Ein Leitfaden zur Einbindung von Interessengruppen, der strukturierte Ansätze zur Abstimmung zwischen Industrie, Regulierungsbehörden, Investoren und lokalen Akteuren bietet;
    • Ein Leitfaden zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Symbiose zwischen Industrie und Stadt, der die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Vorteile für lokale Gemeinschaften hervorhebt.

    Beitrag zu Politik und Standardisierung

    Die H4C Community of Practice hat zudem zur Gestaltung der übergeordneten europäischen Agenda für die Kreislaufwirtschaft beigetragen. Zu den wichtigsten Ergebnissen zählen:

    • Ein gemeinsam mit der „Processes4Planet“-Partnerschaft erstelltes Weißbuch, das strategische Empfehlungen für Finanzierung, politische Rahmenbedingungen und operative Unterstützung enthält;
    • Beiträge zu einer Roadmap für die Standardisierung industrieller Symbiose, die zur Schaffung eines gemeinsamen Rahmens für die künftige Entwicklung und Skalierung beitragen.

    Die H4C Community of Practice hat Fallstudien aus der Praxis aus ganz Europa gesammelt und dokumentiert, die veranschaulichen, wie industrielle und industriell-urbane Symbiose in verschiedenen regionalen Kontexten greifbare Ergebnisse liefern kann. Beispiele hierfür sind:

    • Modelle der industriellen Zusammenarbeit in Regionen wie Navarra (Spanien), wo Unternehmen Vermittler zu industrieller und industriell-urbaner Symbiose zunehmend als Partner für Innovation und nicht als Regulierungsbehörden betrachten;
    • Regionale Ökosystementwicklung in Päijät-Häme (Finnland), bei der industrielle Symbiose mit Strategien zur Kohlenstoffabscheidung kombiniert wird, um das industrielle Erbe zu transformieren;
    • Initiativen zur Einbindung der Bevölkerung in Roubaix (Frankreich), die die soziale Dimension des Übergangs zur Kreislaufwirtschaft verdeutlichen;
    • Entstehende Ansätze zur Symbiose in der norwegischen Region Møre und Romsdal, die die Rolle von Governance und regionaler Zusammenarbeit hervorheben.
    • Asturias AsPH4C (Spanien) mit dem Projekt „Reclaimed Water for Industry“, dessen Ziel es ist, die wichtigsten Industriegebiete von Gijón, Avilés und Oviedo mit aufbereitetem Abwasser zu versorgen;
    • Smart Delta Resources (Niederlande/Belgien) mit dem weltweit ersten grenzüberschreitenden Projekt dieser Art zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung, bei dem CO₂ bei Yara Sluiskil abgeschieden und verflüssigt, per Schiff nach Norwegen transportiert und im Rahmen des Northern-Lights-Projekts dauerhaft gespeichert wird;
    • Im Industriepark GreenLab (Dänemark) wurden Forschungsprojekte zu Themen wie der Optimierung integrierter Energiesysteme, der Modellierung von Power-to-X-Prozessen, der Digitalisierung industrieller Wärmesysteme und der Analyse von Wechselwirkungen zwischen Energie-, Kohlenstoff- und Wassersystemen initiiert;
    • Nordland Hub (Norwegen) als Beispiel für eine lokale Anwendung, bei der industrielle Abwärme für die Junglachs-Produktion genutzt wird und die Prozessindustrie mit der Aquakultur an Standorten wie dem Mo Industrial Park und dem Glomfjord Industriepark verbindet.

    Eine Gemeinschaft, die über die Projekte hinaus Bestand hat

    Die Projekte H4C Europe und H4C ECoP fanden am 27. Mai 2026 in Brüssel mit der Abschlusskonferenz der Hubs4Circularity Community of Practice ihren Abschluss. Rund 150 Vertreter aus Industrie, Politik, Forschung, Regionen und Städten kamen zusammen, um die Projektergebnisse zu erörtern, Erfahrungen aus europäischen Hubs4Circularity auszutauschen und Möglichkeiten zur langfristigen Aufrechterhaltung der H4C Community of Practice zu erkunden.
    Das Konferenzprogramm beleuchtete die wichtigsten Erkenntnisse der H4C Community of Practice sowie strategische Perspektiven und umfasste zwei thematische Sessions: eine zu industriellen Hubs, die Defossilisierungs- und Kreislaufwirtschaftsprojekte in Industrieclustern vorantreiben, und eine zu regionalen Hubs, die Kreislaufökosysteme in großem Maßstab fördern.

    Während die beiden Projekte H4C Europe und H4C EcoP am 31. Mai 2026 enden, werden die H4C Knowledge Platform und die Aktivitäten zum Wissensaustausch im Rahmen des Horizon Europe-Projekts UNITED CIRCLES fortgesetzt. Die Konsortien hoffen zudem, dass die Europäische Kommission diese Netzwerk- und Wissensaustauschaktivitäten langfristig weiter unterstützt, da sie für die Ausweitung von Initiativen zur industriellen und industriell-urbanen Symbiose in ganz Europa von großer Bedeutung sind.

    H4C Europe wird finanziert im Rahmen der Fördervereinbarung Nr. 101058416.
    H4C ECoP wird finanziert im Rahmen der Fördervereinbarung Nr. 101058656.


    Weitere Informationen:

    https://www.h4c-community.eu - zum Projekt


    Bilder

    Teilnehmende der Abschlusskonferenz der Hubs4Circularity Community of Practice
    Teilnehmende der Abschlusskonferenz der Hubs4Circularity Community of Practice

    Copyright: DECHEMA / Photo by Sam Glazier


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Chemie, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Teilnehmende der Abschlusskonferenz der Hubs4Circularity Community of Practice


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