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19.06.2026 08:51

UDE startet drei Forschungsprojekte zur Wärmewende: Wie der Sommer den Winter heizt

Jennifer Meina Ressort Presse - Stabsstelle des Rektorats
Universität Duisburg-Essen

    Die aktuelle Hitzewelle macht deutlich, vor welcher Herausforderung Städte künftig stehen: Wie lässt sich überschüssige Wärme sinnvoll nutzen, statt sie ungenutzt verpuffen zu lassen? Genau daran forscht die Universität Duisburg-Essen. Als einzige deutsche Hochschule ist sie mit drei Projekten im neuen Förderformat URBAN ARENA Seasonal Heat Storage vertreten. Mit den Vorhaben HANSE, LEEZE und BISAM erforscht der Lehrstuhl Energietechnik, wie überschüssige Wärme aus erneuerbaren Energien über Monate gespeichert und in Fern- und Nahwärmenetze eingespeist werden kann. Im Fokus steht eine der zentralen Zukunftsfragen: Wie lassen sich Städte klimaneutral und wirtschaftlich mit Wärme versorgen?

    Im Sommer steht Wärme aus nachhaltigen Energiequellen oft im Überfluss zur Verfügung, im Winter wird sie dringend benötigt. Saisonale Wärmespeicher sollen diese Lücke schließen, indem sie überschüssige Energie über Monate hinweg speichern und bei Bedarf wieder bereitstellen. Hier setzen die drei vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekte der Universität Duisburg-Essen (UDE) an.

    „Saisonale Wärmespeicher können eine Schlüsselrolle für die Wärmewende in urbanen Räumen spielen. Mit unseren Projekten schaffen wir die wissenschaftliche Grundlage, damit Kommunen, Stadtwerke und Energieversorger diese Potenziale künftig sicher und wirtschaftlich nutzen können“, sagt Projektleiter Christian Thommessen vom Lehrstuhl Energietechnik. „Wir wollen gemeinsam mit unseren Projektpartnern zeigen, wie saisonale Wärmespeicher Wärmenetze klimafreundlich und wirtschaftlich fit für die Zukunft machen können. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen der gesamten Wärmebranche als Orientierung für eigene Projekte dienen.“

    HANSE: Erdbeckenwärmespeicher für Lübeck
    Im Projekt HANSE* prüfen Forschende der UDE gemeinsam mit den Stadtwerken Lübeck und dem Ingenieurbüro Ramboll, ob ein saisonaler Erdbeckenwärmespeicher im Lübecker Stadtgebiet realisierbar ist. Dieser soll überschüssige Wärme aus Solarthermie sowie aus Abwasser- und Flusswasser-Wärmepumpen aus dem Sommer in den Winter verschieben. Dafür analysiert das Konsortium potenzielle Standorte aus geotechnischer, hydrologischer und planungsrechtlicher Sicht und simuliert den wirtschaftlichen Betrieb des Speichers im Zusammenspiel mit den verschiedenen Wärmeerzeugern über mehrere Jahre.

    LEEZE: Münster als Labor für urbane Erdbeckenspeicher
    Was bisher als Ausschlusskriterium galt, könnte künftig zu überwinden sein: Im Projekt LEEZE* untersucht die UDE gemeinsam mit den Stadtwerken Münster und dem Ingenieurbüro Ramboll, wie saisonale Wärmespeicher auch in Städten mit hohem Grundwasserspiegel realisiert werden können. Durch Standortanalysen und umfangreiche Wärmenetzsimulationen entwickelt das Konsortium unter anderem einen Kriterienkatalog für die Planung saisonaler Erdbeckenspeicher in dicht besiedelten Ballungsräumen.

    BISAM: Von der Kohlenwäsche zur Wärmespeicheranlage in Hückelhoven
    Vom Industriedenkmal zum Wärmespeicher: Im Projekt BISAM* untersucht ein Konsortium aus UDE, WEP Wärme-, Energie- und Prozesstechnik sowie dem Bauingenieurbüro W+G, ob eine ehemalige Kohlenwäscheanlage in Ratheim zu einem großen saisonalen Wärmespeicher umgebaut werden kann. Das Bauwerk mit rund 100 Metern Durchmesser liegt nah am Fernwärmenetz und könnte deutschlandweit als eines der ersten Bestandsbauwerke dieser Art für die Speicherung von Wärme aus nachhaltigen Energiequellen genutzt werden.

    Die Forschenden analysieren, ob das Bauwerk bautechnisch als Wärmespeicher umzusetzen ist, wie dieser ins Wärmenetz integriert werden kann sowie die wirtschaftlichen und ökologischen Effekte des Vorhabens. Gelingt die Umsetzung, könnte BISAM ein wegweisendes Modell für die Wärmewende in ehemaligen Bergbau- und Industrieregionen werden.

    *HANSE: Hydraulische und techno-ökonomische Analysen für Netzverbundsysteme mit Saisonalen Erdbeckenwärmespeichern am Beispiel der Fernwärme in Lübeck 
    LEEZE: Langfristige Energiesystemanalyse für Erdbeckenspeicher urbaner Fernwärmenetze am Beispiel der Stadtwerke Münster
    BISAM: Untersuchung und Bewertung einer grundsätzlichen Umnutzung ehemaliger Zechen-Gebäudekomplexe zur saisonalen Wärmespeicherung am Beispiel einer ehemaligen Kohlenwäscheanlage in Hückelhoven


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Christian Thommessen, Lehrstuhl Energietechnik, Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Tel.: 0203/ 379 2745, christian.thommessen@uni-due.de
    Joana Verheyen, Lehrstuhl Energietechnik, Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Tel.: 0203/ 379 1256, joana.verheyen@uni-due.de


    Weitere Informationen:

    https://www.urbanarenas.org/


    Bilder

    Mitarbeitende vom Lehrstuhl Energietechnik präsentieren gemeinsam mit ihren Projektpartnern die Poster zu den Vorhaben beim URBAN ARENA Projektetreffen Anfang Juni in Berlin.
    Mitarbeitende vom Lehrstuhl Energietechnik präsentieren gemeinsam mit ihren Projektpartnern die Post ...

    Copyright: UDE/Christian Thommessen


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Elektrotechnik, Energie, Meer / Klima
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Mitarbeitende vom Lehrstuhl Energietechnik präsentieren gemeinsam mit ihren Projektpartnern die Poster zu den Vorhaben beim URBAN ARENA Projektetreffen Anfang Juni in Berlin.


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