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07.07.2026 14:51

Digitale Dienstleistungen zum Wiederaufbau ländlicher Räume in der Ukraine

Daniela Schimming Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)

    Der IAMO Policy Brief 52 untersucht, wie digitale Innovationen den Wiederaufbau und die nachhaltige Entwicklung ländlicher Regionen in der Ukraine unterstützen können. Im Mittelpunkt steht der Polissia Digital Innovation Hub (POLIDIH), eine regionale Plattform, die Landwirt:innen, Agrarunternehmen, Forschenden und lokalen Behörden Geodatenanalysen, Schulungen sowie digitale Beratungsdienste anbietet.

    Als zentrales Instrument wird der „Community Geo-Investment Passport“ vorgestellt, der offene Daten, Satelliteninformationen und lokal validierte Daten kombiniert, um Investitionspotenziale sichtbar zu machen und die Planung von Entwicklungsprojekten zu erleichtern. Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Dienstleistungen einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und zum Wiederaufbau ländlicher Räume leisten können, wenn sie in lokale Verwaltungsstrukturen eingebettet, durch gezielten Kompetenzaufbau begleitet und auf transparenten Datensystemen aufgebaut werden. Gleichzeitig verdeutlichen sie die Bedeutung von Wissenstransfer, institutioneller Zusammenarbeit und der aktiven Einbindung lokaler Akteure für eine erfolgreiche digitale Transformation.

    Der Policy Brief entstand im Rahmen des vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Projektes „Digitale Transformation für nachhaltige Entwicklung: Deutsch-ukrainische Perspektiven für zukünftige Agrar- und Ernährungssysteme Europas“ (DigiAgrar_UA).

    Wichtige Impulse lieferten vier internationale Expertengespräche sowie der DigiAgrar_UA-Workshop im November 2025 am IAMO in Halle (Saale). Die Diskussionen machten deutlich, dass die digitale Transformation der ukrainischen Agrar- und Ernährungswirtschaft maßgeblich von der engen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Start-ups und politischen Akteuren getragen wird. Wertvolle Einblicke lieferten dabei die Erfahrungen führender ukrainischer Agrar- und IT-Unternehmen wie Astarta Holding, EOS Data Analytics, SmartFarming, TG Consulting, UNIT.City und des Ukrainian Startup Fund. Diese Akteure entwickeln und implementieren innovative digitale Lösungen in enger Kooperation mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, Start-ups und internationalen Partnern. Dadurch fördern sie den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis und tragen dazu bei, moderne Technologien wie Geodatenanalysen, Satellitenmonitoring, Künstliche Intelligenz, digitale Plattformen und datenbasierte Managementsysteme schneller in die landwirtschaftliche Produktion sowie in die gesamte Agrar- und Ernährungswirtschaft zu integrieren.

    „Die Erfahrungen aus POLIDIH und die Beiträge führender ukrainischer Agrar- und IT-Unternehmen zeigen, dass digitale Technologien erheblich zur Produktivitätssteigerung, zur Verbesserung der Markttransparenz und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen können“, sagt IAMO-Wissenschaftler Dr. Oleksandr Perekhozhuk. „Innovationen entfalten ihr Potenzial insbesondere dort, wo Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eng zusammenarbeiten.“

    Der IAMO Policy Brief 52 „Digitale Lösungen und Dienstleistungen für ländliche Gemeinden: Erkenntnisse aus dem Polissia Digital Innovation Hub (POLIDIH)“ ist in der deutschen, englischen und ukrainischen Sprache erschienen. Die Ausgaben können auf der folgenden Webseite kostenfrei heruntergeladen werden: http://www.iamo.de/iamo-policy-briefs.

    Über das IAMO

    Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) widmet sich der Analyse von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungsprozessen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie in den ländlichen Räumen. Sein Untersuchungsgebiet erstreckt sich von der sich erweiternden EU über die Transformationsregionen Mittel-, Ost- und Südosteuropas bis nach Zentral- und Ostasien. Das IAMO leistet dabei einen Beitrag zum besseren Verständnis des institutionellen, strukturellen und technologischen Wandels. Darüber hinaus untersucht es die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Agrar- und Ernährungssektor sowie die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung. Für deren Bewältigung werden Strategien und Optionen für Unternehmen, Agrarmärkte und Politik abgeleitet und analysiert. Seit seiner Gründung im Jahr 1994 gehört das IAMO als außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft an.

    Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)
    Theodor-Lieser-Straße 2
    06120 Halle (Saale)
    http://www.iamo.de


    Originalpublikation:

    https://www.iamo.de/fileadmin/documents/IAMOPolicyBrief52_de.pdf


    Weitere Informationen:

    https://www.iamo.de/presse/pressemitteilungen/artikel/digitale-dienstleistungen-...


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Informationstechnik, Politik, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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