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07.07.2026 16:55

Leibniz-Einrichtungen in Berlin, Gatersleben und Halle evaluiert

Christoph Herbort-von Loeper M.A. Kommunikation
Leibniz-Gemeinschaft

    Die gemeinsame Förderung von vier Leibniz-Einrichtungen durch Bund und Länder soll fortgeführt werden. Das empfiehlt der Senat der Leibniz-Gemeinschaft nach Abschluss der regelmäßigen wissenschaftlichen Evaluierung. Eine erneute Überprüfung der Fördervoraussetzungen soll bei allen vier Einrichtungen nach dem Regelturnus von sieben Jahren erfolgen.

    Folgende Leibniz-Einrichtungen wurden evaluiert:
    • Leibniz-Institut für Kristallzüchtung im Forschungsverbund Berlin (IKZ)
    • Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung, Gatersleben (IPK)
    • Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)
    • Deutsches Rheumaforschungszentrum – Ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft, Berlin (DRFZ)

    Zu den Stellungnahmen des Senats der Leibniz-Gemeinschaft im Einzelnen:

    1) Leibniz-Institut für Kristallzüchtung im Forschungsverbund Berlin (IKZ)
    Das Leibniz-Institut für Kristallzüchtung (IKZ) stellt Kristalle und weitere Angebote für akademische und industrielle Zwecke bereit. Das Institut ist nach Einschätzung des Senats der Leibniz-Gemeinschaft auf seinem Spezialgebiet, der Züchtung von Volumen-Einkristallen, eine der führenden Einrichtungen in Europa.
    Die am IKZ hergestellten Kristalle seien für große wissenschaftliche Verbundprojekte wie das geplante Einstein-Teleskop von hoher Bedeutung, so der Senat in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme. Sie kämen zudem bei einer Vielzahl von Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Bereichen wie Leistungselektronik und Metrologie zum Einsatz. Der Technologietransfer gelinge sehr gut, insbesondere auch durch Ausgründungen. Das IKZ erforsche zudem neuartige kristalline Materialien, die noch weit von der Anwendungsreife entfernt sind.
    Die in den vergangenen Jahren erfolgte Anpassung des Forschungskonzepts und der Institutsstrukturen hätten sich bewährt und das Institut habe das damit einhergehende finanzielle und personelle Wachstum gut bewältigt. Es bleibe jedoch eine Herausforderung für das IKZ, mehr Wissenschaftlerinnen zu gewinnen, insbesondere für Führungspositionen. Aus Sicht des Senats ist es außerdem wichtig, dass das IKZ weiterhin ein besonderes Augenmerk auf die Ausgestaltung von Forschungskooperationen mit außereuropäischen Partnern legt.
    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des IKZ fortzusetzen.
    Den Wortlaut der Stellungnahme finden Sie unter https://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/Bilder_und_Downloads/%....

    2) Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung, Gatersleben (IPK)
    Das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) arbeitet an der Entwicklung leistungsstarker und widerstandsfähiger Nutzpflanzen für die Zukunft. Damit möchte es einen Beitrag zur Sicherstellung des Ernährungsbedarfs angesichts sich ändernder Umweltbedingungen leisten.
    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft bekräftigt in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme die international führende Rolle des IPK in der Getreide-Genomik und Pflanzenzüchtungsforschung. Über Getreidesorten hinaus habe das Institut in den letzten Jahren systematisch weitere Nutzpflanzen in den Blick genommen und seine Expertise in Bioinformatik und Modellierung ausgebaut. Die wissenschaftlichen Arbeiten stützten sich auf einzigartige Forschungsinfrastrukturen. In besonderem Maße würdigt der Senat die Weiterentwicklung der Genbank, einer der größten Sammlungen pflanzlicher Genressourcen weltweit. Ihr Portfolio werde über die physischen Bestände hinaus kontinuierlich um wertvolle bio-digitale Informationen ergänzt. Weiter hebt der Leibniz-Senat die 2023 fertiggestellte Pflanzenkulturanlage PhänoSphäre positiv hervor, deren Betrieb nun dauerhaft finanziell abgesichert werden müsse.
    Das IPK sei eine treibende Kraft in wichtigen Forschungsverbünden, arbeite aber auch eng mit Industriepartnern zusammen, so dass der Transfer der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Pflanzenzüchtungspraxis sehr gut gelinge. Darüber hinaus leiste das Institut wichtige Aufklärungsarbeit bezüglich des Einsatzes von Gentechnik und Genom-Editierung bei Nutzpflanzen. Hervorzuheben sei auch seine Rolle als regionaler Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb sowie seine Zusammenarbeit mit kommunalen Einrichtungen.
    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des IPK fortzusetzen.
    Den Wortlaut der Stellungnahme finden Sie unter https://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/Bilder_und_Downloads/%....

    3) Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)
    Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) forscht zu Faktoren langfristiger Wachstumsprozesse in Deutschland und Europa. Schwerpunkte sind dabei Arbeitsmärkte, Produktivitätsfortschritte sowie der Einsatz von Ressourcen.
    Die innovativen Forschungsergebnisse, etwa zum Einfluss von Handelsschocks auf die Arbeitsmärkte, würden regelmäßig in international führenden Zeitschriften veröffentlicht, so der Senat der Leibniz-Gemeinschaft in seiner heute veröffentlichen Stellungnahme. Für seine Arbeiten verfüge das Institut über wertvolle Datenbestände, die über ein akkreditiertes Forschungsdatenzentrum auch Dritten zur Verfügung gestellt würden. Der Senat hebt zudem die Beratungsleistungen des IWH gegenüber der Politik hervor, besonders im Rahmen der Gemeinschaftsdiagnose zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Lage in Deutschland.
    Mit zusätzlichen Mitteln der Bund-Länder-Förderung habe das IWH in den vergangenen Jahren eine neue Abteilung sowie ein Zentrum für Firmen- und Produktivitätsdynamik eingerichtet. Für die kommenden Jahre empfiehlt der Senat, die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit zu stärken und so das Institutsprofil weiter zu schärfen. Dazu böten insbesondere die umfangreichen Datenbestände sehr gute Grundlagen.
    Das IWH unterhalte national wie international vielfältige Kooperationen. Besonders würdigt der Senat seine Rolle bei der Vernetzung der wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereiche verschiedener Universitäten in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.
    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des IWH fortzusetzen.
    Den Wortlaut der Stellungnahme finden Sie unter https://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/Bilder_und_Downloads/%....

    4) Deutsches Rheumaforschungszentrum – Ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft, Berlin (DRFZ)
    Das Deutsche Rheumaforschungszentrum (DRFZ) forscht zu Ursachen, Verlauf und Behandlung rheumatischer Erkrankungen. Am Institut arbeiten lebenswissenschaftliche und medizinische Fächer eng mit der Epidemiologie und der Informatik zusammen.
    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft würdigt in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme die wissenschaftlichen Ergebnisse des DRFZ in den vergangenen Jahren, die zu neuen Diagnose- und Behandlungsstrategien gegen Rheumaerkrankungen von Erwachsenen und Kindern führten.
    Der Brückenschlag von der Grundlagenforschung in die Praxis gelinge infolge der engen Verbindung des Instituts mit der Rheumatologischen Klinik der Charité ausgezeichnet. Der Zusammenarbeit komme es sehr zugute, dass beide auf dem Campus Mitte der Charité unmittelbar benachbart seien. Das Land Berlin müsse diese räumliche Nähe auch während der bevorstehenden Renovierungsphase von 2030 bis 2035 sichern und dafür termingerecht eine Lösung finden.
    Seit 2023 stehen sowohl das DRFZ als auch die Rheuma-Klinik der Charité unter neuer Leitung. Gemeinsam verantworten die beiden Direktoren das Konzept für die kommenden Jahre und rücken dabei präventive Strategien und personalisierte Behandlungen gegen Rheuma in den Vordergrund. Der Senat sieht die Planungen als ausgesprochen vielversprechend an und ermuntert angesichts der hohen Relevanz der Informatik insbesondere dazu, die wichtige neue Kooperation mit dem Zuse Institut Berlin in Dahlem zu vertiefen.
    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des DRFZ fortzuführen.
    Den Wortlaut der Stellungnahme finden Sie unter https://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/Bilder_und_Downloads/%....

    Hintergrund:
    Jede Leibniz-Einrichtung wird regelmäßig extern evaluiert, spätestens alle sieben Jahre. International ausgewiesene Sachverständige bewerten die Leistungen und Strukturen jeder Einrichtung. Alle an der Bewertung und Beurteilung beteiligten Gremien sind ausschließlich mit Personen besetzt, die nicht an Leibniz-Einrichtungen tätig sind.
    Grundlage für die Bewertung ist eine schriftliche Unterlage der Einrichtung und ein Evaluierungsbesuch am Institut. Die Ergebnisse der Begutachtung werden in einem Bewertungsbericht festgehalten, zu dem die bewertete Institution Stellung nehmen kann. Im Anschluss an die Bewertung verabschiedet der Senat der Leibniz-Gemeinschaft eine wissenschaftspolitische Stellungnahme. Die Stellungnahme schließt mit einer Förderempfehlung ab und dient der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) zur Überprüfung der Fördervoraussetzungen.
    Die Senatsstellungnahmen werden zusammen mit den Anlagen A (Darstellung der wesentlichen Inhalte und Strukturen der Einrichtung), B (Bewertungsbericht) und C (Stellungnahme der Einrichtung zum Bewertungsbericht) auf der Website der Leibniz-Gemeinschaft veröffentlicht.

    Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft
    Christoph Herbort-von Loeper
    Tel.: 030 / 20 60 49 – 471
    Mobil: 0174 / 310 81 74
    herbort@leibniz-gemeinschaft.de

    Die Leibniz-Gemeinschaft
    Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 96 eigenständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, vernetzen sich in übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an.
    Die Leibniz-Gemeinschaft berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, insbesondere mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf technologisch relevanter Forschung und aktivem Technologietransfer: Leibniz-Institute bringen innovative Entwicklungen gezielt in die Anwendung und fördern durch Kooperationen mit Wirtschaft und Industrie die Umsetzung neuer Technologien in die Gesellschaft. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen – u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 21.400 Personen, darunter 12.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Finanzvolumen liegt bei gut 2,3 Milliarden Euro.
    http://www.leibniz-gemeinschaft.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Organisatorisches, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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