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08.07.2026 10:28

Bundesumweltminister Carsten Schneider gibt Startschuss für Ausbau der Moorforschung in Greifswald

Dr. Elisabeth Böker Hochschulkommunikation
Universität Greifswald

    Im Rahmen einer auswärtigen Kabinettssitzung der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern mit Vertreter*innen der Bundesregierung in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns beim Bund in Berlin am 7. Juli 2026 haben Bundesumweltminister Carsten Schneider und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig einen Förderbescheid zum Ausbau der Moorforschung an die Universität Greifswald übergeben. Seit Juli 2026 fördert das Bundesumweltministerium das Forschungsvorhaben mit insgesamt rund 14 Millionen Euro. Die Förderung schafft die Grundlage für die Weiterentwicklung der Moorforschung sowie den Aufbau des Greifswald Moor Instituts (GMI).

    Mit den Fördermitteln sollen dringende Forschungsfragen zu Mooren mit hoher Praxisrelevanz bearbeitet und die Moorforschung in Greifswald nachhaltig gestärkt werden. Dazu werden unter anderem international einzigartige Datenbanken und Forschungsinfrastrukturen ausgebaut. Im Fokus stehen exzellente Forschung zu Biodiversität, Wasserhaushalt und nachhaltiger Nutzung von Mooren sowie die Bereitstellung praxisrelevanten Wissens. Die wissenschaftliche Expertise fließt in die Erarbeitung konkreter Anwendungsfälle und in die Entwicklung neuer Wertschöpfungsketten für Produkte aus der nassen Moorbewirtschaftung ein.

    Bundesumweltminister Carsten Schneider erklärt: „Greifswald ist international das führende Zentrum für Moorforschung und hilft uns dabei, noch mehr über die Moore zu lernen. Nasse Moore helfen uns enorm beim Klimaschutz und dabei, in Dürrezeiten Wasser in der Landschaft zu halten. Über Jahrhunderte hinweg wurden Moore in Deutschland entwässert. Die Folgen erleben wir heute: Grundwasserspiegel sinken ab, Wälder vertrocknen, Treibhausgase entweichen und heizen den Planeten auf. Anders, wenn wir sie wieder in ihren ursprünglichen, nassen Zustand bringen: So können wir Wasser in der Landschaft halten, so dass selbst in Dürrezeiten Landwirtschaft möglich bleibt. Das hat Vorteile, die uns allen helfen: Starkregen können gepuffert und gespeichert werden für Dürrephasen. Die Grundwasservorräte füllen sich auf. Damit ist wieder bis weit ins Umland hinein genug Wasser vorhanden. Die Moorstandorte können wieder die natürliche Klima-Anlage werden, die sie jahrtausendelang waren. Die Moorforschung ist die notwendige Grundlage dazu. Mit dieser Förderung stärken wir sie - und zudem auch noch die Forschungslandschaft in Nordost-Deutschland.“

    Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: „Unsere Moore haben eine besondere Bedeutung. Sie schützen das Klima, fördern die Artenvielfalt, speichern Wasser und eröffnen neue Perspektiven für die nachhaltige Erzeugung von Biomasse. Greifswald ist der führende Standort in der Moorforschung in Deutschland. Wir freuen uns sehr über die Entscheidung von Bundesumweltminister Schneider, den Ausbau der Moorforschung in Greifswald in den kommenden vier Jahren mit 14 Millionen Euro zu unterstützen. Auch das Land beteiligt sich mit 700.000 Euro am Aufbau des Greifswald Moor Instituts. Damit stärken wir Vorpommern als Forschungsstandort und den Klima- und Umweltschutz.“

    Rektorin Prof. Dr. Katharina Riedel sieht in der Förderung ein starkes Signal für den Wissenschaftsstandort Greifswald: „Die Moorforschung gehört seit mehr als 200 Jahren zur Universität Greifswald. Heute ist Greifswald einer der führenden Standorte der Moorforschung in Deutschland: Hier ist die bundesweit einzige Professur für Moorforschung verortet, rund 100 Wissenschaftler*innen aus drei Fakultäten arbeiten zu Mooren, und mit dem Greifswald Moor Centrum besteht eine wichtige Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis. Dass die Universität Greifswald zudem Sprecherhochschule des Sonderforschungsbereichs/Transregios WETSCAPES 2.0 ist, zeigt die wissenschaftliche Stärke des Standorts. Die Förderung unterstützt diese besondere Profilbildung und schafft eine wichtige Grundlage für den Aufbau des Greifswald Moor Instituts.“

    Landesumweltminister Dr. Till Backhaus: „Der naturbasierte Klimaschutz ist für Mecklenburg-Vorpommern so wichtig wie für kaum ein anderes Bundesland. Deshalb habe ich mich in den vergangenen Jahren mit Nachdruck dafür eingesetzt, die herausragende Moorforschung in Greifswald dauerhaft zu sichern und weiterzuentwickeln. Ich freue mich sehr, dass der Bund diesen Weg nun gemeinsam mit uns geht. Mit der Förderung werden wichtige Forschungsfragen beantwortet, weltweit einzigartige Datenbanken und Forschungsinfrastrukturen gesichert und die über Jahrzehnte aufgebaute Expertise am Standort erhalten. Das ist gut investiertes Geld, denn die Erkenntnisse aus Greifswald sind von großer Bedeutung für den Klimaschutz, die Landwirtschaft und die Entwicklung unserer ländlichen Räume. Mein Ziel ist klar: Greifswald soll sich dauerhaft als führendes Kompetenzzentrum der Moorforschung in Europa etablieren. Mit der heutigen Förderung sind wir diesem Ziel einen entscheidenden Schritt nähergekommen.“

    Weitere Informationen
    https://www.moorwissen.de
    https://greifswaldmoor.de/start.html
    https://botanik.uni-greifswald.de/struktur/arbeitsgruppen/moorforschung

    Kontakte an der Universität Greifswald

    Hochschulkommunikation
    Domstraße 11, 17489 Greifswald
    Telefon +49 3834 420 1150
    pressestelle@uni-greifswald.de

    Dr. Franziska Tanneberger
    Soldmannstraße 15, 17489 Greifswald
    Telefon +49 3834 240 4137
    tanne@uni-greifswald.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Biologie, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Organisatorisches, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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