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09.07.2026 14:00

Nachhaltigeres Verfahren für die Alkoholoxidation

Meike Drießen Dezernat Hochschulkommunikation
Ruhr-Universität Bochum

    Forschende der Ruhr-Universität Bochum haben eine neue Methode entwickelt, die die Oxidation von Alkoholen besser kontrollierbar und nachhaltiger macht. Die Alkoholoxidation ist sowohl für die synthetische Chemie als auch für nachhaltige Energieanwendungen bedeutend. Üblicherweise werden thermische Verfahren dafür verwendet; die zu überwindende Aktivierungsenergie für die Reaktion wird also in Form von Wärme bereitgestellt, und die Oxidation erfolgt durch Sauerstoff unter Druck.

    Zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim kombinierte das Bochumer Team diesen Ansatz nun mit einem elektrokatalytischen Verfahren, das Strom aus nachhaltigen Quellen als zusätzliche Triebkraft verwendet. Die Gruppe um Prof. Dr. Martin Muhler, Prof. Dr. Ferdi Schüth und Prof. Dr. Wolfgang Schuhmann beschreibt die Methode in der Zeitschrift „Angewandte Chemie“ vom 18. Juni 2026.

    „Die Kopplung elektrischer mit thermischer Energie bei gleichzeitig erhöhter Effizienz ist ein generelles Prinzip, das auf vielfältige Prozesse übertragen werden kann“, sagt Wolfgang Schuhmann.

    Kombination von Wärme und Strom

    Die Forschenden untersuchten die Alkoholoxidation am Beispiel von Ethylenglykol, dessen Oxidation eine breite industrielle Relevanz hat. Ethylenglykol dient beispielsweise als Vorprodukt für PET und kommt in Brennstoffzellen zum Einsatz. Als Katalysator nutzte die Gruppe ein speziell synthetisiertes Cobaltoxid.

    Elektrokatalytische Verfahren haben den Vorteil, dass sie präzise kontrollierbar sind und mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben werden können. Im Vergleich zu thermischen Verfahren liefert die Elektrokatalyse üblicherweise jedoch geringere Produktionsleistungen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kombinierten Wärme und Strom als Triebkräfte für die Alkoholoxidation und variierten bestimmte Reaktionsparameter wie Druck und Temperatur.

    Die Reaktion verlief mit hoher Selektivität: Es entstanden überwiegend die gewünschten Produkte Glykolat und Formiat. Mit steigender Temperatur und steigendem Sauerstoffdruck erhöhte sich deren Ausbeute. Die Studie zeigt somit, dass sich elektrokatalytische und thermische Verfahren erfolgreich kombinieren lassen.
    Effiziente Nutzung von elektrischer Energie und Wärme

    „Solche elektrothermischen Systeme könnten sich in industrielle Umgebungen integrieren lassen, in denen Sauerstoff und Niedertemperaturwärme als Nebenprodukte verfügbar sind, was eine effizientere Nutzung elektrischer und thermischer Energie ermöglichen würde“, so die Autorinnen und Autoren der Studie.

    Förderung

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützte die Arbeiten im Rahmen der Forschungsgruppe FOR 2982 „UNODE“ (413163866) und im Rahmen des Sonderforschungsbereichs/Transregios 247 (388390466).


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Wolfgang Schuhmann
    Analytische Chemie
    Zentrum für Elektrochemie
    Fakultät für Chemie und Biochemie
    Ruhr-Universität Bochum
    Tel.: +49 234 32 26200
    E-Mail: wolfgang.schuhmann@ruhr-uni-bochum.de


    Originalpublikation:

    Adarsh Koul, Catalina Leiva-Leroy, Moritz Lukas Krebs, Julius Ponhöfer, Jean Pascal Fandré, Anirudha Shekhawat, Harun Tüysüz, Ferdi Schüth, Martin Muhler, Wolfgang Schuhmann: Electrothermal Oxidation of Ethylene Glycol Over Co3O4, in: Angewandte Chemie International Edition, 2026, DOI: 10.1002/anie.1818551, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/anie.1818551


    Bilder

    Die Autorinnen und Autoren des aktuellen Papers (von links): Martin Muhler, Catalina Leiva-Leroy, Moritz Lukas Krebs, Wolfgang Schuhmann und Adarsh Koul
    Die Autorinnen und Autoren des aktuellen Papers (von links): Martin Muhler, Catalina Leiva-Leroy, ...

    Copyright: © RUB, Kramer


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Chemie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

    Die Autorinnen und Autoren des aktuellen Papers (von links): Martin Muhler, Catalina Leiva-Leroy, Moritz Lukas Krebs, Wolfgang Schuhmann und Adarsh Koul


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