Öffentliche Planung steht vor großen Herausforderungen: Gesellschaftliche Transformationen, wachsende Krisenanfälligkeiten und sich verändernde politische Rahmenbedingungen stellen Planer:innen vor neue Aufgaben. Doch wie verändern sich Handlungsspielräume, Steuerungskapazitäten und Prioritäten der öffentlichen Planung unter diesen Bedingungen? Bisher fehlt ein kontinuierliches, empirisch fundiertes Instrument, das diese Entwicklungen systematisch erfasst, vergleichbar macht und über längere Zeiträume analysiert.
Hier setzt das ARL-Planungsbarometer an. Die ARL entwickelt mit diesem Instrument eine Panelstudie, die die Praxis der öffentlichen Planung in Deutschland unter die Lupe nimmt. Im Mittelpunkt stehen Fragen, unter welchen Bedingungen Planung heute agiert, welche Steuerungsansprüche sie verfolgt, über welche Kapazitäten sie tatsächlich verfügt und wo ihre Grenzen liegen. Besonders die regionale Planungsebene steht zunächst im Fokus, da sie im deutschen Mehrebenensystem eine zentrale Vermittlungsrolle zwischen überörtlichen Zielen, fachpolitischen Anforderungen und kommunalen Interessen einnimmt.
Methodik und Mehrwert
Das Planungsbarometer ist als jährliche, halbstandardisierte Online-Erhebung konzipiert. Eine erste Pilotstudie ist für 2026 geplant. Befragt werden zunächst die rund 100 regionalen Planungsträger in Deutschland, perspektivisch ergänzt um Landes- und Bundesebene. Durch die Kombination geschlossener Fragen mit qualitativen Freitextfeldern ermöglicht das Planungsbarometer sowohl systematisch vergleichbare Einschätzungen als auch vertiefende Einordnungen der Befragten. Die Ergebnisse werden in kompakten Berichten, Dialogformaten und wissenschaftlichen Publikationen aufbereitet – und so für Forschung, Praxis und Politikberatung nutzbar gemacht.
Für die Einordnung kann auf international etablierte Ansätze der Trendbeobachtung zurückgegriffen werden, etwa auf die Systematik des „Trend Report for Planners“ der American Planning Association“. Für die Planungspraxis selbst dient das Planungsbarometer der eigenen Reflexion: Die regelmäßige Rückkopplung der Ergebnisse ermöglicht Planungsträger:innen, die eigene Situation im überregionalen Vergleich einzuordnen und systematisch Erkenntnisse über die Leistungsfähigkeit von Regionalplanung auch im föderalen Vergleich zu gewinnen.
Das Planungsbarometer schafft damit nicht nur ein empirisches Fundament für die Planungsforschung, sondern stärkt auch den Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik.
Prof. Dr. Antje Bruns
Generalsekretärin der ARL / Professorin für Räumliche Transformation an der Leibniz Universität Hannover
Tel.: +49 511 34842 37
antje.bruns@arl-net.de
Dr. Jana Baldy
Wissenschaftliche Referentin der Generalsekretärin
Tel. +49 511 34842 76
jana.baldy@arl-net.de
Anke Manukjan
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Stabsstelle Qualitäts- und Wirkungsmanagement
Tel. +49 511 34842 71
anke.manukjan@arl-net.de
https://www.arl-net.de/de/blog/arl-planungsbarometer
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
Bauwesen / Architektur, Recht, Umwelt / Ökologie, Verkehr / Transport, Wirtschaft
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Kooperationen
Deutsch

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