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13.07.2026 10:33

Gold für Deutschlands Physik-Team beim Weltcup in der Schweiz

Melanie Rutowski Pressekontakt
Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

    Mit Physik und Teamgeist erfolgreich auf internationalem Parkett

    Großartiger Erfolg für fünf junge Physiktalente: Das deutsche Nationalteam holte beim renommierten International Young Physicists’ Tournament (IYPT) in Zürich, Schweiz, eine Goldmedaille! Unter 35 Ländern aus sechs Kontinenten belegte Deutschland den dritten Platz knapp hinter Korea. Turniersieger wurde erneut Singapur.

    Eine Woche lang, vom 5. bis 12. Juli, kämpften diese fünf bei intensiven sogenannten Physik-Fights um einen Platz auf dem Treppchen:

    Johann Hoffmann (17), Hans-Thoma-Gymnasium Lörrach
    Philip Klippel (19), Gymnasium Grünwald Landkreis München
    Linus Konnerth (17), Herder-Gymnasium Berlin
    Jonathan Oßwald (17), Hans-Thoma-Gymnasium Lörrach
    Nikita Petrov (17), Gymnasium Neubiberg Landkreis München

    Einer der am besten bewerteten Vorträge war „Self-Starting Siphon“ (selbst-startender Siphon) von Johann Hoffmann. Dieser Siphon kann Wasser aus einem Container befördern, ohne dass ein anfängliches Ansaugen erforderlich ist. Der Clou liegt in der Form: Der Schlauch bzw. das Rohr ist in Form eines rundem „M“ gebogen, wobei eine Seite vollständig unter die Wasseroberfläche getaucht wird. Durch die zusätzliche Biegung wird mehr Waser verdrängt, sodass der hydrostatische Druck größer ist als bei nur einer Biegung. Dadurch kann die maximale Wasserstandshöhe am Ende des Rohrs die des Behälters übertreffen und so im Endstück abfließen. Johann untersuchte mögliche Geometrien, Limitierungen und Optima sowohl experimentell als auch theoretisch äußerst umfassend.

    „Egal, wer aus unserem Team auf der Bühne stand, wir haben in allen Fights etwa gleich viele Punkte geholt.“, so Johann, „was beweist, wie gut wir uns aufeinander verlassen konnten und wie effektiv wir zusammengearbeitet haben.“

    Im IYPT treten bei jedem „Fight“ Schüler:innen-Teams aus drei Ländern gegeneinander an: Ein Team präsentiert eine Lösung, das zweite stellt kritische Fragen, das dritte bewertet beide. Jede Rolle erfordert wissenschaftliches Know-how, sprachliche Präzision und blitzschnelles Denken. Die Teilnehmenden arbeiten und diskutieren ganz ähnlich wie auf Physik-Konferenzen auf hohem wissenschaftlichem Niveau.

    Nikita Petrov meisterte die herausfordernde Rolle des kritischen Opponenten gegen Turnierfavorit Singapur. Diese untersuchten die kontraintuitive Bewegung eines „Flipo Flip“-Spielzeuges. Dieses scheint zu rollen, obwohl es wie ein Quader aussieht. Nikita fand Schwachstellen im sonst nahezu perfekten Vortrag und diskutierte unter anderem über die physikalische Ursache des Phänomens. Denn ein „Flipo Flip“ hat abgerundete Kanten, wodurch die Grundfläche elliptisch ist. Unter welchen Voraussetzungen, wie z. B. dem Krümmungsradius, der Oberfläche und der Anstoßgeschwindigkeit, das Spielzeug tatsächlich rollt anstatt zu rutschen, arbeitete er während der Diskussion gemeinsam mit dem Kontrahenten aus Singapur aus. „Allein dafür wie viele internationale Kontakte ich hier geknüpft habe, zahlen sich die sechs Monate super intensive Vorbereitung auf den Wettbewerb aus.“, resümiert Nikita.

    Auch Jonathan Oßwald, Teamkapitän, ist stolz auf sein Team: „Mich hat enorm begeistert, wie hoch das physikalische Niveau war, auf dem die Diskussionen zwischen den Teams stattfanden.“

    Die Jugendlichen hatten sich bereits im Frühjahr beim Bundeswettbewerb GYPT (German Young Physicists’ Tournament) und dem darauffolgenden Auswahlworkshop aus rund 280 Teilnehmenden für das Team qualifiziert. Danach ging es ans Finetuning: Für das IYPT mussten sie zwölf von 17 vorgegebenen Physik-Aufgaben untersuchen, Experimente sowie Theorie dazu entwickeln und diese auf Englisch präsentieren.

    Abiturient Philip Klippel hebt die Vorbereitungsphase hervor: „Die Vorbereitung an den GYPT-Zentren hat super Spaß gemacht und wir wurden von vielen großartigen Physiker:innen unterstützt. Während dieser Zeit konnte ich mich versichern, dass es für mich der richtige Weg ist, Physik zu studieren.“

    Auch der Berliner Linus Konnerth war vor der Auswahl ins Nationalteam unsicher, in welche Richtung er später einmal gehen möchte. Nun ist ihm klar: „Ich bin während der Zeit im Team und durch den offenen, fairen Umgang mit den vielen internationalen Teams aus der ganzen Welt selbstbewusster geworden und werde nach meinem Abitur nächstes Jahr ebenfalls Physik studieren.“

    Betreut wurde das Team von Tarek Bećić, selbst ehemaliger IYPT-Teilnehmer und aktuell Physik-Bachelorstudent an der Universität Bayreuth. „Ich bin richtig stolz auf das Team. Wenn man als Betreuer im Fight hinten sitzt und das Team nicht mehr unterstützen kann, ist man selbst viel nervöser als die Jugendlichen auf der Bühne. Umso mehr freut es mich, dass sie verdient eine Goldmedaille geholt haben!“, sagt Bećić. Liane Brandt (Universität Ulm, Deutsche Physikalische Gesellschaft) vertrat Deutschland beim IYPT als Chair, Jurorin und Mitglied des International Organising Comitee (IOC).

    Hinter dem Erfolg steht auch starke finanzielle Unterstützung: Die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung fördert seit vielen Jahren das GYPT sowie die Teilnahme am internationalen IYPT.

    Weitere Informationen zu den Wettbewerben
    German Young Physicists’ Tournament (GYPT) - www.gypt.org
    International Young Physicists’ Tournament (IYPT) - www.iypt.org

    Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG), deren Tradition bis in das Jahr 1845 zurückreicht, ist die älteste nationale und mit mehr als 50.000 Mitgliedern auch mitgliederstärkste physikalische Fachgesellschaft der Welt. Als gemeinnütziger Verein verfolgt sie keine wirtschaftlichen Interessen. Die DPG fördert mit Tagungen, Veranstaltungen und Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft und möchte allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen. Besondere Schwerpunkte sind die Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses und der Chancengleichheit. Sitz der DPG ist Bad Honnef am Rhein. Website: www.dpg-physik.de

    Die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung zur Förderung von Forschung und Ausbildung im Bereich der Naturwissenschaften, insbesondere der Physik. Sie fördert u. a. Schulprojekte und außerschulische Lernorte und engagiert sich in der Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Website: www.we-heraeus-stiftung.de


    Weitere Informationen:

    https://www.iypt.org International Young Physicists’ Tournament (IYPT)
    https://www.gypt.org German Young Physicists’ Tournament (GYPT)


    Bilder

    Linus Konnerth, Nikita Petrov, Philip Klippel, Jonathan Oßwald und Johann Hoffmann (v. l.) zusammen mit Maskottchen Horst.
    Linus Konnerth, Nikita Petrov, Philip Klippel, Jonathan Oßwald und Johann Hoffmann (v. l.) zusammen ...
    Quelle: Liane Brandt
    Copyright: © Liane Brandt/GYPT


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, jedermann
    Pädagogik / Bildung, Physik / Astronomie
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

    Linus Konnerth, Nikita Petrov, Philip Klippel, Jonathan Oßwald und Johann Hoffmann (v. l.) zusammen mit Maskottchen Horst.


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