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13.07.2026 11:58

Exzellente Doktorandenschmiede für die Lebenswissenschaften - 20 Jahre Ulmer Graduiertenschule für Molekulare Medizin

Andrea Weber-Tuckermann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Ulm

    Sie ist ein einzigartiges Erfolgsmodell für die Doktorandenausbildung in den Lebenswissenschaften: die „International Graduate School in Molecular Medicine Ulm“ (IGradU). Ende Juni feierte sie ihr 20-jähriges Bestehen mit einem Blick zurück und nach vorn. Eine Alumni Hall of Fame und Videobotschaften ehemaliger Absolventinnen und Absolventen zeigten, welchen Weg viele nach ihrer Promotion eingeschlagen haben – in der Wissenschaft ebenso wie in der Industrie, einige inzwischen als Professorinnen und Professoren oder in anderen Führungspositionen, und zwar im In- und Ausland.

    Seit ihrer Gründung haben 480 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus 37 Ländern die IGradU mit Doktortitel (Dr. rer. nat. oder PhD) abgeschlossen. Mehr als zwei Drittel der Alumni sind Frauen. Was die Absolventinnen und Absolventen verbindet: eine exzellente wissenschaftliche Ausbildung mit hervorragenden Karrierechancen. „Für die Universität Ulm war die IGradU die Eintrittskarte zur wissenschaftlichen Exzellenz, und sie hat mit der Zeit eine unglaubliche Dynamik entfaltet“, sagte Professor Thomas Wirth, Dekan der Medizinischen Fakultät. Universitätspräsident Professor Michael Weber erinnerte daran, dass die IGradU 2007 der erste Erfolg der Universität Ulm in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder war und damals als beste Graduiertenschule Baden-Württembergs bewertet wurde. Ihr Auftrag sei es von Beginn an gewesen, „exzellent ausgebildete und unabhängige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hervorzubringen, die selbstständig forschen können“.

    Die an der Schnittstelle von Medizin und Naturwissenschaften angesiedelte Graduiertenschule hat die lebenswissenschaftliche Forschung an der Universität Ulm nachhaltig geprägt und ihre internationale Sichtbarkeit gestärkt. Das strukturierte Promotionsprogramm verbindet ein englischsprachiges Curriculum mit intensiver wissenschaftlicher Betreuung in kleinen Doktorandengruppen. Thematisch reicht das Spektrum von der Alters- und Krebsforschung bis zur Virologie und Traumaforschung. Strenge Auswahlverfahren, regelmäßige Evaluationen und die Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse in Fachzeitschriften sichern hohe Qualitätsstandards. Geforscht wird in enger Kooperation mit den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereichen und Graduiertenkollegs der Universität Ulm.

    Mit Anlauf zum Erfolg

    Gegründet wurde die IGradU von Professor Michael Kühl und PD Dr. Dieter Brockmann. Der Leiter des Instituts für Biochemie und Molekularbiologie und der damalige Leiter des „Center for Research Strategy and Support Ulm“ (ResUl) hatten zuvor bereits den Bachelor- und Masterstudiengang für Molekulare Medizin mit weiteren Kollegen und Kolleginnen aufgebaut und den Anstoß gegeben für ein englischsprachiges Promotionsprogramm in diesem Bereich. Dieses Programm bildete die Grundlage für die Bewerbung in der Exzellenzinitiative, die 2007 – im zweiten Anlauf – schließlich erfolgreich war. Internationale Kooperationen, zunächst mit Universitäten in Italien (Padua) und Finnland (Oulu), später mit weiteren europäischen Ländern sowie der USA und China, ermöglichten Doppelpromotionen und intensivierten den wissenschaftlichen Austausch. Bis 2019 wurde die IGradU von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. „Heute ist sie eine zentrale Einrichtung der Universität Ulm und wird gemeinsam vom Land Baden-Württemberg und der Medizinischen Fakultät getragen“, ergänzt Michael Kühl. Der damalige Sprecher der IGradU ist heute Vizepräsident für Kooperationen sowie designierter Präsident der Universität Ulm.

    „Für die Universität Ulm markiert die IGradU einen gravierenden Umbruch – weg von einer Doktorandenausbildung alter Schule hin zu einem modernen Format, das damals in Deutschland wegweisend war“, betonte IGradU-Sprecher Professor Bernd Knöll, Leiter des Instituts für Neurobiochemie. Neben dem internationalen PhD-Programm gehören heute auch ein deutschsprachiges Promotionsprogramm (Dr. med./Dr. med. dent.) für experimentelle Medizin sowie ein Kooperationsprogramm mit der Southeast University im chinesischen Nanjing zur Graduiertenschule.

    An den Wandel anpassen

    Dass die IGradU weit über die wissenschaftliche Ausbildung hinauswirkt, zeigte Professor Peter Gierschik in seinem anekdotischen Rückblick über gemeinsam Erlebtes bei Ausflügen und Veranstaltungen. „Freundschaften, wissenschaftliche Netzwerke und sogar Partnerschaften sind hier entstanden“, sagte der ehemalige Leiter des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie, der über viele Jahre zahlreiche junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betreut hat. Für die zukünftigen Betreuer hatte er, mit einem gewissen Augenzwinkern, unter anderem den folgenden Rat: „Versprechen Sie nicht zu viel! Und behaupten Sie nicht, dass es einfach wird.“

    Ein interaktives Highlight der Feier war eine vom Coordination Office gestaltete Zeitkapsel, die mit Postkarten des Abends gefüllt und von den PhD-Studierendenvertreterinnen für die Doktorandinnen und Doktoranden des Jahres 2046 hinterlegt wurde. Außerdem demonstrierten die beiden IGradU-Forscherinnen Tuğba Memiş und Nourice Jaber in einem perfekten Science Pitch mit Fotos aus 2006 und 2026, wie sehr sich die Forschung und der Laborbetrieb in den letzten 20 Jahren verändert haben. „Die IGradU hat sich kontinuierlich mit ihren Studierenden weiterentwickelt. Unser Ziel bleibt es, flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren und den Promovierenden den nötigen Freiraum für exzellente Forschung zu bieten“, so Knöll.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Bernd Knöll, Sprecher der IGradU, E-Mail: bernd.knoell@uni-ulm.de
    Lina Zaveleva, IGradU Coordination Office, E-Mail: lina.zaveleva@uni-ulm.de


    Weitere Informationen:

    https://www.uni-ulm.de/en/einrichtungen/igradu/


    Bilder

    Der IGradU-Sprecher Prof. Bernd Knöll präsentiert die Erfolgsgeschichte der Internationalen Graduiertenschule für Molekulare Medizin Ulm
    Der IGradU-Sprecher Prof. Bernd Knöll präsentiert die Erfolgsgeschichte der Internationalen Graduier ...
    Quelle: Efecan Kandemir
    Copyright: Lumierexphotography

    Die IGradU-Doktorandinnen Tuğba Memiş (links) und Nourice Jaber (rechts) erklären in einem Science Pitch, wie sich die Forschung in den letzten 20 Jahren verändert hat
    Die IGradU-Doktorandinnen Tuğba Memiş (links) und Nourice Jaber (rechts) erklären in einem Science P ...
    Quelle: Efecan Kandemir
    Copyright: Lumierexphotography


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
    Deutsch


     

    Der IGradU-Sprecher Prof. Bernd Knöll präsentiert die Erfolgsgeschichte der Internationalen Graduiertenschule für Molekulare Medizin Ulm


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    Die IGradU-Doktorandinnen Tuğba Memiş (links) und Nourice Jaber (rechts) erklären in einem Science Pitch, wie sich die Forschung in den letzten 20 Jahren verändert hat


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