idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
13.07.2026 12:15

TU Berlin und BAM gründen Joint Institute für sichere, digitale und nachhaltige Verfahrenstechnik

Stefanie Terp Stabsstelle Kommunikation, Events und Alumni
Technische Universität Berlin

    Gemeinsame Pressemitteilung der Technischen Universität Berlin und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

    Die Abteilung Prozess- und Anlagensicherheit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und das Fachgebiet Dynamik und Betrieb technischer Anlagen der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) haben am 8. Juli 2026 das Berlin Joint Institute for Plant Safety and Process Engineering eröffnet. Die gemeinsame Forschungsplattform soll verfahrenstechnische Anlagen künftig sicherer, nachhaltiger und effizienter machen – vom digitalen Modell über Pilotanlagen bis zum Großversuch im Realmaßstab.

    Wasserstoff, Digitalisierung und nachhaltige Produktion stellen die chemische und verfahrenstechnische Industrie vor neue Sicherheitsfragen. Neue Verfahren müssen schneller entwickelt, Ressourcen effizienter genutzt und Risiken frühzeitig bewertet werden. Genau hier setzt das Joint Institute an: Es verbindet zwei Disziplinen, die bislang meist getrennt betrachtet werden: die Systemverfahrenstechnik mit Fokus auf Auslegung, Betrieb und Optimierung verfahrenstechnischer Anlagen sowie die Prozess- und Anlagensicherheit.

    Forschung für sichere Energieträger und robuste Industrieanlagen
    Sicherheit, Nachhaltigkeit und Effizienz werden damit von Beginn an gemeinsam gedacht: Bei der Entwicklung neuer Verfahren über deren experimentelle Erprobung bis hin zur sicherheitstechnischen Bewertung im industriellen Maßstab. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die sichere Nutzung neuer Energieträger – insbesondere Wasserstoff –, KI-gestützte Methoden für Anlagendesign und -betrieb, Sicherheitsbewertung, nachhaltige Chemie sowie resiliente industrielle Infrastrukturen. Damit leistet das Joint Institute einen Beitrag zur Energiewende, zur digitalen Transformation der Industrie und zu einer sicheren und ressourcenschonenden Produktion.

    Durch die enge Verzahnung entsteht eine integrierte sowie durchgängige Forschungsplattform: Digitale Modelle können mit realen Sicherheitsexperimenten validiert werden. Gleichzeitig liefern Simulationen gezieltere Grundlagen für aufwendige Großversuche. Dadurch lassen sich Prozessrisiken früher erkennen, Forschungsprozesse effizienter gestalten und neue Erkenntnisse schneller in industrielle Anwendungen überführen.

    Sicherheitstechnik trifft Systemverfahrenstechnik
    Dazu bringt die Abteilung Prozess- und Anlagensicherheit der BAM ihre umfangreiche Expertise in der Prozess- und Anlagensicherheit, in Großversuchen im Realmaßstab, regulatorischen Bewertungsmethoden sowie im Umgang mit gefährlichen Stoffen ein. Das Fachgebiet Dynamik und Betrieb technischer Anlagen der TU Berlin ergänzt diese Kompetenzen durch ihre Forschung in der Modellierung, Simulation und Optimierung verfahrenstechnischer Prozesse sowie durch Experimente im Pilot- und Miniplant-Maßstab.

    Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Katharina Löwe – Abteilungsleiterin Prozess und Anlagensicherheit an der BAM:
    „Das Berlin Joint Institute baut auf der langjährigen Zusammenarbeit von BAM und TU Berlin auf. Elf gemeinsam betreute Promotionen zeigen, wie erfolgreich wir Anlagensicherheit und Prozessoptimierung bereits verbinden. Mit dem Joint Institute stärken wir diese Kooperation und machen sie sichtbarer.“

    Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Jens-Uwe Repke – Leiter des Fachgebietes Dynamik und Betrieb technischer Anlagen und Vizepräsident der TU Berlin für Forschung und Transfer:
    „Was dieses Institut so besonders macht, ist die Breite der Ebenen, auf denen die Zusammenarbeit gelebt wird: von Studierenden über Techniker*innen bis hin zu Wissenschaftler*innen jeder Karrierestufe. Wir bilden damit eine neue Generation von Fachleuten aus, die Verfahrensentwicklung, Prozessoptimierung und Anlagensicherheit von Anfang an gemeinsam denken."

    Beitrag zur Stärkung der Ausbildung
    Die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur, Daten und Methoden erleichtert Forschung und Transfer. Davon profitieren insbesondere die Chemie- und Prozessindustrie, die Energiewirtschaft sowie Wissenschaft und Politik.

    Gleichzeitig stärkt das Joint Institute die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Studierende, Promovierende und Postdocs erhalten Zugang zu komplementären Kompetenzen und Ressourcen in Prozessoptimierung, Sicherheitstechnik und experimenteller Forschung über verschiedene Maßstabsebenen hinweg. Auf diese Weise leistet die Kooperation damit einen Beitrag zur Stärkung des Wissenschaftsstandortes Berlin.

    Die Eröffnung des Joint Institute fand im Rahmen eines gemeinsamen wissenschaftlichen Programms auf dem Testgelände Technische Sicherheit der BAM in Horstwalde (Brandenburg) statt. Neben der offiziellen Eröffnung standen Fachvorträge, Demonstrationsversuche sowie eine Postersession zum wissenschaftlichen Austausch zwischen Forschenden beider Einrichtungen auf dem Programm.

    Weitere Informationen erteilt Ihnen:
    Stefanie Terp
    Pressesprecherin der TU Berlin
    pressestelle@tu-berlin.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).