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13.07.2026 21:46

Neuer Max-Planck-Campus Martinsried: Planung für Forschungsstand-ort der Zukunft nimmt Gestalt an

Dr. Harald Rösch Abteilung Kommunikation
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

    Nach Abschluss den Planungswettbewerbs steht der Generalplaner für den neuen Campus fest

    Auf den Punkt gebracht

    Den Zuschlag für ihr größtes Bauprojekt erteilt die Max-Planck-Gesellschaft den Stuttgarter h4a Gessert + Randecker Architekten.
    Den Siegerentwurf wählte eine Jury aus internen und externen Expertinnen und Experten im Rahmen eines mehrstufigen, interdisziplinären Planungswettbewerbs aus.
    Der Entwurf bildet die Grundlage für die weiteren Planungen des neuen Campus für die beiden Max-Planck-Institute in Martinsried.
    Der Freistaat Bayern fördert das Projekt mit bis zu 500 Millionen Euro.
    Alle Entwürfe des Planungswettbewerbs sind bis Oktober 2026 in einer Ausstellung an den Instituten in Martinsried zu sehen.

    Martinsried ist einer der größten Standorte der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und beherbergt zwei Max-Planck-Institute (MPI): das MPI für Biochemie und das MPI für biologische Intelligenz. Nach über 50 Jahren Nutzung können die Institutsgebäude den Anforderungen an moderne Spitzenforschung jedoch nicht mehr nachkommen, so dass ein Neubau erforderlich ist. Dabei geht es für die MPG um mehr als ein Forschungsareal: Mit dem Max-Planck-Campus Martinsried soll ein Ort entstehen, der wesentlich zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands beiträgt. Das Leuchtturmprojekt, das der Freistaat Bayern mit bis zu 500 Millionen Euro fördert, verbindet nachhaltige Infrastruktur, lokale Vernetzung sowie flexible Rahmenbedingungen für die Forschung. Mit dem Abschluss des Planungswettbewerbs sind nun die entscheidenden Weichen für den weiteren Fortgang des Campusprojekts gestellt.

    Ein kommunikativer, grüner Campus

    Der Entwurf des Teams der h4a Gessert + Randecker Generalplaner GmbH überzeugt durch sein städtebauliches Konzept eines gemeinschaftlich gelebten Campus, der sich mit dem umgebenden Stadtraum vernetzt. Die einzelnen Gebäude werden durch eine umlaufende Brücke, den „Loop“, zu einem gemeinsamen Arbeitsumfeld miteinander verbunden. Das zentrale, identitätsstiftende Hauptgebäude und ein aus dem umgebenden Landschaftsraum entwickelter, grüner Park bilden das Herz des Campus.

    Der neue Campus für die Max-Planck-Institute für Biochemie und für biologische Intelligenz wird in mehreren Bauabschnitten realisiert. Eine besondere Qualität des Siegerentwurfs ist seine stimmige Lösung für die Vernetzung von neuen Gebäuden des ersten Bauabschnitts und den zunächst weiter genutzten, bestehenden Institutsgebäuden. So wird der künftige Campuspark bereits im ersten Bauabschnitt erlebbar.

    Ausführliche Zitate aus der Pressekonferenz Bekanntgabe des Siegerentwurfs

    „Hier ist die Zukunft zuhause: Für den neuen Life-Science-Campus der Max-Planck-Gesellschaft in Martinsried bei München steht der Gewinner des Architekturwettbewerbs fest. Damit ist eine wichtige Grundlage für den kompletten Neubau gelegt. Hier entsteht einer der bedeutendsten Life-Science-Standorte Europas von einer der weltweit führenden Forschungseinrichtungen. Der Campus wird ein Zentrum für Forschung, Entwicklung und Talente. Hier wird zu Biochemie und biologischer Intelligenz geforscht. Dabei werden Medikamente und revolutionäre Prozesse der Zukunft erdacht, die das Leben der Menschen verbessern. Bayern unterstützt dieses Zukunftsprojekt mit bis zu einer halben Milliarde Euro. Bei uns gilt: Freiheit und Vorfahrt für die Wissenschaft. Sie ist der Schlüssel für Wohlstand, Innovation und gesellschaftlichen Fortschritt. Deshalb investieren wir mit der Hightech Agenda Bayern über sechs Mrd. Euro in die Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Mit 1000 neuen Professuren sowie Investitionen in Künstliche Intelligenz, Luft- und Raumfahrt, Defense-Tech, Biotechnologie und Life Science stärken wir die Spitzenforschung und schaffen die Grundlage für neue Unternehmen, hochwertige Arbeitsplätze und nachhaltigen Wohlstand. Wer Spitzenforschung ermöglicht, gestaltet die Zukunft. Alles Gute für den Bau!“ Ministerpräsident Markus Söder.

    „In Martinsried kommen exzellente Forschung, Universitätsmedizin, etablierte Unternehmen, Start-ups und ein internationales Umfeld zusammen. Mit dem Beginn des neuen KI-Zeitalters der Life Sciences wollen unsere Institute diese Entwicklung auch weiterhin mitgestalten und wissen-schaftliche Spitzenforschung erbringen können. Dafür brauchen wir nach einem halben Jahrhundert nun auch einen Neubau. Dem Freistaat danken wir für die wirklich außergewöhnliche Sonderfinanzierung“, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft Patrick Cramer.

    „Mit dem Max‑Planck‑Campus Martinsried setzen wir ein klares Signal: Bayern investiert in Spitzen-forschung und innovative Zukunftstechnologien. Gemeinsam schaffen wir so nicht zuletzt exzellente Rahmenbedingungen für hochwertige Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit.“ Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.

    „Martinsried ist Nobelpreisträgerschmiede und einer der bedeutendsten Life-Science-Standorte in Europa – mit dem Neubau des Max-Planck-Campus schlagen wird das nächste Kapitel dieser Erfolgsgeschichte auf. Der Freistaat investiert hier bis zu einer halben Milliarde Euro. Der Campus ist mehr als ein Bauprojekt: Er ist Standortbekenntnis und Grundlage für neue Erkenntnisse, Erfolg und Exzellenz. Der Siegerentwurf bringt architektonisch auf den Punkt, worauf es in der Spitzenforschung ankommt: Vernetzung statt Silos, Austausch statt Abschottung, Translation statt Elfenbeinturm. Die Lebenswissenschaften verbinden Hightech mit Heilung. Wir wollen Krankheiten verhindern, bevor sie entstehen. Alle reden von Longevity – in Martinsried wird sie gemacht. Hier entstehen die Grundlagen für neue Krebstherapien und personalisierte Medizin. Das alles in einem herausragenden Ökosystem. Und: Mit der U6 der Münchner U-Bahn haben wir eine echte ‚Exzellenzlinie‘ – sie verbindet unsere wichtigsten Forschungseinrichtungen.“ Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume.

    „Als Gemeinde haben wir den Gesamtüberblick, damit am Ende Forschung auf höchstem Niveau und eine hohe Lebensqualität für die Menschen vor Ort Hand in Hand gehen.Für die gute Zusammenarbeit mit der MPG möchte ich mich ausdrücklich bedanken.“ Felix Kempf, Planeggs Bürgermeister.

    „Mich begeistert, dass das ausgewählte Projekt weit mehr ist als ein funktionaler Forschungsbau. Es schafft einen offenen, inspirierenden Campus, der Begegnung, Austausch und wissenschaftliche Exzellenz gleichermaßen fördert. Genau diese Qualität haben wir uns von diesem Wettbewerb erhofft.“ Angelika Malinowski, Leiterin der Bauabteilung der MPG.

    „Der ausgewählte Entwurf hat die Bedürfnisse und Anforderungen der Institute „in Form gegossen“ und gibt der Vielzahl von Forschungsansätze und -methoden – jetzt und in Zukunft – ein flexibel gestaltbares und dennoch zugängliches architektonisches Umfeld.“ Kikuë Tachibana, Geschäftsführende Direktorin des MPI für Biochemie.

    „Der Wunsch nach einem grünen, nachhaltigen und kommunikativen Campus ist bereits zentral in den Plänen verankert und wir sind zuversichtlich, diese mit dem h4a Generalplaner-Team und in weiterhin enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Gemeinde umzusetzen.” Manfred Gahr , Geschäftsführender Direktor des MPI für biologische Intelligenz.

    „Basierend auf den Prinzipien eines neuronalen Netzwerks verbindet der neue Campus architektonische Präzision mit exzellenter Forschung und formuliert einen Ort kommunikativer Begegnung und überregionaler Strahlkraft.“ Nicolas Henn, h4a Gessert + Randecker Generalplaner GmbH.

    Transparenter und partizipativer Wettbewerbsprozess

    Der interdisziplinäre Planungswettbewerb (Link) wurde am 13. Dezember 2024 ausgelobt. In der ersten Phase reichten insgesamt 48 Planungsteams (Link) ihre Entwürfe ein, von denen 15 für den Wettbewerb zugelassen wurden. Aus diesen wurden sechs Entwürfe nach intensiver Prüfung in der ersten Preisgerichtssitzung am 1. Juli 2025 für die zweite Phase ausgewählt. Am 5. November 2025 prämierte die Jury die Entwürfe von drei Büros und vergab dabei zwei zweite und einen dritten Preis (siehe News). Im anschließenden Verhandlungsverfahren optimierten die beiden mit einem zweiten Preis ausgezeichneten Teams ihre Entwürfe im Dialog mit den beiden Instituten. Nach einer weiteren intensiven Prüfung fiel die Entscheidung für den Entwurf von h4a Architekten. Das Ergebnis des Planungswettbewerbs gab die MPG im Rahmen der Pressekonferenz am 13. Juli 2026 bekannt.

    Entscheidungen durch hochkarätiges Fach- und Sachpreisgericht

    In den Auswahlgremien waren Architektinnen und Architekten, Vertreterinnen und Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Gemeinde Planegg sowie der Max-Planck-Gesellschaft und der beiden künftigen Nutzer – des Max-Planck-Instituts für Biochemie und des Max-Planck-Instituts für biologische Intelligenz – beteiligt. Die genaue Zusammensetzung der Fach- und Sachpreisgerichte finden Sie: hier.

    Zum Hintergrund: Ein neuer Campus für exzellente Forschung

    Nach über 50 Jahren intensiver Nutzung sind die bestehenden Gebäude der beiden Max-Planck-Institute in Martinsried in die Jahre gekommen. Den modernen und flexiblen Ansprüchen wissenschaftlicher Forschung können die Gebäude langfristig nicht mehr gerecht werden. Ebenso kann zukünftig notwendigen technischen, funktionalen und nachhaltigen Anforderungen in der bestehenden Bausubstanz nicht entsprochen werden. Da eine umfassende Sanierung der Gebäude wirtschaftlich nicht sinnvoll umgesetzt werden kann, sollen neue Gebäude auf dem Grundstück der Max-Planck-Gesellschaft entstehen.

    Mit dem Wettbewerb verfolgte die Max-Planck-Gesellschaft das Ziel, einen interdisziplinär entwickelten Entwurf für die bauliche Neuentwicklung des traditionsreichen Forschungsstandorts in Martinsried zu erhalten. Im Mittelpunkt standen die städtebauliche und architektonische Planung des neuen Max-Planck-Campus Martinsried, der künftig die Forschungs-, Verwaltungs- und Infrastrukturbauten der beiden Max-Planck-Institute vereinen soll. Der neue Campus soll ein Ort werden, der innovative Forschung im lebenswissenschaftlichen Bereich mit einem modernen, offenen und klimaneutralen Campuskonzept verbindet. Die Umsetzung ist in mehreren Bauabschnitten geplant.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Demjan Panczuk
    Leitung der Öffentlichkeitsarbeit, MPI für Biochemie
    E-Mail: panczuk@biochem.mpg.de

    Stefanie Merker
    Leitung der Kommunikation, MPI für biologische Intelligenz
    E-Mail: stefanie.merker@bi.mpg.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie
    überregional
    Organisatorisches, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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