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14.07.2026 08:00

Erfreulicher Fund nach über 50 Jahren: Großer Puppenräuber ist zurück in Sachsen-Anhalt

Bettina Kranhold Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hochschule Anhalt

    Wissenschaftlerinnen und Studierende der Hochschule Anhalt haben im Rahmen eines Forschungsprojekts einen bedeutenden natürlichen Gegenspieler des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) wiederentdeckt: den Großen Puppenräuber (Calosoma sycophanta). Exemplare des auffälligen Laufkäfers wurden sowohl im Drömling als auch im Raum Dessau-Roßlau nachgewiesen. Für Sachsen-Anhalt ist dies ein besonderer Fund, denn die Art galt seit den 1960er Jahren als ausgestorben beziehungsweise verschollen.

    Wissenschaftlerinnen und Studierende der Hochschule Anhalt haben im Rahmen eines Forschungsprojekts einen bedeutenden natürlichen Gegenspieler des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) wiederentdeckt: den Großen Puppenräuber (Calosoma sycophanta). Exemplare des auffälligen Laufkäfers wurden sowohl im Drömling als auch im Raum Dessau-Roßlau nachgewiesen. Für Sachsen-Anhalt ist dies ein besonderer Fund, denn die Art galt seit den 1960er Jahren als ausgestorben beziehungsweise verschollen.

    „Der Wiederfund ist eine kleine Sensation. Letztmalig wurde der Käfer in den 1960er Jahren bei uns in Sachsen-Anhalt gesichtet. Vermutlich ist er aufgrund des inzwischen großen Nahrungsangebots aus Brandenburg eingewandert. Wir hoffen, dass er sich bei uns dauerhaft etabliert und wieder stabile Populationen aufbauen kann“, sagt Dr. Peer Hajo Schnitter vom Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt.
    Der Große Puppenräuber ernährt sich bevorzugt von Raupen und Puppen des Eichenprozessionsspinners und trägt damit zur natürlichen Regulierung der Bestände bei. Dass die Käfer nun in Regionen gefunden wurden, die seit Jahren stark vom Eichenprozessionsspinner betroffen sind, unterstreicht ihre ökologische Bedeutung.

    Gesundheitliche Gefahren für den Menschen immer häufiger im Fokus

    Der Eichenprozessionsspinner ist eine heimische Nachtfalterart, deren Raupen ab dem dritten Larvenstadium Brennhaare entwickeln. Bei Berührung von Haut oder Schleimhäuten können diese bei Menschen allergische Reaktionen auslösen. Durch die starke Zunahme der Nachtfalterart in den letzten Jahrzehnten stehen die damit einhergehenden gesundheitlichen Gefahren aktuell häufig im Fokus des medialen und öffentlichen Interesses. Um die Folgen für die menschliche Gesundheit gering zu halten, wird die Art in Siedlungen und anderen stärker durch Menschen frequentierten Bereichen häufig bekämpft. Raupennester werden von den Eichen abgesaugt oder entsprechende Biozide vom Boden oder aus der Luft versprüht.

    Natürliche Feinde verstehen und fördern

    Bereits seit 2021 untersucht die Hochschule Anhalt in mehreren Forschungsprojekten nachhaltige Strategien im Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner. Dabei stehen präventive Maßnahmen zur Förderung der natürlichen Feinde im Mittelpunkt. „Klimawandel und Biodiversitätsverlust infolge intensiver Landnutzung könnten Ursachen für die verstärkte Ausbreitung des wärmeliebenden Eichenprozessionsspinners sein“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Annett Baasch von der Hochschule Anhalt. Untersucht werden beispielsweise der Einfluss von raupenfressenden Brutvögeln in Nistkästen sowie das Auftreten weiterer Gegenspieler unter den Insekten. Der Große Puppenräuber ist einer der natürlichen Feinde und kann helfen, die Population des Falters zu kontrollieren. „Indem wir die natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners besser verstehen und fördern, stärken wir natürliche Regulationsmechanismen und schaffen die Grundlage für nachhaltige, biodiversitätsfreundliche Managementstrategien.“
    Dass der Große Puppenräuber in den beiden Untersuchungsregionen des Projektes nun gefunden wurde, ist für die ökologische Balance eine sehr positive Nachricht. Wegen seiner Größe und dem auffälligen goldmetallisch glänzenden Panzer ist der Große Puppenräuber leicht zu erkennen – ein wahrer Eye-Catcher. Er ist ein guter Flieger und bekannt dafür, dass er große Strecken auf der Suche nach Futterquellen zurücklegen kann. Sein Name verrät seine bevorzugte Nahrung: Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Zwar kann auch der Große Puppenräuber Massenvermehrungen des Eichenprozessionsspinners nicht aufhalten - aber er ist ein essentieller Baustein im komplexen Beziehungs- und Regulationsnetzwerk.

    Das vom Land Sachsen-Anhalt geförderte Forschungsprojekt „Untersuchungen und Wissenstransfer zum nachhaltigen Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner in peri-urbanen und ländlichen Gebieten“ läuft noch bis Ende 2026. Kooperationspartner sind das Biosphärenreservat Drömling mit den Drömlingsgemeinden sowie die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Dessau-Roßlau.

    Für Rückfragen oder weitere Informationen zum Projekt wenden Sie sich bitte an:
    Prof. Dr. Annett Baasch, Projektleiterin
    Hochschule Anhalt
    annett.baasch@hs-anhalt.de

    Meldungen zur Sichtung des Großen Puppenräubers in Sachsen-Anhalt bitte an:
    Dr. Peer Hajo Schnitter
    Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt
    Peer.Schnitter@lau.mwu.sachsen-anhalt.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Annett Baasch, Projektleiterin
    Hochschule Anhalt
    annett.baasch@hs-anhalt.de

    Dr. Peer Hajo Schnitter
    Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt
    Peer.Schnitter@lau.mwu.sachsen-anhalt.de


    Bilder

    Anette Bachmann vom Projektteam der Hochschule Anhalt und Studentin Emma Schröder waren die ersten Personen, die den Großen Puppenräuber fanden.
    Anette Bachmann vom Projektteam der Hochschule Anhalt und Studentin Emma Schröder waren die ersten P ...
    Quelle: Nicolas Dietz

    Nach diesem Fund im Drömling wurde der Käfer auch von weiteren Projektmitarbeitenden und Studierenden sowohl im Drömling als auch im Raum Dessau entdeckt.
    Nach diesem Fund im Drömling wurde der Käfer auch von weiteren Projektmitarbeitenden und Studierende ...
    Quelle: Larysa Popova


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

    Anette Bachmann vom Projektteam der Hochschule Anhalt und Studentin Emma Schröder waren die ersten Personen, die den Großen Puppenräuber fanden.


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    Nach diesem Fund im Drömling wurde der Käfer auch von weiteren Projektmitarbeitenden und Studierenden sowohl im Drömling als auch im Raum Dessau entdeckt.


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