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15.07.2026 13:00

Sechs Spitzenberufungen aus den USA, Großbritannien, Frankreich und der Schweiz

Christian Martin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wübben Stiftung Wissenschaft

    Die Wübben Stiftung Wissenschaft unterstützt mit 6,7 Millionen Euro die Berufung von sechs international renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an deutsche Universitäten. Zu den Fachgebieten zählen Meeresforschung, Evolutionsbiologie, theoretische Physik, theoretische Chemie, Materialchemie und Robotik. Die Forscherinnen und Forscher kommen von der University of Bristol, der Université de Strasbourg, der Swansea University, der ETH Zürich, der Woods Hole Oceanographic Institution in Massachusetts und einem US-Unternehmen für Solarmodule. Mit den internationalen Berufungen sollen strategisch wichtige Forschungsfelder an den deutschen Hochschulen gestärkt werden.

    Die einzelnen Förderungen:

    Gert Aarts: KI zur Untersuchung stark wechselwirkender Materie

    Wie verhält sich Materie unter extremen Bedingungen, wenn ihre Bestandteile sehr stark miteinander interagieren? Dies ist eine der großen ungelösten Fragen der Physik. Um zu ihrer Beantwortung beizutragen, hat die Universität Bielefeld den theoretischen Physiker Gert Aarts von der Swansea University berufen. In jüngerer Zeit hat sich künstliche Intelligenz als leistungsfähiges neues Werkzeug in diesem Forschungsfeld etabliert. Aarts entwickelt generative KI-Methoden, die etablierte Techniken ergänzen und neue Ansätze zur Untersuchung stark wechselwirkender Materie ermöglichen.

    Sinead English: Evolutionäre Antworten auf Umweltveränderungen

    Die Evolutionsbiologin Sinead English wechselt von der University of Bristol an die Universität Mainz. Sie untersucht, wie Umweltbedingungen Gesundheit, Fortpflanzung und Krankheitsübertragung prägen – über verschiedene Lebensphasen und Generationen hinweg. Dabei verbindet sie Evolutionsbiologie, Gesundheitsforschung und Klimaforschung. Ihr Ziel ist es, besser zu verstehen, wie Organismen ihre begrenzten Ressourcen auf Wachstum, Fortpflanzung und Überleben verteilen.

    Matthias Grotevent: Nanomaterialien für die Energiewende

    Der Chemiker Matthias Grotevent entwickelt an der TU Dortmund innovative Nanomaterialien für die Energiewende und miniaturisierte optische Technologien. Seine Forschung könnte die Herstellung von Nanomaterialien grundlegend vereinfachen, leistungsfähigere und günstigere Solarzellen ermöglichen sowie neue Anwendungen in tragbarer Elektronik und kleinen Satelliten eröffnen. So plant er unter anderem langfristig ein vollständig miniaturisiertes Infrarot-Spektrometer zu entwickeln, das sich in Smartphones integrieren lässt.

    Stefano Mintchev: Interaktive Drohnen für die Landwirtschaft

    Stefano Mintchev, Robotik-Experte, wechselt von der ETH Zürich an die Universität Bonn. Er forscht an Robotern, die sich selbstständig in komplexen natürlichen Umgebungen bewegen. Dank flexibler Materialien, taktiler Sensoren und intelligenter Steuerung sollen die von ihm entwickelten Drohnen Hindernisse erkennen, Kollisionen überstehen und sicher mit empfindlichen Pflanzen, Früchten und Blättern umgehen können.

    Emanuele Penocchio: Moleküle in Motoren verwandeln

    Emanuele Penocchio wird an der Universität Mainz die theoretischen und computergestützten Methoden entwickeln, die erforderlich sind, um chemische Prozesse unter Nichtgleichgewichtsbedingungen systematisch vorherzusagen, zu gestalten und zu programmieren. Der Nutzen reicht von effizienteren Katalysatoren und einer saubereren, elektrifizierten chemischen Produktion bis hin zu Materialien, die Energie aus ihrer Umgebung nutzen. Emanuele Penocchio kommt vom Institut für Supramolekulare Wissenschaft und Ingenieurwesen der Université de Strasbourg, wo er ein Marie-Skłodowska-Curie-Postdoktorandenstipendium innehat.

    Masako Tominaga: Den Tiefseeboden erforschen

    Die Meeresgeophysikerin Masako Tominaga wechselt von der renommierten Woods Hole Oceanographic Institution als Professorin für Meeresgeologie an die Universität Bremen und dessen Forschungszentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM. Sie erforscht den Aufbau des Meeresbodens und die darunter liegenden Schichten sowie die Prozesse, die in der Tiefsee die Ozeane, das Klima und marine Ökosysteme beeinflussen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Wärme, Wasser und chemische Stoffe durch die Erdkruste unter dem Ozean transportiert werden und welche Folgen dies für die Umwelt über unterschiedliche räumliche und zeitliche Skalen hinweg hat.

    „Mit unseren Förderprogrammen ermöglichen wir Universitäten, internationalen Spitzenwissenschaftler:innen Angebote zu machen, die für einen Wechsel nach Deutschland oft ausschlaggebend sind," sagt Marion Müller, Geschäftsführerin der Wübben Stiftung Wissenschaft. Die Stiftung übernimmt nicht nur Personal- und Ausstattungskosten, sondern unterstützt auch Onboarding- und Dual-Career-Maßnahmen für die Forschenden und ihre Familien. Gerade bei Berufungen aus dem Ausland sind solche Hilfen entscheidend, da viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weder die deutsche Sprache noch die Strukturen des Wissenschaftssystems kennen.
    15 Prozent der insgesamten Fördersumme wird für Onboarding-Mittel zur Verfügung gestellt.


    Weitere Informationen:

    https://www.wuebben-stiftung-wissenschaft.org/news/sechs-spitzenberufungen-aus-d...


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Chemie, Geowissenschaften, Meer / Klima, Physik / Astronomie
    überregional
    Personalia, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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