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24.07.2026 13:30

100 Jahre Internationaler Ferienkurs der Universität Heidelberg

Katrina Jordan Kommunikation und Marketing
Universität Heidelberg

    Um die internationale Isolation Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg zu überwinden und den Austausch zwischen jungen Menschen zu fördern, richtete die Universität Heidelberg 1926 ihren Internationalen Ferienkurs ein. Was mit 60 Gaststudierenden begann, ist heute – 100 Jahre später – der älteste und einer der größten Ferienkurse an einer deutschen Hochschule. Im Jubiläumsjahr werden erneut mehr als 430 junge Menschen aus aller Welt in Heidelberg erwartet. Vom 29. Juli bis 28. August 2026 lernen sie in Kursen, Seminaren und Vorträgen sowie in einem umfangreichen Rahmen- und Exkursionsprogramm die deutsche Sprache und Kultur kennen.

    Pressemitteilung
    Heidelberg, 24. Juli 2026

    100 Jahre Internationaler Ferienkurs der Universität Heidelberg
    Im Jahr 1926 kamen erstmals 60 Gäste aus dem Ausland – Heute ist der Kurs einer der größten seiner Art in Deutschland

    Um die internationale Isolation Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg zu überwinden und den Austausch zwischen jungen Menschen zu fördern, richtete die Universität Heidelberg 1926 ihren Internationalen Ferienkurs ein. Was mit 60 Gaststudierenden begann, ist heute – 100 Jahre später – der älteste und einer der größten Ferienkurse an einer deutschen Hochschule. Im Jubiläumsjahr werden erneut mehr als 430 junge Menschen aus aller Welt in Heidelberg erwartet. Vom 29. Juli bis 28. August 2026 lernen sie in Kursen, Seminaren und Vorträgen sowie in einem umfangreichen Rahmen- und Exkursionsprogramm die deutsche Sprache und Kultur kennen.

    „Der Internationale Ferienkurs der Universität Heidelberg war von Beginn an ein Erfolgsmodell. Er bietet jedes Jahr hunderten jungen Menschen aus aller Welt nicht nur die Möglichkeit, Deutsch zu lernen, sondern auch das Land, die Stadt und die Kultur kennenzulernen“, betont Prof. Dr. Marc-Philippe Weller, Prorektor für Internationales und Diversität der Ruperto Carola. Dazu trage seit dem Start vor 100 Jahren die Kombination aus Sprachkursen, wissenschaftlichen Vorträgen, Konzerten und einem kurzweiligen Programm mit kulturellen und geselligen Veranstaltungen bei. „Unsere Absolventinnen und Absolventen verlassen Heidelberg als Botschafterinnen und Botschafter für unsere Stadt und unsere Universität“, so Dr. Alexander Au, Leiter des Dezernates für Internationale Beziehungen. Wie begeistert die Teilnehmenden sind, zeige sich nicht zuletzt daran, dass viele von ihnen später zum Studium nach Heidelberg zurückkehren.

    Die Idee, einen Ferienkurs für ausländische Studierende einzurichten, entstand nach dem Ersten Weltkrieg. Viele Wissenschaftler der Universität Heidelberg – darunter renommierte Forscher wie Alfred Weber, Edgar Salin und Arnold Bergsträsser – wollten den in dieser Zeit brach liegenden internationalen Austausch wiederbeleben. 1922 und 1923 entstanden aus dieser Initiative erste Kurse für skandinavische Studierende. 1926 lud die Ruperto Carola zum ersten „Ferienkurs für Ausländer“ ein. 60 Gaststudierende kamen hierfür nach Heidelberg. Die Kombination aus Sprachunterricht und umfangreichem Rahmenprogramm erwies sich als äußerst attraktiv: Schon im zweiten Jahr hatte sich die Zahl der Teilnehmenden verdreifacht, bis 1930 auf 300 verfünffacht.

    In der Zeit des Nationalsozialismus wurden zehn der 40 Professoren, die Lehrveranstaltungen beim Ferienkurs anboten, aus dem Dienst entfernt – unter anderem Karl Jaspers und Walter Jellinek. Die Nationalsozialisten missbrauchten das Angebot für ihre Propaganda, die Teilnehmerzahlen gingen zurück. In den Kriegsjahren 1940 und 1941 fiel der Kurs aus, zwischen 1942 und 1945 kamen Teilnehmende ausschließlich aus verbündeten oder besetzten Gebieten. Die Neuauflage des Kurses nach dem Zweiten Weltkrieg richtete sich dann gleichermaßen an Studierende aus dem Ausland und aus Deutschland. Das gemeinsame Programm sollte zur Versöhnung beitragen. Ab 1949 fand der Ferienkurs wieder im herkömmlichen Format statt – ausschließlich mit internationalen Gästen.

    Von Anfang an für Menschen aus allen Nationen konzipiert, kamen die Teilnehmenden des Kurses zunächst vor allem aus den USA und Europa. So finden sich auf einer Teilnehmerliste aus dem Jahr 1928 jeweils 55 Studierende aus den USA und aus Großbritannien. Die andere Hälfte der insgesamt 222 Besucherinnen und Besucher teilte sich vor allem auf westeuropäische Länder auf, während aus Indien, Japan, Südafrika und Russland vereinzelt Teilnehmende kamen. Über die Jahrzehnte änderte sich die Zusammensetzung des Kurses stetig: In den 1980er und 1990er Jahren kamen viele Gäste aus Italien, ab Ende der 1980er Jahre wuchs der Anteil der Studierenden aus Osteuropa. Mittlerweile kommen viele Teilnehmende aus Asien. So werden in diesem Jahr 82 Gäste aus China erwartet und 59 aus Taiwan. Insgesamt können im Jubiläumsjahr Teilnehmende aus 66 Ländern und von nahezu allen Kontinenten begrüßt werden.

    Zu Beginn des 21. Jahrhunderts lagen die Teilnahmezahlen des Internationalen Ferienkurses zwischen 500 und über 700. Die Coronapandemie führte 2020 zu einer Zwangspause – in der Folge nahm das Angebot mit einer kleineren Teilnehmerzahl wieder Fahrt auf. Seitdem steigt das Interesse wieder konstant. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) trägt wesentlich zum Erfolg bei. Jährlich gewährt er 150 bis 200 jungen Menschen ein Stipendium, mit dem diese am Kurs teilnehmen können. Etwa 60 weitere Gaststudierende kommen von befreundeten Hochschulen, mit denen zum Teil langjährige Kooperationen bestehen.

    Die gut 430 Gäste, die sich in diesem Jahr zum Kurs mit dem Rahmenthema „Deutschland, zwischen europäischer Verantwortung und globalen Herausforderungen“ in Heidelberg einfinden, werden größtenteils in Studierendenwohnheimen und Privatunterkünften untergebracht. Eine bedeutende Rolle spielen hierbei Gastfamilien. „Mit einem Zimmer bieten diese weit mehr als nur Wohnraum. Sie tragen dazu bei, dass sich unsere internationalen Gäste in Heidelberg willkommen fühlen, und eröffnen zugleich die Möglichkeit zu bereichernden Begegnungen und einem lebendigen kulturellen Austausch“, so Melanie Le Touze, Akademische Leiterin des Internationalen Ferienkurses.

    Hinweis an die Redaktionen:
    Geschichte und Perspektiven des Internationalen Ferienkurses der Universität Heidelberg werden Thema der Podiumsveranstaltung „100 Jahre Ferienkurs: Ein Blick zurück in die Zukunft“ sein, die am Donnerstag, 20. August 2026, in Hörsaal 13 der Neuen Universität stattfindet; Beginn ist um 17.15 Uhr. Vertreterinnen und Vertreter der Presse sind hierzu herzlich eingeladen.


    Weitere Informationen:

    https://www.uni-heidelberg.de/de/international/internationaler-ferienkurs Internationaler Ferienkurs Uni Heidelberg


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende
    Sprache / Literatur
    überregional
    Organisatorisches, Studium und Lehre
    Deutsch


     

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