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30.07.2026 11:35

Großbetriebe bei Auszubildenden beliebter als Kleinst-betriebe

Dr. Jutta Gröschl Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

    Die Schere zwischen den Auszubildendenzahlen der Groß- und der Kleinstbetriebe (bis zu 9 Beschäftigte) geht immer weiter auseinander: Waren in 2011 noch 20,6 % der Auszubildenden in Kleinst- und 25,9 % in Großbetrieben beschäftigt, fanden sich zum Jahreswechsel 2025/26 in den Kleinstbetrieben nur noch 13,4 % aller Auszubildenden, in den Großbetrieben hingegen 32,2 %. Diese Entwicklung führt dazu, dass immer weniger Kleinstbetriebe ihren Fachkräftebedarf über ihre eigene betriebliche Berufsausbildung decken können. Dabei stellen diese Unternehmen mit 83,3 % die größte Gruppe unter allen Unternehmen dar.

    Die Anzahl der Auszubildenden in der gewerblichen Wirtschaft und in den Freien Berufen steigt seit 4 Jahren kontinuierlich. Ende Dezember 2025 befanden sich rund 1,53 Millionen (junge) Erwerbstätige in einem Ausbildungsverhältnis.

    "Von dieser Entwicklung profitieren jedoch nicht die Kleinstbetriebe, die immerhin mit über 83 % den größten Anteil an allen Unternehmen stellen. Im Gegenteil: Seit 15 Jahren sinkt kontinuierlich die Anzahl der Auszubildenden in den Betrieben mit bis zu 9 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Im Gegenzug nimmt die Anzahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den Großbetrieben zu", berichtet Dr. André Pahnke. Zum Jahreswechsel 2025/26 waren in den Kleinstbetrieben 13,4 % aller Auszubildenden zu finden, in den Großbetrieben hingegen 32,2 %. In 2011 waren noch 20,6 % der Auszubildenden in Kleinst- und 25,9 % in Großbetrieben beschäftigt.

    Da sich in den kleinen Betrieben (10 bis 49 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte) 27,1 % der Auszubildenden und in den mittleren Betrieben (50 bis 249 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte) 27,4 % der Auszubildenden befinden, stellen die Kleinst-, Klein- und Mittelgroßbetriebe insgesamt mit 67,8 % weiterhin die meisten Ausbildungsplätze zur Verfügung.

    Kleinstbetriebe sind weniger attraktiv für qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber
    Der negative Ausbildungstrend bei den Kleinstbetrieben kann grundsätzlich nicht mit einer sinkenden Ausbildungsbereitschaft der Kleinstbetriebe gleichgesetzt werden. "Häufig bieten Kleinstbetriebe nur einen einzigen Ausbildungsplatz an. Ist dieser am Jahresende nicht besetzt, fallen sie als Ausbildungsbetrieb aus der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit heraus. Dadurch entsteht der Eindruck, sie würden weniger ausbilden", so der IfM-Wissenschaftler. Eine frühere IfM-Studie hat zudem gezeigt, dass die Kleinstbetriebe immer seltener geeignete Bewerberinnen und Bewerber finden – nicht zuletzt, weil sie für solche mit (sehr) guten Qualifikationen offenkundig weniger attraktiv sind. Das Problem: Auf Dauer besteht die Gefahr, dass immer mehr Kleinstbetriebe ihren Fachkräftebedarf nicht über ihre eigene betriebliche Berufsausbildung decken können.


    Weitere Informationen:

    https://www.ifm-bonn.org/statistiken/mittelstand-im-einzelnen/auszubildende


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    Verteilung der Auszubildenden auf die einzelnen Betriebsgrößenklassen
    Verteilung der Auszubildenden auf die einzelnen Betriebsgrößenklassen

    Copyright: IfM Bonn


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

    Verteilung der Auszubildenden auf die einzelnen Betriebsgrößenklassen


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