idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo


Instanz:
Teilen: 
03.08.2026 13:33

Neues Forschungsprojekt untersucht den Potsdamer Telegrafenberg und die Sternwarte Babelsberg zwischen 1930 und 1950

Marion Schlöttke Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)

    Jaromír Balcar erforscht seit dem 1. August 2026 am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam die Geschichte bedeutender naturwissenschaftlicher Forschungseinrichtungen der Stadt in Zeiten politischer Zäsuren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dazu zählen das Geomagnetische Institut Potsdam mit dem Meteorologisch-Magnetischen Observatorium Potsdam, das Astrophysikalische Observatorium Potsdam und das Geodätische Institut Potsdam; hinzu kommt die Sternwarte Babelsberg, die 1913 aus Berlin verlegt worden war. Der Impuls zur Erforschung dieser bislang weitgehend unbekannten Vergangenheit kam von den heutigen vier Forschungseinrichtungen auf dem Telegrafenberg.

    Unter dem Titel „Forschung im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik. Der Potsdamer Telegrafenberg und die Sternwarte Babelsberg 1930–1950“ geht der Historiker Jaromír Balcar am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) in den kommenden drei Jahren der Geschichte von weit über die Stadt hinaus bekannten naturwissenschaftlichen Einrichtungen auf den Grund.

    Der Fokus liegt auf dem zweifachen Umbruch von 1933 und 1945. Der gewählte Untersuchungszeitraum eröffnet eine doppelte Vergleichsperspektive: synchron zwischen den Forschungseinrichtungen, diachron zwischen der Endphase der Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus und der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) bzw. der frühen DDR, wobei der Schwerpunkt auf der NS-Diktatur liegen wird. Über die beiden politischen Zäsuren hinweg sollen personelle, organisatorische und epistemologische Kontinuitäten und Brüche herausgearbeitet werden.

    Inhaltlich konzentriert sich die Untersuchung auf drei Felder: Das erste behandelt die Institute und ihr Personal in der NS-Zeit. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie Politik und Ideologie Organisation und Inhalt der Forschung beeinflussten und wie sich die untersuchten Institute und ihr Personal an die damit verbundenen Herausforderungen anpassten. Das zweite Untersuchungsfeld beschäftigt sich mit dem Schicksal der Opfer der NS-Diktatur: Wer geriet in den Fokus der NS-Verfolgungsapparate, welche Verfolgungsgründe lassen sich dabei unterscheiden und wie wirkte sich dies auf die Biographien der Betroffenen aus? Das dritte Untersuchungsfeld beleuchtet die Nachkriegszeit, in der sich die Institute vor allem mit drei Problemen konfrontiert sahen: erstens einem eklatanten Mangel an Ressourcen, zweitens der forcierten Umgestaltungspolitik durch die Besatzungsmacht und drittens einem sich stetig verschärfenden Personalmangel. Zudem ist zu klären, wie man auf dem Telegrafenberg mit der NS-Vergangenheit und dem belasteten Personal umging.

    Die Leitung des Projekts liegt bei Jutta Braun und Winfried Süß, Leiterin und Leiter der Abteilung „Regime des Sozialen“ am ZZF Potsdam. Es wird gefördert von der Nutzergemeinschaft Wissenschaftspark Albert Einstein, zu der das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP), das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung und das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) gehören. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre.

    Jaromír Balcar lehrt als Privatdozent Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Bremen und hat mehrere Jahre im Forschungsprogramm zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft mitgearbeitet. Er hat zahlreiche Publikationen zur Parteiengeschichte, zur Besatzungspolitik, zur Rolle der Finanzverwaltung bei der Judenverfolgung und zur Wissenschaftsgeschichte vorgelegt.

    Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des ZZF https://zzf-potsdam.de/wissenstransfer/presse

    Mit Rückfragen zum Projekt wenden Sie sich bitte an:

    Priv.-Dozent Dr. Jaromír Balcar
    Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
    Am Neuen Markt 1
    14467 Potsdam
    e-mail: balcar@zzf-potsdam.de
    Telefon: 0331 28991-77


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Priv.-Dozent Dr. Jaromír Balcar, balcar@zzf-potsdam.de


    Weitere Informationen:

    https://zzf-potsdam.de/forschung/projekte/der-potsdamer-telegrafenberg-und-die-s... - mehr zum Projekt
    https://zzf-potsdam.de - zur Website des ZZF Potsdam


    Bilder

    Der Telegrafenberg in Potsdam mit dem Gelände des Geoforschungszentrums Potsdam im Vordergrund.
    Der Telegrafenberg in Potsdam mit dem Gelände des Geoforschungszentrums Potsdam im Vordergrund.
    Quelle: Kemistrystorm
    Copyright: Kemistrystorm, CC0, via Wikimedia Commons


    Anhang
    attachment icon Neues Forschungsprojekt untersucht den Potsdamer Telegra-fenberg und die Sternwarte Babelsberg zwischen 1930 und 1950

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Geschichte / Archäologie, Politik
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Der Telegrafenberg in Potsdam mit dem Gelände des Geoforschungszentrums Potsdam im Vordergrund.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).