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05.08.2026 10:16

Neue Studie: Vier Strategien gegen autoritäre Eingriffe in die Wissenschaft

Jens Rehländer Stabsreferat Kommunikation
VolkswagenStiftung

    Artikel 5 des Grundgesetzes schützt die Freiheit von Forschung und Lehre. Doch dieser normative Schutz allein reicht aus Sicht des international renommierten Rechtswissenschaftlers Christoph Möllers nicht aus: Regierungen können über Finanzierung, Aufsicht oder Personalentscheidungen Druck auf wissenschaftliche Einrichtungen ausüben.

    Im Auftrag der VolkswagenStiftung hat Möllers zusammen mit Max Lenz und Nils Weinberg die Studie "Autoritäre Bedrohungen der Wissenschaftsfreiheit" verfasst. Sie erscheint am 5. August 2026 im Wallstein Verlag.

    Die Entwicklungen in Ungarn und den USA zeigen, wie autoritäre Politik Hochschulen und Forschungseinrichtungen auch indirekt schwächen kann – etwa durch blockierte Fördermittel, politisch beeinflusste Berufungen, Missbrauch von Aufsichtsrechten oder den Aufbau gesteuerter Konkurrenz zwischen Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen.

    Gegen politische Einflussnahme empfehlen die Verfasser der aktuellen Studie vier Strategien:

    1. Vetomöglichkeiten begrenzen

    Gremien brauchen klare Mehrheitsregeln, nachvollziehbar dokumentierte Entscheidungen und Verfahren, um auch bei gezielten Blockaden aus der Politik handlungsfähig zu bleiben.

    2. Wissenschaftliche Entscheidungen entpolitisieren

    Bei Förderungen, Berufungen und der Wahl von Hochschulleitungen müssen fachliche Kriterien Vorrang vor politischen oder standortbezogenen Interessen haben. Staatliche Aufsichts- und Notfallbefugnisse sollten klar begrenzt sein.

    3. Rechte gemeinsam durchsetzen

    Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sollten Rechtskonflikte koordinieren, Wissen bündeln und solidarisch handeln. Mehr gesicherte Arbeitsverhältnisse könnten den Mut zum Durchsetzen bestehender Rechte stärken.

    4. Wissenschaftsfreiheit durch starke Leitungen sichern

    Präsidien, Rektorate und Direktorien müssen die Freiheit von Forschung und Lehre aktiv verteidigen – auch dann, wenn wissenschaftliche Positionen politisch unerwünscht oder öffentlich umstritten sind.

    Dr. Georg Schütte, Vorstand der VolkswagenStiftung: "Es ist das Verdienst dieser Studie, nicht nur die politischen Einflussmöglichkeiten aus Sicht der Rechtswissenschaft zu analysieren. Sie gibt Hochschulen und Forschungseinrichtungen auch konkrete Empfehlungen, wie sie ihre Widerstandskraft stärken können. So bleiben Entscheidungswege, Leitungsstrukturen und rechtliche Verfahren auch unter politischem Druck tragfähig."

    Christoph Möllers, Max Lenz und Nils Weinberg: "Autoritäre Bedrohungen der Wissenschaftsfreiheit", 203 Seiten, Wallstein Verlag, Göttingen.

    Mehr Informationen zur Studie finden Sie auf der Website der VolkswagenStiftung: https://www.volkswagenstiftung.de/de/news/aktuelles/wissenschaftsfreiheit-schuet...

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    Die VolkswagenStiftung ist eine eigenständige, gemeinnützige Stiftung privaten Rechts mit Sitz in Hannover. Sie ist die größte private deutsche wissenschaftsfördernde Stiftung und eine der größten Stiftungen hierzulande überhaupt. Ihre Mittel vergibt sie ausschließlich an wissenschaftliche Einrichtungen. In den mehr als 60 Jahren ihres Bestehens hat die VolkswagenStiftung rund 36.000 Projekte mit insgesamt mehr als 7,5 Mrd. Euro gefördert. Auch gemessen daran zählt sie zu den größten gemeinnützigen Stiftungen privaten Rechts in Deutschland.

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    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Christoph Möllers
    sekretariat.moellers.rewi@lists.hu-berlin.de


    Originalpublikation:

    Autoritäre Bedrohungen der Wissenschaftsfreiheit
    Christoph Möllers, Max Lenz und Nils Weinberg
    Wallstein Verlag
    ISBN 978-3-8353-6237-6


    Weitere Informationen:

    https://www.volkswagenstiftung.de/de/news/pressemitteilung/neue-studie-vier-stra... Die Presseinformation im Internet.


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    fachunabhängig
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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