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06.08.2026 09:37

Neuer Index verbessert die Erfassung von Waldökosystemen

Referat Medien- und Öffentlichkeitsarbeit Abteilung 2
Universität Hamburg

    Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung des Fachbereichs Biologie der Universität Hamburg schlägt erstmals einen Index vor, der Moose, Flechten und andere bisher nicht einbezogene Pflanzen bei der Vermessung von Wäldern systematisch erfasst. Der neue Ansatz könnte beispielsweise Klimamodelle verbessern und wurde in der Fachzeitschrift „New Phytologist“ veröffentlicht.

    Wälder werden regelmäßig vermessen, um ihren Zustand und die Entwicklung des Ökosystems zu überwachen. Dafür nutzen Forschende den sogenannten Blattflächenindex (Leaf Area Index, LAI) der zeigt, wie dicht das Blätterdach ist und wie viel Licht es aufnimmt. Auf dieser Grundlage lassen sich Photosynthese und Wasserverdunstung von einzelnen Bäumen bis auf globaler Ebene beschreiben. Dies lässt jedoch einen wichtigen Bestandteil außer Acht: Epiphyten – also Moose, Flechten, Farne, Bromelien und andere Pflanzen, die auf Ästen und Stämmen von Bäumen wachsen. Diese nehmen Wasser und Licht auf, beeinflussen das Mikroklima im Kronendach und reagieren oft empfindlicher auf Trockenheit oder Hitze als ihre Wirtsbäume. Dadurch liefern sie wichtige Hinweise darauf, wie sich Wälder im Klimawandel verändern.

    In ihrer Studie schlagen Forschende der State University in Cleveland, der University of Kentucky und der Universität Hamburg mit dem Epiphyten-Flächenindex (Epiphyte Area Index, EAI) eine neue Messgröße vor. Er ergänzt den bisher verwendeten Blattflächenindex, indem er die die Fläche der Epiphyten beschreibt und ihren Beitrag zu den Funktionen von Wäldern systematisch messbar macht. Damit schaffen die Forschenden eine Grundlage, Wasser- und Stoffkreisläufe sowie den Energiehaushalt von Wäldern künftig besser zu erfassen. Langfristig soll der neue Index dazu beitragen, Erdsystem- und Klimamodelle zu verbessern.

    „Die Epiphyten werden häufig nur als Begleitvegetation wahrgenommen, sind aber ein eigenständiger und funktionell wichtiger Bestandteil vieler Waldökosysteme“, sagt der Co-Autor der Studie, Prof. Dr. Philipp Porada vom Fachbereich Biologie der Universität Hamburg.

    Wie der neue Index funktioniert

    Die Feldmessungen wurden am Skidaway Institute of Oceanography der University of Georgia (USA) durchgeführt. Für die Studie entwickelten die Forschenden einen Messansatz auf Basis von terrestrischem Laserscanning (TLS). Dabei handelt es sich um ein Messverfahren, bei dem ein am Boden aufgestellter Scanner seine Umgebung mit Laserstrahlen abtastet. Der Scanner misst die Entfernung zu Oberflächen und aus Millionen von Messpunkten entsteht ein detailliertes 3D-Modell der Umgebung.

    Der vorgestellte Index ist zunächst als Machbarkeitsnachweis zu verstehen. Er eignet sich zunächst insbesondere für relativ offene Waldbestände mit gut erkennbaren Epiphyten. Für dichtere Wälder oder komplexere Wuchsformen sind weitere Validierungen erforderlich.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Philipp Porada
    Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften
    Fachbereich Biologie
    Ökologische Modellierung
    Tel.: +49 40 2395-21478
    E-Mail: philipp.porada@uni-hamburg.de


    Originalpublikation:

    Wischmeyer, C., Gotsch, S.G., Porada, P. and Van Stan, J.T., II (2026), The case for an epiphyte area index. New Phytol.
    https://doi.org/10.1111/nph.71435


    Weitere Informationen:

    https://www.min.uni-hamburg.de/ueber-die-fakultaet/aktuelles/2026/0805-index-eai...


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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