Indischer Botschafter S.E. Ajit Vinayak Gupte zu Gast in Potsdam / Staatssekretär Tobias Dünow im Austausch über gemeinsame Zukunftsthemen
Brandenburgs Wissenschaftsstaatssekretär Tobias Dünow hat heute den indischen Botschafter S.E. Ajit Vinayak Gupte bei seinem Besuch der Universität Potsdam und des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung (IAP) im Potsdam Science Park begleitet. An dem Termin nahmen auch Burkhard Exner, Beigeordneter und Bürgermeister der Stadt Potsdam, Agnes von Matuschka, Geschäftsführerin der Standortmanagement Golm GmbH, sowie Prof. Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam, teil. Bei dem Besuch ging es unter anderem um die deutsch-indischen Kooperationsbeziehungen im Bereich Forschung, Lehre und Innovation sowie um die Bedeutung indischer Studierender für Brandenburg.
Staatssekretär Tobias Dünow betonte im Anschluss die Bedeutung der wissenschaftlichen Beziehungen zu Indien: „Der Besuch des indischen Botschafters unterstreicht das gemeinsame Interesse daran, die Beziehungen zwischen Indien und Brandenburg weiterzuentwickeln. Die Gespräche in Potsdam haben dafür wichtige Impulse gegeben. Indien ist ein dynamischer, wissenschaftlich hoch leistungsfähiger und innovationsstarker Partner. Wenn wir unsere Stärken zusammenbringen, können daraus neue, innovative Kooperationen entstehen. Die besten Partnerschaften entstehen dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, gemeinsam forschen und voneinander lernen. Genau das konnten wir heute erleben. Wir wollen aus guten Kontakten noch stärkere Partnerschaften machen – zwischen unseren Hochschulen und Forschungseinrichtungen, aber auch zwischen Start-ups, Unternehmen und den Menschen, die hinter diesen Kooperationen stehen. Brandenburg freut sich darauf, diesen Dialog fortzusetzen und die Zusammenarbeit mit Indien in den kommenden Jahren weiter zu vertiefen.“
S.E. Ajit Vinayak Gupte, Botschafter der Republik Indien: „Indien und Brandenburg haben ein starkes gemeinsames Interesse daran, die Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Innovation voranzutreiben. Die Bandbreite und Qualität des brandenburgischen Innovationsökosystems sind bemerkenswert, und wir sehen zahlreiche Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit unserer Institutionen. Besonderes Potenzial liegt in der gemeinsamen Forschung, der Mobilität von akademischen Fachkräften und engeren Verbindungen zwischen brandenburgischen Forschungseinrichtungen und indischen Start-ups. Die laufende Zusammenarbeit zwischen Brandenburg und Uttarakhand ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie solche Partnerschaften zu bedeutenden Ergebnissen führen können. Ich freue mich darauf, unseren Dialog weiter voranzutreiben und die heutigen Gespräche in für beide Seiten vorteilhafte Ergebnisse umzusetzen.“
Im Mittelpunkt des Besuchs standen Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte sowie der Austausch über die Zusammenarbeit zwischen brandenburgischen Wissenschaftseinrichtungen und indischen Partnern:
• Am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) erhielt die Delegation Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte, etwa zu nachhaltigen und biobasierten Kunststoffen, neuen Leichtbaumaterialien und Carbonfasern. Ein Schwerpunkt des Instituts liegt auf der Bioökonomie und der Kreislaufwirtschaft. Das IAP entwickelt Polymere aus nachwachsenden Rohstoffen und arbeitet daran, Materialien nachhaltiger, recyclingfähiger und ressourcenschonender zu machen.
• Im Potsdam Science Park wurde den Besuchern vermittelt, wie eng Forschung, wissenschaftliche Einrichtungen, Start-ups und Unternehmen miteinander verbunden sind. Brandenburgs größter Forschungsstandort umfasst den Campus Golm der Universität Potsdam, zwei Fraunhofer- und drei Max-Planck-Institute sowie 50 Unternehmen und Start-ups.
• Beim Besuch des Start-ups CanChip GmbH konnte der Botschafter zudem innovative Anwendungen und die Dynamik der brandenburgischen Gründungslandschaft kennenlernen. Das junge Biotechnologie-Unternehmen steht exemplarisch für die Innovationskraft am Standort.
• An der Universität Potsdam informierte sich die Delegation über internationale Studienangebote und Forschungsbereiche der Universität. Vorgestellt wurden bspw. der Masterstudiengang CLEWS (Climate, Earth, Water, Sustainability) sowie aktuelle Forschungsvorhaben in den Bereichen Umweltwissenschaften, Geografie und Informatik. Zum Abschluss gab es einen direkten Austausch des Botschafters mit indischen Promovierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Potsdam.
Indische Studierende bilden mit knapp 3.000 Immatrikulierten die größte Gruppe ausländischer Studierender an den brandenburgischen Hochschulen. Im Januar 2026 hat das Wissenschaftsministerium eine Joint Declaration of Intent mit dem Wissenschaftsministerium des indischen Bundesstaates Uttarakhand unterzeichnet, um die wissenschaftliche Zusammenarbeit weiter zu stärken. Mit der Vereinbarung wurde eine übergreifende Kooperationsbasis auf Länderebene geschaffen, etwa in der Forschung, im Wissens- und Technologietransfer, in der Start-up-Entwicklung oder zur Gewinnung bzw. zum Transfer von Fachkräften. Ziel ist eine langfristige Zusammenarbeit in den Forschungsbereichen Katastrophenvorsorge und Frühwarnsysteme, Datenwissenschaft und Künstliche Intelligenz, digitale Technologien, saubere Energien und Wasserstoffwirtschaft sowie neue Materialien und innovative Fertigung. Das Land Brandenburg unterhält über die Universität Potsdam, die BTU Cottbus-Senftenberg, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung Beziehungen mit zahlreichen indischen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen. Schwerpunkte sind die Gebiete Geologie, Hydrologie, Informatik, neue Materialien und Clean Energy.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
fachunabhängig
überregional
Kooperationen, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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