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13.08.2026 08:53

Ukraine Support Tracker: Europa führt bei Hilfe – US-Waffen bleiben entscheidend

Julia Wacket Kommunikation
Kiel Institut für Weltwirtschaft

    Europa hat seine Hilfszuweisungen an die Ukraine im Mai und Juni 2026 deutlich ausgeweitet. Treiber war der neu eingeführte Ukraine Support Loan, über den die europäischen Institutionen in den beiden Monaten fast 11 Mrd. EUR zuwiesen. Insgesamt fiel die finanzielle und humanitäre Unterstützung jedoch deutlich unter Vorjahresniveau. Zugleich blieb Europa bei der militärischen Hilfe in erheblichem Umfang auf Waffen aus den Vereinigten Staaten angewiesen. Das zeigt das jüngste Update des Ukraine Support Trackers, das Hilfszuweisungen bis einschließlich Juni 2026 erfasst.

    Von den rund 11 Mrd. EUR, die die europäischen Institutionen in den vergangenen zwei Monaten zuwiesen, entfielen 4,3 Mrd. EUR auf militärische Hilfe und 6,7 Mrd. EUR auf finanzielle und humanitäre Hilfe. Sie wurden größtenteils über den neu eingeführten Ukraine Support Loan bereitgestellt. Dieses EU-Darlehen in Höhe von 90 Mrd. EUR soll den Haushalts- und Verteidigungsbedarf der Ukraine in den Jahren 2026 und 2027 decken.

    Auch darüber hinaus kam der Großteil neu zugewiesener Hilfen von europäischen Gebern: Deutschland wies 700 Mio. EUR Militärhilfen zu, Dänemark 600 Mio. EUR und die Niederlande 500 Mio. EUR. Bei der finanziellen und humanitären Hilfe wies das Vereinigte Königreich unter den bilateralen Gebern mit rund 1,5 Mrd. EUR den größten Betrag zu, gefolgt von Schweden mit 360 Mio. EUR und Norwegen mit 140 Mio. EUR.

    Finanzielle und humanitäre Hilfe bleibt unter Vorjahresniveau

    Während das Volumen der militärischen Hilfszuweisungen im ersten Halbjahr 2026 damit nahezu das Niveau des Vorjahres erreichte, blieb die finanzielle und humanitäre Unterstützung deutlich zurück. Der monatliche Durchschnitt lag hier 41 Prozent unter dem Niveau von 2025.

    „Die rasche Einführung des Ukraine Support Loan ist ein positives Signal für die Ukraine“, sagt Taro Nishikawa, Projektleiter des Ukraine Support Tracker. „Von den für 2026 geplanten 16,7 Mrd. EUR an finanzieller Unterstützung werden die Hälfte als Mikrofinanzhilfe und die andere Hälfte über die Ukraine Facility nach Umsetzung der vereinbarten Reformschritte zugewiesen. Diese Schritte voranzutreiben, wird daher entscheidend sein, damit die Mittel wie vorgesehen vollständig zugewiesen werden können.“

    US-Waffen bleiben wesentlicher Pfeiler der europäischen Militärhilfe

    Europa bleibt der größte Geber militärischer Hilfe, während US-Waffen weiterhin eine zentrale Rolle für die europäische Unterstützung der Ukraine spielen. Im ersten Halbjahr 2026 nahm der US-Anteil an der europäischen Militärhilfe weiter zu, sowohl bei Beschaffungen über US-Rüstungsunternehmen als auch bei Lieferungen aus bestehenden US-Militärbeständen, was den wachsenden Bedarf Kyjiws an bestimmten US-Verteidigungssystemen verdeutlicht.

    Europäische Geber beschafften von Januar bis Juni 2026 Militärhilfe im Wert von mindestens 3 Mrd. EUR bei US-Rüstungsunternehmen. Das entspricht rund 30 Prozent der über die Rüstungsindustrie bereitgestellten europäischen Militärhilfe. Im Rahmen der NATO-PURL-Initiative spielten US-Militärbestände eine besonders wichtige Rolle: Mehr als 90 Prozent der über diesen Mechanismus bereitgestellten Militärhilfe stammte aus US-Beständen.

    „Europa ist weiterhin auf den Zugang zu US-Waffensystemen angewiesen, um die militärische Unterstützung der Ukraine aufrechtzuerhalten“, sagt Federico Mellace, leitender Analyst des Ukraine Support Trackers. „Die Vereinigten Staaten bleiben ein wichtiger Lieferant von Systemen wie Patriot, für die es in Europa zurzeit nur begrenzte Alternativen gibt. Langfristig wird entscheidend sein, ob Europa zuverlässige Alternativen zu zentralen US-Verteidigungssystemen entwickeln und produzieren kann, um diese Abhängigkeit schrittweise zu verringern.“

    Über den Ukraine Support Tracker

    Der Ukraine Support Tracker erfasst und quantifiziert militärische, finanzielle und humanitäre Hilfen, die der Ukraine seit dem 24. Januar 2022 (aktuell bis Juni 2026) zugesagt wurden. Berücksichtigt sind 40 Länder, spezifisch die EU-Staaten, die weiteren Mitglieder der G7, Australien, Südkorea, Norwegen, Neuseeland, die Schweiz, die Türkei, China, Taiwan und Indien. Erfasst sind Zusagen, die Regierungen dieser Länder der ukrainischen Regierung gemacht haben; Hilfszusagen der EU-Kommission und der Europäischen Investitionsbank sind separat aufgeführt; private Spenden oder solche internationaler Organisationen wie des IWF sind in der Hauptdatenbank nicht enthalten. Ebenso nicht mitgezählt sind Hilfen an Nachbarländer der Ukraine wie Moldawien oder andere Länder – etwa für die Aufnahme von Geflüchteten.

    Datenquellen sind Bekanntgaben offizieller Regierungsstellen und Berichte internationaler Medien. In Sachmitteln geleistete Hilfe wie zum Beispiel Medizingüter, Lebensmittel oder militärisches Gerät werden anhand von Marktpreisen oder Angaben aus früheren Hilfskampagnen geschätzt. In Zweifelsfällen werden die höheren verfügbaren Werte angesetzt.

    Der Ukraine Support Tracker wird laufend erweitert, korrigiert und verbessert. Anregungen dazu sind sehr willkommen und können gerne an ukrainetracker@kielinstitut.de geschickt werden.

    Mehr Informationen und die kompletten Daten finden Sie auf der Webseite: https://www.kielinstitut.de/de/themen/krieg-gegen-die-ukraine/ukraine-support-tr...


    Mehr zur Methodik des Ukraine Support Trackers steht in einem vertiefenden Kiel Working Paper: https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/the-ukraine-support-tracker-which-c...

    Medienkontakt:
    Julia Wacket
    Chief Communications Officer
    +49 431 8814-411
    julia.wacket@kielinstitut.de

    Kiel Institut für Weltwirtschaft

    Standort Kiel
    Kiellinie 66
    24105 Kiel

    Standort Berlin
    Chausseestraße 111
    10115 Berlin

    Kontakt
    +49 431 8814-1
    www.kielinstitut.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Taro Nishikawa
    Kiel Institute Researcher
    T +49 431 8814-229
    taro.nishikawa@kielinstitut.de

    Federico Mellace
    Kiel Institute Researcher
    federico.mellace@kielinstitut.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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