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13.08.2026 11:24

8,3 Millionen Euro für Forschungsdatenmanagement

Eva Sittig KiNSIS (Kiel Nano, Surface and Interface Science)
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

    Konsortium für Photonen- und Neutronenforschung geht in zweite Förderphase – Kieler Forschende entwickeln Standards, Software und digitale Forschungsinfrastrukturen auf Basis der FAIR-Prinzipien.

    Forschungsdaten aus Experimenten mit Photonen und Neutronen sollen langfristig besser auffindbar, zugänglich und wiederverwendbar sein. Dafür setzt sich das seit 2021 bestehende Konsortium „Daten aus Photonen und Neutronen Experimenten für NFDI“ (DAPHNE4NFDI) ein. Es ist eines von mehreren fachlich ausgerichteten Konsortien der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und bündelt die Expertise von Universitäten und Forschungsinstituten. Auch die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ist beteiligt.

    Für die zweite Förderphase stehen zunächst 8,3 Millionen Euro bis Ende 2028 zur Verfügung. DAPHNE4NFDI gehört damit zu den zehn Konsortien, deren Weiterförderung in der zweiten von insgesamt drei NFDI-Förderrunden beschlossen wurde. Bund und Länder stellen für diese zehn Konsortien von Oktober 2026 bis zunächst Ende 2028 insgesamt rund 71 Millionen Euro bereit. Die Förderentscheidung beruht auf Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

    Von Forschungsdaten zu nutzbaren Daten

    In der Photonen- und Neutronenforschung entstehen große Mengen komplexer Forschungsdaten. Damit Forschende sie für wissenschaftliche Fragen langfristig nutzen können, entwickelt DAPHNE4NFDI Standards und digitale Lösungen, die sich nach den sogenannten FAIR-Prinzipen richten: Daten sollen auffindbar, zugänglich, mit anderen Systemen und Daten verknüpfbar und wiederverwendbar sein. In der ersten Förderphase entstanden unter anderem Empfehlungen für das Forschungsdatenmanagement, etwa zu Metadaten, elektronischen Laborbüchern und Datenkatalogen. Zudem wurde mit der PaN Database ein Metadaten-Katalog für kuratierte Daten aus Photonen- und Neutronenexperimenten aufgebaut. Dort werden Forschungsdaten zusammen mit ihrer Beschreibung und weiteren Metadaten veröffentlicht und dauerhaft zugänglich gemacht. Einen wichtigen Beitrag leistet zudem das Rechenzentrum der CAU: Es betreibt für DAPHNE4NFDI einen Registrierungsdienst für Proben (IGSN Sample Registration Service), der die eindeutige Identifizierung von Proben ermöglicht und so das Forschungsdatenmanagement unterstützt.

    In der zweiten Förderphase soll der Schwerpunkt nun stärker auf der breiten Nutzung der entwickelten Lösungen liegen. Das Konsortium will zudem Qualitätskriterien für Forschungsdaten entwickeln und sich stärker mit anderen NFDI-Konsortien vernetzen.
    „Wir freuen uns sehr über die Förderung durch die DFG. Sie ermöglicht es uns, die Zusammenarbeit zwischen Forschungsinfrastrukturen für die Photonen- und Neutronenforschung, Universitäten und Forschungsinstituten weiter zu stärken. Wir werden digitale Werkzeuge entwickeln, mit denen sich Forschungsdaten besser auffinden und wiederverwenden lassen. Zugleich wollen wir die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz nutzen, um die Forschungsgemeinschaft bei der Weiterentwicklung von Wissenschaft und Technologie zu unterstützen“, sagt Dr. Bridget Murphy, Sprecherin von DAPHNE4NFDI.
    Murphy leitet zugleich Forschungsgruppen an der CAU und am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY). Zudem wurde sie zur außerplanmäßigen Professorin an der Technischen Universität Dortmund ernannt. Gemeinsam mit Dr. Julia Kobus, Co-Sprecherin von DAPHNE4NFDI, wird sie den Beitrag aus Kiel koordinieren, neben der Leitung des Konsortiums.

    Kieler Expertise für Forschungsdaten

    An der CAU arbeiten Murphy und Kobus gemeinsam mit einem Team aus drei Forschenden und mehreren studentischen Hilfskräften für DAPHNE4NFDI. Das Kieler Team entwickelt die Arbeiten des Konsortiums gemeinsam mit den anderen Partnerinstitutionen weiter. In der zweiten Förderphase bringt es seine Expertise insbesondere in den neuen Use Case „Surfaces and Interfaces“ ein. Darin entwickeln die Forschenden Datenlösungen für Methoden der Photonen- und Neutronenforschung, die sich auf Oberflächen und Grenzflächen konzentrieren – ein Themenfeld, das eng mit dem Forschungsschwerpunkt KiNSIS – Kiel Nano, Surface and Interface Science verbunden ist.

    Eine wichtige Verbindung zwischen der CAU, KiNSIS und DESY bildet auch das Ruprecht-Haensel-Labor. Die gemeinsame Forschungseinrichtung von CAU und DESY bündelt moderne Instrumente und Methoden der Nanoforschung und ist seit 2022 am DESY angesiedelt. Hinzu kommt eine enge Zusammenarbeit mit der Abteilung Wissenschaftliches Rechnen und Forschungsdaten des Rechenzentrums der CAU. Über die Landesinitiative Forschungsdatenmanagement Schleswig-Holstein steht das Kieler Team zudem im Austausch mit weiteren NFDI-Konsortien im Land.

    Über den Forschungsschwerpunkt KiNSIS

    Im Nanokosmos herrschen andere, quantenphysikalische, Gesetze als in der makroskopischen Welt. Strukturen und Prozesse in diesen Dimensionen zu verstehen und die Erkenntnisse anwendungsnah umzusetzen, ist das Ziel des Forschungsschwerpunkts KiNSIS (Kiel Nano, Surface and Interface Science) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Aus der intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Physik, Chemie, Ingenieur- und Lebenswissenschaften entstehen neue Moleküle und Materialien, Sensoren und Batterien, Quantentechnologien, katalytische Verfahren, medizinische Therapien und vieles mehr. www.kinsis.uni-kiel.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Professor Bridget Murphy
    Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)
    Festkörperphysik
    0431/ 880-5558
    murphy@physik.uni-kiel.de


    Weitere Informationen:

    https://www.uni-kiel.de/de/detailansicht/news/83-millionen-euro-fuer-forschungsd...
    https://www.nfdi.de/erfolg-fuer-nfdi-gwk-beschliesst-weitere-foerderung-aller-ko...
    https://www.daphne4nfdi.de/index.php
    https://www.uni-kiel.de/de/152-daphne
    https://www.uni-kiel.de/de/ruprecht-haensel-labor


    Bilder

    Vorstand von DAPHNE4NFDI vor der Röntgenquelle BESSY III am HZB:
    Vorstand von DAPHNE4NFDI vor der Röntgenquelle BESSY III am HZB:

    Copyright: Zeynep Işıl Işık Dursun

    Von links: Julia Kobus, Prashant Hitaishi und Ali Ashtiani Abdi während der Messzeit am DESY. Das Kieler Team profitiert dabei direkt von den Entwicklungen und Services von DAPHNE4NFDI.
    Von links: Julia Kobus, Prashant Hitaishi und Ali Ashtiani Abdi während der Messzeit am DESY. Das Ki ...

    Copyright: Ali Ashtiani Abdi


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Informationstechnik, Physik / Astronomie, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


     

    Vorstand von DAPHNE4NFDI vor der Röntgenquelle BESSY III am HZB:


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    Von links: Julia Kobus, Prashant Hitaishi und Ali Ashtiani Abdi während der Messzeit am DESY. Das Kieler Team profitiert dabei direkt von den Entwicklungen und Services von DAPHNE4NFDI.


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