KI verändert die Steuerberatung: Sie automatisiert bereits heute Belegerfassung, Datenanalysen und rechtliche Recherchen und schafft damit Effizienzgewinne. Die fachliche Bewertung komplexer Sachverhalte sowie Verantwortung und Haftung bleiben jedoch beim Menschen. Dadurch wandelt sich das Berufsbild: Digitale, kommunikative und innovative Kompetenzen gewinnen an Bedeutung. Die DHBW Villingen-Schwenningen greift diese Entwicklungen im dualen Studium praxisnah auf und vermittelt im Profilfach „Digitalisierung im Steuer- und Prüfungswesen“ zukunftsrelevante Kompetenzen.
Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in steuerliche Prozesse und verändert bereits heute die Art und Weise, wie Steuererklärungen vorbereitet werden. Von der automatisierten Belegerfassung über Datenanalysen bis hin zu Optimierungsvorschlägen versprechen KI-gestützte Anwendungen eine deutliche Zeitersparnis. Doch wie weit reicht diese Entwicklung tatsächlich – und kann die Technologie den Menschen langfristig sogar ersetzen?
Eine Einordnung geben Expert*innen des Studiengangs RSW-Steuern und Prüfungswesen an der DHBW Villingen-Schwenningen. „KI kann heute bereits viele vorbereitende Tätigkeiten in der Steuererklärung unterstützen. Die abschließende steuerliche Bewertung komplexer Sachverhalte bleibt jedoch eine Kernkompetenz des Menschen“, erklärt Prof. Dr. Paula Wellmann. Auch Prof. Dr. Sabrina Kummer betont die Chancen, weist aber auch auf Grenzen der Technologie hin: „Inzwischen lassen sich mit spezifischen KI-Lösungen in kurzer Zeit komplexe rechtliche Gutachten erstellen. Das bringt enorme Effizienzgewinne. Diese Entlastung ist auch deshalb so wichtig für die Kanzleien, weil in der Steuerberatung immer noch Nachwuchsmangel herrscht. Fast die Hälfte der Berufsangehörigen ist aktuell 56 Jahre oder älter. Es kommt also mehr denn je darauf an, hochqualifizierten Nachwuchs auszubilden, der in der Lage ist, KI zielführend einzusetzen und die Ergebnisse einer kritischen Würdigung zu unterziehen – fehlende oder unvollständige Sachverhaltsinformationen oder Eingangsdaten können zu folgenreichen Fehleinschätzungen führen, wenn sie unentdeckt bleiben. Und die Verantwortung dafür trägt der/die Steuerberater*in.“
Neben Effizienzgewinnen rücken damit auch Fragen der Haftung und beruflichen Verantwortung stärker in den Fokus. Steuerliche Sachverhalte sind häufig komplex und bringen mitunter individuelle Auslegungsspielräume mit sich, die sich nicht vollständig automatisieren lassen. Gleichzeitig verändert sich das Berufsbild spürbar: Routinetätigkeiten werden von KI übernommen, während Beratung, Kommunikation und rechtliche Einordnung an Bedeutung gewinnen. Das bringt nicht zuletzt auch erweiterte Kompetenzanforderungen für Berufsträger:innen mit sich, sogenannte Future Skills wie etwa Digital-, Kommunikations- und Innovationskompetenz werden nach Einschätzung der Studiengangsleitung immer wichtiger. „Die Steuerberatung der Zukunft wird nicht verschwinden, aber sie wird sich deutlich verändern. Wer mit KI umgehen kann, wird im Vorteil sein“, so Prof. Dr. Clemens Wangler.
Unterm Strich sehen die Expert*innen die Entwicklung daher differenziert: Künstliche Intelligenz wird die Steuerwelt nachhaltig verändern und Prozesse effizienter gestalten, sie ersetzt jedoch nicht die fachliche Expertise und Verantwortung von Steuerprofis. Vielmehr entsteht ein Zusammenspiel aus technologischer Unterstützung und menschlicher Entscheidungskompetenz – mit entsprechend neuen Anforderungen an Ausbildung und berufliche Praxis.
Durch das duale Studienmodell befinden sich die Studierenden der DHBW Villingen-Schwenningen dabei stets am Puls der Zeit. Der starke Praxisbezug der Studierenden und Lehrenden aus dem Arbeitsalltag sorgen dafür, dass Themen, die dort diskutiert werden, auch ihren Eingang in die Hochschullehre finden. Themen wie Künstliche Intelligenz, Datenanalysen und Prozessoptimierung werden an der DHBW Villingen-Schwenningen im Profilfach „Digitalisierung im Steuer- und Prüfungswesen“ abgebildet, das im direkten Austausch mit den Praxispartnern seitens der Studiengangsleitung kontinuierlich weiterentwickelt und an die Erfordernisse der Praxis angepasst wird. „Das duale Studium verbindet Wissenschaft und Praxis in besonderer Weise. Gerade bei Zukunftsthemen wie Künstlicher Intelligenz zeigt sich der Vorteil dieses Modells sehr deutlich: Unsere Studierenden lernen nicht nur theoretische Grundlagen, sondern erleben deren Anwendung im Unternehmensalltag unmittelbar mit“, sagt Rektor Prof. Dr.-Ing. Lars Meierling.
Die hohe Qualität der Ausbildung an der DHBW Villingen-Schwenningen wird regelmäßig bestätigt: Im Ranking 2025/2026 des manager magazins wurde die Hochschule erneut als beste Hochschule im Bereich Wirtschaftsprüfung ausgezeichnet.
Prof. Dr. Sabrina Kummer
Tel. +49 7720 3906-554
sabrina.kummer@dhbw.de
Prof. Dr. Paula Wellmann
Tel. +49 7720 3906-143
paula.wellmann@dhbw.de
Prof. Dr. Clemens Wangler
Tel. +49 7720 3906-141
clemens.wangler@dhbw.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
Informationstechnik, Wirtschaft
überregional
Studium und Lehre
Deutsch

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