Die Ersten zu sein, war nie ihr Ziel. Und doch sind sie es geworden: Julia Kaeten und Fabian Lignitz haben als erste Studierende den zum Sommersemester 2025 inhaltlich grundlegend umgestalteten Informatik-Masterstudiengang „Informatik – Vertrauenswürdige Systeme“ an der Hochschule Bremerhaven mit 1,0 abgeschlossen. Beide geben ihrerseits Bestnoten für die vermittelten Inhalte, die intensive Betreuung durch ihre Dozent:innen und die Freiheit in der Gestaltung ihrer Module.
Geschafft! Julia Kaeten und Fabian Lignitz haben ihren Master in der Tasche. Die beiden sind die ersten, die den Masterstudiengang „Informatik – Vertrauenswürdige Systeme (IVS)“ an der Hochschule Bremerhaven abgeschlossen haben. Beide bekommen für ihre Masterarbeit zur Untersuchung von Nebenläufigkeitsparadigmen und ihre Auswirkungen auf Laufzeiteigenschaften die Bestnote 1,0. „Wir haben nie geplant, die Ersten zu sein“, sagt Julia Kaeten und lacht. „Aber es ist ein tolles Gefühl, nie mehr eine Haus- oder Abschlussarbeit schreiben zu müssen.“ Sie hat vor ihrem Master bereits an der Hochschule Bremerhaven ihren Bachelor im Studiengang Medizintechnik gemacht; Fabian Lignitz - ebenfalls hier - im Studiengang Wirtschaftsinformatik. Den Masterstudiengang IVS haben sich beide ganz bewusst ausgesucht: „Wir wollten beide einen Master mit Informatikschwerpunkt machen“, sagt Fabian Lignitz.
Ursprünglich gestartet sind sie im Masterstudiengang „Digitalisierung, Innovation und Informationsmanagement (DIIM)“. Dieser sah eine Kombination aus Wirtschaftswissenschaft und Informatik vor – die Studierenden beider Fachkulturen blieben jedoch eher unter sich. Als DIIM 2025 inhaltlich komplett umgestaltet und zum Studiengang „Informatik – Vertrauenswürdige Systeme“ wurde, wechselten die beiden sofort. „Wir wussten frühzeitig von der geplanten Umstellung und haben sozusagen in weiser Voraussicht die Informatikmodule belegt“, erzählt Julia Kaeten. „Und auch aus Interesse“, fügt Fabian Lignitz hinzu. Der 33-Jährige war sogar aktiv an der Umgestaltung des Masters beteiligt: Als Studienkommissionsmitglied im Bachelor hat er die Reakkreditierung von Informatik, Wirtschaftsinformatik und die Änderungsakkreditierung von DIIM zu IVS mitgeformt. „Ich wusste sehr genau, was sich ändern wird. Und ich wollte ja auch, dass der Studiengang zu einem kompletten Informatikmaster umgebaut wird, und habe aktiv daran mitgearbeitet. Also war klar, dass ich auch in den neuen Studiengang wechsle.“ Genau das zeichne den Informatikbereich an der Hochschule Bremerhaven aus, betont Studiengangsleiterin Prof. Dr.-Ing. Karin Vosseberg: „Wenn wir Umgestaltungen in den Studiengängen machen, beziehen wir unsere Studierenden ein und greifen ihre Erfahrungen auf.“
Nachfragen sind jederzeit erwünscht
Der Master „Informatik – Vertrauenswürdige Systeme“ bietet das, was sich Julia Kaeten und Fabian Lignitz gewünscht haben: eine solide Vertiefung der erworbenen Kenntnisse in Informatik mit dem Schwerpunkt auf Vertrauenswürdige Systeme, gepaart mit viel Freiheit. „Anders als an anderen Hochschulen gibt es hier weniger Wahlpflichtmodule, aber dafür mehr Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb der Module“, erklärt die 25-Jährige. „Es ist keine Grundvoraussetzung, dass man einen reinen Informatik-Bachelor hat, sondern es reicht auch einfach großes Interesse für Informatik“, sagt Julia. Sie selbst hat im Bachelor Medizintechnik studiert und durch ein Praxissemester, in dem sie sich mit Medizininformatik befasst hat, die notwendigen Credit Points für die Zulassung gesammelt. „Ich wollte wissen: Ist Informatik und Programmieren etwas für mich, und habe das dann für ein halbes Jahr lang ausprobiert. Ich habe ein Medizingerät programmiert, das Katheter reinigt“, erzählt sie.
Ein besonderes Merkmal des IVS-Masterstudiengangs an der Hochschule Bremerhaven sind zwei große Projekte, in denen die Studierenden in Teams an realen Herausforderungen arbeiten. „Das ist richtig interdisziplinär. Du bist mit einer zusammengewürfelten Gruppe da, jede:r hat Stärken in einem bestimmten Bereich und alle müssen in einem halben Jahr zusammen etwas entwickeln. Das ist eine Herausforderung, aber es macht auch Spaß und man kann unfassbar viel lernen, wenn man sich darauf einlässt, auch mal die eigene Komfortzone zu verlassen“, sagt Julia Kaeten. Fabian Lignitz fügt hinzu: „Man kann sich da richtig austoben und arbeitet in einem klassischen Entwicklungsteam, wie später im Beruf.“
Studierende können eigenes Interesse und Forschungsschwerpunkte einbringen
Die Module bieten einen klaren Rahmen, innerhalb dessen die Studierenden ihre eigenen Themen wählen können. „In IT-Sicherheit haben wir uns unter anderem mit der elektronischen Patientenakte beschäftigt und wie dort Sicherheitsanforderungen umgesetzt werden“, erzählt die 25-Jährige. Während sie in der Vorlesung den erforderlichen Hintergrund vermittelt bekommen hat, konnte sie im dazugehörigen Modul so ihren eigenen Forschungsschwerpunkt einbringen. „Man kann auch jederzeit sagen: ,Moment mal, könnt ihr mir das nochmal erklären?‘ Und da wird sich immer Zeit genommen.“ Für die Hilfsbereitschaft ihrer Kommiliton:innen und für die intensive Betreuung durch ihre Dozent:innen gibt die Absolventin ihrerseits Bestnoten.
Für ihre Abschlussarbeit haben die Zwei das Thema „Nebenläufigkeitsparadigmen und ihre Auswirkungen auf Laufzeiteigenschaften“ gewählt und sich intensiv mit der Frage befasst, wie Laufzeiteigenschaften überhaupt gemessen werden können. Dafür haben sie, wie sie im Vorwort schreiben, ebenfalls ihre Komfortzone verlassen. Stark vereinfacht bedeutet Nebenläufigkeit in der Informatik die Eigenschaft eines Systems, mehrere Aufgaben, Berechnungen, Anweisungen oder Befehle gleichzeitig ausführen zu können. Es kann sich dabei um voneinander unabhängige Anweisungen handeln bis hin zur gemeinsamen Bearbeitung einer Aufgabe. Anders als bei einer linearen Schritt-für-Schritt-Abarbeitung, wo es an der einen oder anderen Stelle immer wieder zu Wartezeiten kommen kann, kann dank Nebenläufigkeit in dieser „Wartezeit“ ein anderer Prozess weitergeführt werden. So ähnlich wie beim Multitasking. „Das ist besonders interessant für Last-Tests“, erklärt Fabian Lignitz. Wenn man damit rechnen kann, dass sehr viele Menschen gleichzeitig auf beispielsweise ein neues Online-Formular zugreifen und es ausfüllen und abschicken werden, kann durch eine geschickte Umsetzung von Nebenläufigkeit dieser Ansturm besser bewältigt werden.
Auch die Dozent:innen haben viel gelernt
Nicht nur Julia Kaeten und Fabian Lignitz, sondern auch ihre Lehrenden Prof. Dr.-Ing. Oliver Radfelder und Prof. Dr.-Ing. Karin Vosseberg, die die Arbeit betreut und benotet haben, konnten ihr Wissen zu diesem Thema erweitern: „Allein in den Diskussionen, die wir – Karin und ich gemeinsam mit Julia und Fabian – über die verschiedenen Modelle geführt haben, hat auch für uns verschiedene Argumentationsstränge verändert. Wir haben durch diese Masterarbeit jetzt zum Teil einen anderen Blick auf asynchrone Nebenläufigkeit. Das bringen wir wiederum in unsere Veranstaltungen mit ein. Auch wir haben da viel gelernt“, betont Oliver Radfelder. „Wir sind schon ein bisschen stolz auf die Zwei und hoffen, dass sie ab und zu zurück an ihre Hochschule und auf den Campus kommen. Beispielsweise zum ,Tag der Informatik‘ und zum ,Tag der Vertrauenswürdigen Systeme‘, bei dem die Studierenden der Informatik, Wirtschaftsinformatik und des Masters ihre Projekte der Öffentlichkeit vorstellen. Dann können wir mit ihnen über ihren weiteren Werdegang diskutieren. Wir freuen uns mich immer, wenn sie uns besuchen.“
Das haben die beiden auch vor, versprechen sie. Die beiden Absolvent:innen waren nicht nur erfolgreiche Studierende, sie haben sich darüber hinaus intensiv in der akademischen Selbstverwaltung der Hochschule Bremerhaven engagiert – im Akademischen Senat, in Fachbereichsräten, Studienkommissionen und im AStA. „Wir kommen bestimmt zu der ein oder anderen Party wieder auf den Campus“, verspricht Julia. Doch jetzt freuen sich beide erst einmal über das Geschaffte und über ihren neuen Lebensabschnitt: „Für mich geht’s sofort in den Beruf im Bereich Green IT nach Rostock. Ich bleibe also am Meer“, sagt Fabian. Julia gönnt sich einen Monat Auszeit: „Ich habe direkt nach dem Abitur angefangen zu studieren. Jetzt verreise ich erst einmal und mache mich danach auf die Jobsuche. Ich möchte gerne in den Bereich Medizininformatik zurückgehen und einen Bezug zum Gesundheitswesen in meinem Arbeiten als Informatikerin haben.“
Bis 18. September können sich Studieninteressierte für einen Studienplatz in Bremerhaven bewerben
Derzeit läuft die Bewerbungsphase für ein Studium an der Hochschule Bremerhaven. Auch die Studiengänge Informatik, Wirtschaftsinformatik und Informatik – Vertrauenswürdige Systeme nehmen neue Studierende auf. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 18. September. Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren für Bachelorstudiengänge unter www.hs-bremerhaven.de/bachelorbewerbung. Wer Interesse an einem Masterstudium hat, findet weitere Informationen unter https://www.hs-bremerhaven.de/masterbewerbung.
https://www.hs-bremerhaven.de/Informatik Der Bachelorstudiengang Informatik im Überblick
https://www.hs-bremerhaven.de/Wirtschaftsinformatik Der Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik im Überblick
https://www.hs-bremerhaven.de/Informatik-VertrauenswuerdigeSysteme Der Masterstudiengang Informatik – Vertrauenswürdige Systeme im Überblick
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, jedermann
Informationstechnik
überregional
Studium und Lehre
Deutsch

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