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01.09.2026 07:03

Unimedizin als einziger deutscher Projektpartner am EU-Forschungsprojekt beteilig

Hauke Meier Pressearbeit
Universität Greifswald

    Forschende untersuchen Einfluss der Niere auf die Hirnleistung

    Die Universitätsmedizin Greifswald beteiligt sich als einziger deutscher Partner am europäischen Forschungsprojekt MOMENTUM.

    Insgesamt arbeiten 13 Einrichtungen aus neun Ländern zusammen, um zu untersuchen, warum Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen besonders häufig unter Einschränkungen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit leiden. Das von der Europäischen Union im Rahmen von Horizon Europe mit insgesamt knapp sechs Millionen Euro geförderte Projekt läuft bis Mai 2030.

    Chronische Nierenerkrankungen betreffen weltweit rund 850 Millionen Menschen. In Mecklenburg-Vorpommern sind laut Angaben der Landesregierung 17 Prozent der Menschen betroffen, sieben Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Bis zu 60 Prozent aller Betroffenen weisen nach Angaben des Projekts kognitive Beeinträchtigungen auf wie beispielsweise Aufmerksamkeits- oder Konzentrationsdefizite. Dieses als MCI-CKD bezeichnete leichte kognitive Beeinträchtigung der chronischen Nierenerkrankung leitet sich aus dem entsprechenden englischen Fachbegriff „Mild Cognitive Impairment in Chronic Kidney Disease“ ab. „Wir wissen, dass Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen vergleichsweise häufig auch unter Einschränkungen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit leiden“, berichtet Prof. Nicole Endlich, Geschäftsführerin des Instituts für Anatomie und Zellbiologie an der Unimedizin Greifswald. „Sie leiden auch an einem höheren Demenzrisiko. Genau hier setzt MOMENTUM an, um die Ursache zu erforschen.“

    Im Mittelpunkt des europaweiten Projekts MOMENTUM steht die Frage, welche Rolle sogenannte urämische Toxine spielen. Dabei handelt es sich um Stoffwechselprodukte, die bei gesunden Menschen über die Nieren ausgeschieden werden. Ist die Nierenfunktion eingeschränkt, können sich diese Substanzen im Körper anreichern. Die Forschenden wollen herausfinden, ob und auf welche Weise sie die Funktion des Gehirns beeinträchtigen können.

    Am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universitätsmedizin Greifswald untersuchen die Forschenden die Auswirkungen bestimmter urämischer Toxine in einem etablierten Nierenmodell an Zebrafischlarven. Gemeinsam mit einem italienischen Projektpartner wird zudem untersucht, ob die Toxine das Verhalten der Larven verändern. Veränderungen der Bewegungsmuster können dabei Hinweise darauf geben, wie sich die Toxine auf das Nervensystem auswirken. „Wir wollen Schritt für Schritt nachvollziehen, wie eine eingeschränkte Nierenfunktion letztlich auch das Gehirn beeinträchtigen könnte“, sagt Prof. Nicole Endlich. „Dieses Projekt gibt uns die Möglichkeit, herauszufinden, welche Auswirkungen urämische Toxine haben, die bei einer eingeschränkten Nierenfunktion nicht mehr ausreichend aus dem Körper entfernt werden können.“

    Ein weiteres Ziel des Forschungsverbundes ist es, Biomarker zu identifizieren, mit deren Hilfe kognitive Beeinträchtigungen bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung künftig früher erkannt und ihr Verlauf besser eingeschätzt werden könnten. Langfristig sollen die Ergebnisse dazu beitragen, besonders gefährdete Patienten frühzeitig zu erkennen und gezielter behandeln zu können.

    „Dass wir als einzige deutsche Universitätsmedizin an diesem europäischen Forschungsverbund beteiligt sind, unterstreicht die internationale Sichtbarkeit unserer Nierenforschung“, sagt Prof. Agnes Flöel, Forschungsdekanin der Universitätsmedizin Greifswald. „Solche grenzüberschreitenden Kooperationen sind entscheidend, um komplexe medizinische Fragestellungen gemeinsam zu bearbeiten und neue Erkenntnisse möglichst schnell für Patientinnen und Patienten nutzbar zu machen.“

    Hintergrund:
    Das Projekt „From uremic toxins to cognitive decline: Elucidating the pathophysiology of mild cognitive impairment in chronic kidney disease“ (MOMENTUM) wird im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizon Europe gefördert. Die Projektlaufzeit reicht vom 1. Juni 2026 bis zum 31. Mai 2030. Das Gesamtvolumen beträgt rund sechs Millionen Euro. Die Universitätsmedizin Greifswald erhält davon 444.750 Euro.
    Horizon Europe ist das von der Europäischen Union getragene Programm für Forschung und Innovation. Mit einem Budget von rund 95,5 Milliarden Euro ist es das bisher größte Programm dieser Art. Die Förderperiode erstreckt sich auf den Zeitraum der Jahre 2021 bis 2027.

    Link zum Projekt:
    https://cordis.europa.eu/project/id/101286954/de

    Pressestelle:
    Hauke Meier
    +49 3834 – 86 – 6521
    Hauke.Meier@med.uni-greifswald.de
    http://www.unimedizin-greifswald.de
    http://www.facebook.com/UMGreifswald
    http://www.linkedin.com/company/universitaetsmedizin-greifswald
    Instagram @UMGreifswald


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Nicole Endlich
    Telefon: ++49 (0)3834 / 86 53 03
    E-Mail: nicole.endlich@uni-greifswald.de


    Bilder

    Prof. Nicole Endlich, Geschäftsführerin des Instituts für Anatomie und Zellbiologie an der Unimedizin Greifswald
    Prof. Nicole Endlich, Geschäftsführerin des Instituts für Anatomie und Zellbiologie an der Unimedizi ...
    Quelle: Foto: UMG
    Copyright: UMG


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Prof. Nicole Endlich, Geschäftsführerin des Instituts für Anatomie und Zellbiologie an der Unimedizin Greifswald


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