Stephanie Möllmert ist seit dem 1. September 2026 unabhängige Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung. Im Mittelpunkt der Forschung ihrer Gruppe „Reproductive Mechanobiology“ stehen die Kräfte und mechanischen Bedingungen im weiblichen Fortpflanzungstrakt, insbesondere in Eileitern und Gebärmutter.
- Mit ihrer Forschung will Stephanie Möllmert herausfinden, wie physikalische Kräfte und biochemische Signale gemeinsam die Funktion des weiblichen Fortpflanzungstraktes steuern.
- Die starke zellbiologische und mikroskopische Expertise am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung ermöglicht es der Physikerin, mechanische Messungen an funktionellen Geweben unmittelbar mit biologischen Prozessen zu verknüpfen.
- Stephanie Möllmerts langfristiges Ziel ist ein mechanistisches Gesamtbild des Fortpflanzungstraktes, auf dessen Grundlage sich neue Ansatzpunkte für Diagnostik oder Therapie entwickeln lassen.
„Mit meiner Forschungsgruppe möchte ich eine experimentelle Plattform für quantitative Mechanobiologie an lebenden reproduktiven Geweben etablieren. Die interdisziplinäre Arbeit des Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung bietet mir dafür ideale Bedingungen“, sagt Stephanie Möllmert mit Blick auf ihre neue Aufgabe.
„Wir freuen uns sehr, dass wir Stephanie Möllmert für unser Institut gewinnen konnten“, begrüßt Joachim Spatz, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung, die neue Forschungsgruppenleiterin. „Sie bringt große Expertise in Gewebemechanik, Brillouin- und Rasterkraftmikroskopie mit. Das ergänzt unsere Forschung perfekt und bietet Ausgangspunkte für neue experimentelle Ansätze und Fragestellungen an unserem Institut.“
Die Physik im weiblichen Fortpflanzungstrakt im Blick
Der Schwerpunkt von Stephanie Möllmerts Gruppe wird darauf liegen, die Mechanobiologie des weiblichen Fortpflanzungstraktes zu erforschen, insbesondere in den Eileitern. Viele Vorgänge in der Reproduktionsbiologie werden heute vor allem über Hormone, Rezeptoren und molekulare Signalwege beschrieben. Dies geschieht in einem Gewebe, das sich bewegt und Kräfte ausübt, seine mechanischen Eigenschaften verändert und Flüssigkeiten transportiert. Diese physikalischen Prozesse im weiblichen Fortpflanzungstrakt wurden bisher jedoch wenig erforscht.
„Mich fasziniert, dass wir über biologische Prozesse auf molekularer Ebene bereits sehr viel wissen, ihre physikalischen Randbedingungen aber häufig kaum quantitativ erfasst sind“, erklärt Stephanie Möllmert.
Für die Physikerin sind die zentralen Fragen daher, ob sich die komplexen Vorgänge auf messbare physikalische Parameter und mechanistische Prinzipien zurückführen lassen und wie die biochemische Regulation und die physikalischen Eigenschaften des Gewebes zusammenwirken. Sie will verstehen, unter welchen Bedingungen ein biologisches System physiologisch funktioniert.
Langfristig möchte Stephanie Möllmert ein mechanistisches Gesamtbild des Fortpflanzungstraktes entwickeln, das erklärt, wie normale reproduktive Funktion entsteht, wie sich diese im Alter oder durch Erkrankungen verändert und welche neuen Ansatzpunkte sich daraus für Diagnostik oder Therapie ergeben könnten.
Wissenschaftlicher Werdegang
Nach ihrem Studium und der Promotion in Physik 2017 an der TU Dresden forschte Stephanie Möllmert am dortigen Center for Molecular and Cellular Bioengineering. 2019 wechselte sie als Projektleiterin ans Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts / Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen, wo sie zuletzt die unabhängige Forschungsgruppe „Mechanobiologie des Fortpflanzungstraktes“ leitete. Parallel führte Stephanie Möllmert seit 2023 ein Projekt innerhalb des Sonderforschungsbereichs „Exploring Brain Mechanics“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Über das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung
Das interdisziplinär arbeitende Max-Planck-Institut für medizinische Forschung mit Standorten in Heidelberg und Heilbronn widmet sich der Untersuchung und Manipulation molekularer Prozesse in lebenden Zellen, Zellgruppen und Organoiden. Die Abteilungen des Instituts vereinen Expertise aus den Bereichen Chemie, Physik, Biologie und Materialwissenschaften, um konzeptionell neue Methoden und Technologien für die biomedizinische Grundlagenforschung zu entwickeln. Ein weiteres Ziel des Instituts und insbesondere des Standorts in Heilbronn ist es, Grundlagenforschung und Anwendungen nahtlos zu verbinden, um damit den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis zu beschleunigen.
Stephanie Möllmert, neue Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung ...
Copyright: MPL, Elisabeth Offial
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Medizin
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Personalia
Deutsch

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