Vom 10. bis 12. März 2027 findet in Halle (Saale) die 28. Jahrestagung des Netzwerks Evidenzbasierte Medizin statt. Unter dem Motto „Medizin im Alter. Rationalisierung statt Rationierung – Das leistet die Evidenzbasierte Medizin“ geht es um eine der zentralen Zukunftsfragen des Gesundheitswesens: Wie kann eine gute, d.h. bedürfnisorientierte, gerechte und wissenschaftlich gesicherte Versorgung älterer Menschen gelingen? Ab sofort bis 15. Oktober können Abstracts für den EbM-Kongress 2027 eingereicht werden.
Unsere Gesellschaft wird älter. Was einerseits Errungenschaft ist, bedingt durch soziale Absicherung, Lebensumstände, die Altern ermöglichen, Möglichkeiten der Medizin und Gesundheitsversorgung, lässt die Fragen nach der angemessenen medizinischen und pflegerischen Versorgung im höheren Lebensalter weiter an Bedeutung gewinnen. Multimorbidität, Polypharmazie und komplexe Therapieentscheidungen gehören ebenso zu den Herausforderungen wie die Vermeidung unnötiger Krankenhausaufenthalte, der sinnvolle Einsatz von Früherkennungs- und Präventionsmaßnahmen oder Entscheidungen über Behandlungen am Lebensende.
Dabei geht es nicht darum, notwendige Versorgung aufgrund des Lebensalters vorzuenthalten. Vielmehr stellt sich die Frage, wie vorhandene Ressourcen so eingesetzt werden können, dass sie alten und sehr alten Patientinnen und Patienten tatsächlich nutzen und Über-, Unter- und Fehlversorgung vermieden werden. Evidenzbasierte Medizin kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten: Sie verbindet die bestverfügbare wissenschaftliche Evidenz mit klinischer Expertise sowie den individuellen Zielen, Wertvorstellungen und Präferenzen der Betroffenen.
Der EbM-Kongress 2027 möchte diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und Raum für wissenschaftliche, klinische, ethische und gesundheitspolitische Diskussionen schaffen. Welche Evidenz brauchen wir für komplexe Entscheidungen im Alter? Welche Interventionen bringen einen relevanten Nutzen – und welche schaden ohne zu nutzen? Wo fehlen belastbare Daten gerade für ältere und hochaltrige Menschen? Und wie können Autonomie und Fürsorge auch bei zunehmender Vulnerabilität angemessen berücksichtigt werden?
Beiträge sind insbesondere zu folgenden Themenschwerpunkten willkommen:
• Entscheiden bei komplexen geriatrischen Fragestellungen
• Polypharmazie im Alter – Less is more?
• Advance Care Planning – Instrument zur Reduktion von Fehlversorgung?
• Medizinische Notfallversorgung älterer Menschen: Prävention und Prozessgestaltung
• Evidenzbasierte Entscheidungen am Lebensende
• Sterben und Sterbebegleitung: (K)ein Thema für die EbM?
• Screening im höheren Lebensalter auf dem Prüfstand
• Wie belastbar ist die Evidenz zur Prävention von Pflegebedürftigkeit?
• Evidenz für neue Wohn- und Versorgungsformen im Alter
• Klimawandel und Gesundheit im Alter
Darüber hinaus können Beiträge zu allen anderen Themen, Fragestellungen und Methoden der Evidenzbasierten Medizin eingereicht werden.
Unterschiedliche Formate
Abstracts können für wissenschaftliche Arbeiten eingereicht werden, die als Vortrag oder Poster präsentiert werden können. Darüber hinaus sind Workshops und Symposien willkommen.
Auch Forschungsvorhaben, die sich noch in der Planung oder Bearbeitung befinden und für die noch keine abschließenden Ergebnisse vorliegen, können vorgestellt werden: Im Format „Elevator Pitch“ stehen maximal drei Minuten und optional eine Folie zur Verfügung, um eine Projektidee auf den Punkt zu bringen, Interesse zu wecken und mögliche Kooperationspartnerinnen und -partner zu finden.
Abstracts können in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden. Die angenommenen Abstracts werden bei German Medical Science veröffentlicht.
Die Abstract-Einreichung endet am 15. Oktober 2026.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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