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01.09.2026 15:12

Wer im Wahlkampf auf Social Media gesehen wird – Potsdam Social Media Monitor wertet politische TikTok-Profile aus

Matthias Zimmermann Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Potsdam

    ARGUS, der TikTok-Monitor des Potsdam Social Media Monitor (PSMM) an der Universität Potsdam, wertet vor den Landtagswahlen die öffentlichen Zahlen von rund 2.700 politischen Konten aus. Knapp 65 Prozent aller Aufrufe im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt entfallen auf ein einziges Konto: das von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Die CDU, von der die meisten Beiträge veröffentlicht werden, erreicht neun Prozent. Weitere Ergebnisse und interaktive Grafiken finden sich auf www.psmm.info.

    Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf TikTok auf eine einzelne Person: Ulrich Siegmund. Seit dem 1. Juni haben 96 politische Konten aus dem Land – also Landtagsabgeordnete, Kandidatinnen und Kandidaten, Landesverbände, Fraktionen und Jugendorganisationen – 2.227 Beiträge veröffentlicht, die bis zum 31. August 43,4 Millionen Mal aufgerufen wurden. 28,0 Millionen dieser Aufrufe, 64,5 Prozent, entfallen auf das Konto des AfD-Spitzenkandidaten. Kein anderes der rund 2.700 politischen Konten, die der Monitor der Universität Potsdam bundesweit beobachtet, erreichte in diesem Zeitraum mehr Aufrufe, auch nicht die der Bundestagsfraktion der Linken (22,7 Millionen), der AfD-Bundestagsfraktion (18,1 Millionen) oder der AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel (17,9 Millionen). Siegmunds Konto hat seit Mitte Juni 158.000 Follower hinzugewonnen, 102.000 davon im August, und liegt jetzt bei 821.000. Das sind mehr Follower als bei jedem anderen Konto eines Landtagsabgeordneten in Deutschland. Die CDU hat in derselben Zeit die meisten Beiträge veröffentlicht, 638, und kommt auf insgesamt neun Prozent der Aufrufe. Das Konto von Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze ist mit 152 Beiträgen das aktivste des Landes; je Beitrag erreicht es rund 5.600 Aufrufe, Siegmunds Konto rund 214.000.
    Der Wahlkampf ist in den Daten deutlich sichtbar. In den drei Ländern, die im September wählen, hat sich die Zahl der Beiträge je Konto in 30 Tagen im Vergleich zum Herbst 2025 mehr als verdoppelt, in Sachsen-Anhalt von 3,6 auf 8,4, in Mecklenburg-Vorpommern von 4,4 auf 9,2 und in Berlin von 3,0 auf 8,0. In Brandenburg, Sachsen und Thüringen, wo erst 2029 wieder gewählt wird, ist sie im selben Zeitraum nicht gestiegen. „Mehr Beiträge bringen aber keine größere Reichweite. Wie viele Menschen ein Beitrag erreicht, hängt vor allem von der Größe des Publikums ab, das ein Konto bereits hat, wobei dies bis etwa 1.600 Follower fast gar keinen Einfluss hat“, erklärt Johannes Wolfgram vom PSMM. Konten mit rund 200 Followern erreichen im Median 830 Aufrufe je Beitrag, Konten mit 1.600 Followern nur 976. In Mecklenburg-Vorpommern und Berlin verteilt sich die Aufmerksamkeit deutlich breiter als in Sachsen-Anhalt: Das jeweils stärkste Konto kommt dort auf 13 beziehungsweise 9 Prozent der Aufrufe. Von den 97 Abgeordneten des Landtags von Sachsen-Anhalt haben 43 ein TikTok-Konto, acht davon haben in den vergangenen 30 Tagen zehn oder mehr Beiträge veröffentlicht.
    Interaktive Grafiken zu allen drei Wahlländern und weitere Informationen zum Wahlkampf auf TikTok finden sich unter www.psmm.info.

    Zur Methode
    ARGUS wird vom Potsdam Social Media Monitor (PSMM) an der Universität Potsdam betrieben. Der Monitor ruft täglich die öffentlichen TikTok-Profile von rund 2.700 politischen Konten ab, darunter die Abgeordneten des Bundestags und der 16 Landtage, die Kandidatinnen und Kandidaten der drei Wahlen im September sowie Parteien, Fraktionen und Jugendorganisationen. Grundlage dieser Auswertung sind die öffentlich ausgewiesenen Zahlen zu Aufrufen, Likes, Kommentaren und Followern. Aufrufe messen Sichtbarkeit, nicht Zustimmung und nicht Stimmen.
    Der Potsdam Social Media Monitor
    wurde 2024 an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam gegründet. Die Forschenden entwickeln Methoden, um Nutzung, Inhalte und Wirkung sozialer Medien zu messen, und Werkzeuge, um Plattformen rechenschaftspflichtig zu machen. Die Arbeit ist interdisziplinär und verbindet Soziologie, Politikwissenschaft und Informatik.

    Kontakt: Johannes Wolfgram, Potsdam Social Media Monitor, Universität Potsdam
    E-Mail: johannes.wolfgram@uni-potsdam.de

    Grafik: Die zwölf meistgesehenen Konten des Landeskorpus Sachsen-Anhalt und alle übrigen zusammen; gezählt werden die Aufrufe der seit dem 1. Juni 2026 veröffentlichten Beiträge. Zwei Drittel aller Aufrufe im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt entfallen auf ein einziges Konto. Quelle: PSMM

    Medieninformation 01-09-2026 / Nr. 072
    Johannes Wolfgram / Matthias Zimmermann
    Universität Potsdam
    Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Am Neuen Palais 10
    14469 Potsdam
    Tel.: +49 331 977-1474
    E-Mail: presse@uni-potsdam.de
    Internet: www.uni-potsdam.de/presse


    Bilder

    Die zwölf meistgesehenen Konten des Landeskorpus Sachsen-Anhalt und alle übrigen; gezählt werden die Aufrufe der seit dem 1. Juni 2026 veröffentlichten Beiträge. Zwei Drittel aller Aufrufe im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt entfallen auf ein einziges Konto.
    Die zwölf meistgesehenen Konten des Landeskorpus Sachsen-Anhalt und alle übrigen; gezählt werden die ...
    Quelle: PSMM
    Copyright: PSMM


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Politik
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Die zwölf meistgesehenen Konten des Landeskorpus Sachsen-Anhalt und alle übrigen; gezählt werden die Aufrufe der seit dem 1. Juni 2026 veröffentlichten Beiträge. Zwei Drittel aller Aufrufe im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt entfallen auf ein einziges Konto.


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