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02.09.2026 12:25

50 Jahre Reinventing Production: Fraunhofer IPK feiert Institutsjubiläum mit großem Festakt

Claudia Engel Institutskommunikation
Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK

    Am 1. September 1976 wurde mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK das erste Berliner Institut der Fraunhofer-Gesellschaft gegründet. Auf den Tag genau 50 Jahre später feierte das Institut seinen runden Geburtstag in einem Festakt mit 200 Gästen aus Forschung, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Unter den Gratulierenden waren der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, die Präsidentin der Technischen Universität Berlin, Prof. Dr. Fatma Deniz, und der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Dr. Holger Hanselka.

    Das Fraunhofer IPK ist bis heute das einzige produktionstechnische Fraunhofer-Institut in der Hauptstadtregion. In dem halben Jahrhundert seines Bestehens hat das Institut viele technologische Trends erlebt und selbst mitgeprägt: von den frühen Tagen der automatisierten Zeichnungserstellung über Fortschritte in der Fertigungsautomatisierung bis hin zu Industrie 4.0 und Künstlicher Intelligenz. Bekannt ist es unter anderem für sein Konzept einer »digital integrierten Produktion«, das industrielle Herstellungsprozesse mit digitalen, vernetzten Lösungen effizient, leistungsfähig und zugleich mit Fokus auf den Menschen im Zentrum gestaltet.

    »Heute ist das Institut eine bedeutsame Institution der Wissenschafts- und Forschungsmetropole Berlin und trägt viel zur Anziehungskraft unseres Standorts bei«, würdigte Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, das Institut in seiner Rede beim Jubiläumsfestakt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschten gezielt mit Blick auf den Bedarf der Wirtschaft und schafften es, ihre Lösungen gemeinsam mit Unternehmen in der Produktion umzusetzen, so Wegner. »Dieser Ansatz wird für die Zukunft unserer Wirtschaft entscheidend sein.«

    Prof. Dr. Holger Kohl, kommissarischer Institutsleiter des Fraunhofer IPK, hatte zuvor in seiner Rede die 50-jährige Institutsgeschichte als Geschichte von Menschen nachgezeichnet, die mit Neugier, Mut und Leidenschaft Forschung stets in die industrielle Praxis überführt haben. Das Institut war 1976 mit nur drei Mitarbeitenden gestartet. Heute arbeiten hier rund 350 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, studentische und technische Mitarbeitende sowie Verwaltungskräfte aus 31 Nationen. Kohl hob auch die prägenden Institutsleiter Prof. Günter Spur und Prof. Eckart Uhlmann hervor, die das Institut zu einem international sichtbaren Innovationspartner der Industrie entwickelten. Mit Blick nach vorn betonte er: »Das Leitbild einer digital integrierten, ressourcenschonenden und menschengerechten Produktion prägt das Institut seit seiner Gründung und wird es auch in Zukunft prägen.« Er sei überzeugt, dass die Zukunft des Produktionsstandorts Deutschland auf dem Zusammenspiel von Spitzenforschung, industrieller Leistungsfähigkeit und nachhaltiger Transformation beruhe. »Wir werden Technologien entwickeln, die Produktivität und Nachhaltigkeit nicht als Widerspruch, sondern als gemeinsame Zielsetzung verstehen.« Das Institut werde weiterhin eng mit und für Unternehmen aller Größen zusammenarbeiten, vom internationalen Konzern bis zum mittelständischen Familienunternehmen.

    Die enge Verbindung des Fraunhofer IPK mit der TU Berlin unterstrich Prof. Dr. Fatma Deniz, Präsidentin der Technischen Universität Berlin. »Exzellenz entsteht dort, wo unterschiedliche Expertise zusammenkommt und Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen«, so die TU-Präsidentin. Im Produktionstechnischen Zentrum (PTZ) in Berlin-Charlottenburg arbeitet das Fraunhofer IPK mit dem Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF) der TU Berlin zusammen. Themen wie Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Wertschöpfung und integrierte Produkt-Service-Systeme seien von beiden Instituten früh aufgegriffen und weiterentwickelt worden.

    Im Namen der Industrie der Hauptstadtregion gratulierte Sven Weickert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e. V. (UVB), zum Jubiläum. Er lobte das Fraunhofer IPK als »zentralen Impulsgeber für industrielle Wertschöpfung in Berlin und Brandenburg, in Deutschland und weit darüber hinaus«. Das Institut »steht nicht nur für erfolgreiche Unternehmensprojekte, sondern ebenso für große industriepolitische Initiativen in unserer Region«, so Weickert. Die nächste, KI-getriebene Transformation der Industrie sei schon in vollem Gange. Mit dem Fraunhofer IPK an ihrer Seite würden die Industrieunternehmen in Berlin und Brandenburg auch diesen Wandel erfolgreich meistern.

    Prof. Dr. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, war ebenfalls zu den Feierlichkeiten angereist, um zu gratulieren – und um dem ehemaligen Institutsleiter Prof. Dr. Dr. Eckart Uhlmann für sein Lebenswerk die Fraunhofer-Medaille zu verleihen. In seiner Laudatio wandte er sich direkt an Uhlmann: »Durch Ihre Fähigkeit, wissenschaftliche Exzellenz mit praxisrelevanten Lösungen zu verbinden, haben Sie nicht nur die Bedeutung und internationale Sichtbarkeit des Fraunhofer IPK gestärkt, sondern auch die der Fraunhofer-Gesellschaft insgesamt.« Prof. Uhlmann hatte die Geschicke des Instituts von 1997 bis zum März dieses Jahres gelenkt. In seiner Amtszeit hat das Institut zahlreiche internationale Forschungskooperationen, unter anderem in Brasilien, aufgebaut.

    Im darauffolgenden Podiumsgespräch diskutierten Hanselka und Uhlmann gemeinsam mit Sven Weickert sowie Prof. Dr. Helmut Schramm, Leiter BMW Group Werk Berlin, und Gabi Grützner, Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin der micro resist technology GmbH, welche Rolle angewandte Forschung für die Industrie von morgen spielt. Mit Moderator Dr. Kai Uwe Bindseil, Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH, sprachen sie u. a. darüber, warum eine starke industrielle Basis für die technologische Souveränität Deutschlands unverzichtbar ist, wie der Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis gelingen kann und was wir heute tun müssen, damit Innovation, Wohlstand und industrielle Wertschöpfung auch künftig in Deutschland entstehen.

    Für den fachlichen Ausblick sorgte anschließend Dr. Mark Krieg, Leiter Entwicklung Industriehydraulik bei der Bosch Rexroth AG, mit seinem Festvortrag zur Zukunft des Maschinen- und Anlagenbaus. Krieg ist selbst Alumnus des Fraunhofer IPK, wie viele der Gäste, die der Einladung zum Jubiläum gefolgt waren. Sie erhielten zum Abschluss im Rahmen einer Open Lab Tour Einblicke in aktuelle FuE-Themen und Projekte des Instituts.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr.-Ing. Holger Kohl | Tel. +49 30 39006-233 | holger.kohl@ipk.fraunhofer.de


    Originalpublikation:

    Jubiläumspublikation:

    »Von der digitalen Maschinensteuerung zur digital integrierten Produktion. 50 Jahre in 50 Geschichten« – die Jubiläumspublikation des Fraunhofer IPK schildert in umfassend bebilderten Einzelbeiträgen die Geschichte des ältesten Berliner Fraunhofer-Instituts und der Produktionsforschung am Charlottenburger Spreebogen.

    DOI: https://doi.org/10.24406/publica-9161


    Weitere Informationen:

    https://www.ipk.fraunhofer.de/50-jahre-fraunhofer-ipk


    Bilder

    Gratulierten zum 50-jährigen Jubiläum (v.l.n.r.): Sven Weickert, Prof. Dr. Christoph Herrmann, Kai Wegner (Regierender Bürgermeister von Berlin), Prof. Dr. Holger Kohl, Prof. Dr. Fatma Deniz, und Prof. Dr. Holger Hanselka
    Gratulierten zum 50-jährigen Jubiläum (v.l.n.r.): Sven Weickert, Prof. Dr. Christoph Herrmann, Kai W ...
    Quelle: Larissa Klassen
    Copyright: Fraunhofer IPK/Larissa Klassen


    Anhang
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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Elektrotechnik, Informationstechnik, Maschinenbau, Werkstoffwissenschaften, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Gratulierten zum 50-jährigen Jubiläum (v.l.n.r.): Sven Weickert, Prof. Dr. Christoph Herrmann, Kai Wegner (Regierender Bürgermeister von Berlin), Prof. Dr. Holger Kohl, Prof. Dr. Fatma Deniz, und Prof. Dr. Holger Hanselka


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