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26.01.1999 15:14

Informationstechnik und Geographie Hand in Hand

Robert Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Nicht nur die Perspektiven des Faches Geographie, sondern auch die beruflichen Möglichkeiten seiner Absolventen standen im Mittelpunkt eines Fachkolloquiums, das am Wochenende mehrere Hundert Besucher ins Philosophiegebäude der Universität Würzburg lockte.

    Das Kolloquium "Die Geographie im 21. Jahrhundert", veranstaltet vom Institut für Geographie der Universität Würzburg, setzte den Schlußpunkt unter die Feierlichkeiten, die 1998 zum 100jährigen Bestehen der Würzburger Geographie begonnen worden waren. Unter anderem sollte es den Studierenden eine Orientierungshilfe bieten: Welche Chancen bietet der Arbeitsmarkt für Diplom-Geographen und was erwartet er von ihnen? Welche Tendenzen sind sichtbar? Was ist besser im Studium: Spezialisierung oder breite Generalisierung? Wohin kann die "Abenteuerreise" Studium führen?

    Antworten auf diese Fragen gaben nicht nur die Vorträge, sondern auch das Forum "Arbeitswelten Geographie". Bei dieser Informations- und Kontaktbörse konnten sich Studierende und Absolventen des Instituts, die auf dem nicht-universitären geographischen Arbeitsmarkt Fuß gefaßt haben, begegnen. Fast 30 ausstellende Firmen und Behörden präsentierten zudem einen Querschnitt durch die Arbeitswelten der Geographie. Die Unternehmen kamen vor allem aus dem Bereich der computerbasierten "Geographischen Informationssysteme" (GIS), was nach Ansicht der Veranstalter den wachsenden Stellenwert der Geographie im Informationszeitalter belegt. Hier konnten sich die Studierenden zu Themen wie "Abschlußarbeiten" bis hin zu "Schwerpunktsetzung im weiteren Studienverlauf" einige Anregungen und Motivation holen.

    Während des Fachkolloquiums erörterten sieben Referenten den zukünftigen Stellenwert und die Bedeutung der Geographie in der Wissenschaftswelt. Prof. Dr. Hermann Verstappen aus Enschede (Niederlande), früherer Präsident der Internationalen Geographischen Vereinigung, ging auf das Problem der Tragfähigkeit von Naturlandschaften unter immer stärkerem Druck durch den Menschen ein. In diesem Bereich können Veränderungen mit geographischen Beobachtungs- und Informationssystemen festgestellt werden.

    Prof. Dr. Rolf Sternberg aus Köln, der unter anderem die Wirksamkeit von innovativen Netzwerken für eine nachhaltige und eigenständige Regionalentwicklung untersucht, zeigte Trends in der wirtschaftsgeographischen Regionalforschung auf. Auch Dr. Gerald Wood aus Duisburg beschäftigte sich mit regionalen Aspekten. Ihm zufolge ist gerade im Zuge der "Globalisierungstendenz" in vielen Daseinsbereichen des Menschen die Rückbesinnung auf regionale Werte wieder in den Vordergrund gerückt.

    Die Stellung der Geographie in der Schule nahm Prof. Dr. Hartwig Haubrich (Freiburg) unter die Lupe. Er verglich die schwindende Bedeutung des Faches in der deutschen Bildungspolitik mit dem wachsenden Bekenntnis zu geographischer Bildung in anderen Ländern, zum Beispiel den USA und England. Dann referierte Prof. Dr. Heinz Wanner aus Bern über Wege der Klimaforschung. Er hält es für besonders dringlich, die Folgen der globalen Klimaveränderung für die menschliche Lebensweise zu untersuchen: der "Krieg um das Wasser" wie auch die exorbitant wachsenden Versicherungsschäden durch tropische Wirbelstürme machen laut Prof. Wanner deutlich, wie dringend solche Probleme politisch angegangen werden müßten.

    Prof. Dr. Heiner Dürr aus Bonn sprach über "Geographie als Kulturwissenschaft des Fremden" und zeigte die Problematik auf, dass der moderne Mensch durch Globalisierung und wachsende Freizeit immer häufiger auf Fremdes stößt, daraus manches übernimmt und dabei sogar "multiple Identitäten" entwickelt.

    Schließlich bezog Prof. Dr. Aboubakar Adamou, Dekan an der Würzburger Partneruniversität in Niamey (Niger), Stellung zur Situation der afrikanischen Geographie an der Schwelle zum 3. Jahrtausend. Sein Vortrag machte die Bemühungen der Afrikaner deutlich, trotz schwieriger Rahmenbedingungen einen wissenschaftlich fundierten Beitrag zur friedlichen und nachhaltigen Inwertsetzung der überaus knappen natürlichen Ressourcen zu leisten. Prof. Adamou schloß in gewisser Weise den Kreis zur Würzburger Geographie, denn der afrikanische Kontinent ist ein traditionelles Arbeitsgebiet der hiesigen Geowissenschaftler.

    Fazit der Veranstalter: Die Vorträge und Diskussionen hätten gezeigt, daß eine Standortbestimmung für die Geographie sinnvoll und wichtig ist. Zudem sei deutlich geworden, daß das Würzburger Institut für Geographie seine Ziele in Sachen Forschung und Lehre frühzeitig und richtig auf die sich abzeichnenden Notwendigkeiten ausgerichtet habe.

    Weitere Informationen: Dr. Martin Niedermeyer, T (0931) 888-5559, Fax (0931) 888-5556, E-Mail:
    martin.niedermeyer@mail.uni-wuerzburg.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geowissenschaften
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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