Wie können die Potenziale aller Kinder und Jugendlichen besser erkannt und gefördert werden? Und wie lassen sich erfolgreiche Ansätze dauerhaft in Schule und Unterricht verankern? Bundesbildungsministerin Karin Prien und Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch für die Bildungsministerkonferenz diskutierten darüber bei der LemaS-Jahrestagung 2026 mit Vertreter:innen aus Wissenschaft und Schulpraxis. Rund 500 Teilnehmende aus allen 16 Bundesländern kamen am 14. und 15. September an der Humboldt-Universität zu Berlin zusammen.
Unter dem Motto „Begabungsförderung verankern, Zukunft gestalten“ brachte die LemaS-Jahrestagung Multiplikator:innen aus Schulen und Landesinstituten, Vertreter:innen aus Bildungspolitik und Bildungsadministration sowie Wissenschaftler:innen des Forschungsverbunds LemaS-Transfer zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Konzepte, Materialien und Erfahrungen aus der Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“ dauerhaft in Schule und Unterricht verankert und in die Breite getragen werden können.
Potenziale erkennen, Chancengerechtigkeit stärken
Politischer Höhepunkt der Jahrestagung war die Podiumsdiskussion mit Bundesbildungsministerin Karin Prien und der Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und Familie Katharina Günther-Wünsch in Vertretung der BMK. Gemeinsam mit Prof. Dr. Gabriele Weigand und Prof. Dr. Christian Fischer vom Forschungsverbund LemaS-Transfer, Schulleiter Christof Haering (Landfermann-Gymnasiums Duisburg) und Schülerin Maite Beecken (Käthe-Kollwitz-Gymnasium Berlin) diskutierten sie darüber, welche Veränderungen „Leistung macht Schule“ angestoßen hat und was es braucht, um Begabungs- und Leistungsförderung nachhaltig im Bildungssystem zu verankern.
Karin Prien betonte den besonderen Ansatz der Initiative: „Das Besondere an LemaS ist eben, dass es auf die Potenziale von Kindern und Jugendlichen schaut und zwar ganz egal, an welcher Schulart, und da wirklich auch eine Veränderung im Denken im gesamten Schulsystem hervorgebracht hat.“
Auch die Frage der Chancengerechtigkeit nahm in der Diskussion breiten Raum ein. Katharina Günther-Wünsch hob hervor, dass man „mit LemaS eine Systematik gefunden hat, die Kinder zu identifizieren, die von Hause aus nicht so viel Support haben und bei denen die sozioökonomischen Voraussetzungen nicht so einfach sind.“
Prof. Dr. Gabriele Weigand und Prof. Dr. Christian Fischer machten deutlich, dass nachhaltige Veränderung eine gemeinsame Aufgabe von Wissenschaft, Schulpraxis, Bildungsadministration und Bildungspolitik ist. Begabungs- und Leistungsförderung in die Breite des Schulsystems zu tragen, bedeutet dabei, die Potenziale aller Kinder und Jugendlichen in den Blick zu nehmen und Breitenförderung und Spitzenförderung miteinander zu verbinden.
„Leistung wird nicht nur erwartet, sondern auch zugetraut“
Wie eine begabungs- und leistungsfördernde Schulkultur bei den Lernenden ankommt, brachte Maite Beecken aus ihrer Perspektive in die Diskussion ein: „Leistung wird an unserer Schule zwar von Schülern erwartet, aber vor allen Dingen auch allen zugetraut.“
Zugleich betonte sie die Bedeutung von Freiräumen beim Lernen: „Dabei ist es wichtig, Begabung als Ressource zu verstehen und den Lernenden Freiräume zu lassen, auch selber Dinge zu entdecken und selber Sachen zu tun.“
Damit brachte die Schülerin einen zentralen Gedanken der Initiative auf den Punkt: Begabungs- und Leistungsförderung richtet den Blick nicht allein auf bereits sichtbare Leistungen, sondern auf Potenziale, Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten.
Wissenschaft und Schulpraxis im Austausch
Neben der Podiumsdiskussion bot die zweitägige Jahrestagung Vorträge, Workshops und einen „Markt der Möglichkeiten“. Die Teilnehmenden arbeiteten unter anderem zu Potenzialdiagnostik und individueller Lernbegleitung, Mentoring, Lesson Study, datengestützter Schulentwicklung und Schulnetzwerkarbeit sowie zu fachspezifischen Ansätzen in Mathematik, Informatik, Chemie, Biologie, Deutsch und Englisch.
Die Jahrestagung machte damit sichtbar, worauf es in der aktuellen Transferphase ankommt: die Wissenschaft-Praxis-Brücke weiter zu stärken, bestehende Netzwerke auszubauen und gemeinsam mit Bildungsadministration und Bildungspolitik tragfähige Wege zu entwickeln, um Begabungs- und Leistungsförderung nachhaltig im Bildungssystem zu verankern.
„Leistung macht Schule“ in aller Kürze
„Leistung macht Schule“ ist eine gemeinsame Initiative von Bund und Ländern. Ihr Ziel ist es, Begabungs- und Leistungsförderung nachhaltig in Schule und Unterricht zu verankern und die Potenziale, Stärken und Talente von Schüler:innen gezielt zu fördern. In der aktuellen Transferphase sind mehr als 850 Schulen aller Schularten beteiligt. Der Forschungsverbund LemaS-Transfer begleitet die Transfer- und Implementationsprozesse wissenschaftlich.
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Wissenschaftskommunikation
Forschungsverbund LemaS-Transfer
kommunikation@lemas-forschung.de
Prof. Dr. Gabriele Weigand gabriele.weigand@ph-karlsruhe.de
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Karin Prien bei der Podiumsdiskussion der LemaS-Jahrestagung
Quelle: Valentin Paster
Copyright: Forschungsverbund LemaS
v.l. Katharina Günther-Wünsch, Gabriele Weigand, Karin Prien, Maite Beeken, Jan-Martin Wiarda, Chris ...
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
Pädagogik / Bildung
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Schule und Wissenschaft
Deutsch

Karin Prien bei der Podiumsdiskussion der LemaS-Jahrestagung
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