Kinder und Jugendliche wachsen in einer Welt auf, die von Smartphones, sozialen Medien und generativer KI geprägt ist. Wie sich die Nutzung dieser Technologien auf das Lernen und das Wohlbefinden auswirkt, ist längst nicht lückenlos aufgeklärt. Hier setzt ein neues Verbundprojekt an: Forschende der RPTU Kaiserslautern untersuchen gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis, wann KI das Lernen im Schulunterricht fördert und wann nicht, sowie welche Kompetenzen für den lernfördernden Umgang mit KI Anwendungen zuvor vorhanden bzw. gefestigt sein müssen. Das Gesamtprojekt namens TRIAD wird durch die Förderlinie „Horizon Europe“ der Europäischen Union mit 3,4 Millionen Euro gefördert.
Digitale Tools verändern die Art und Weise, wie junge Menschen lernen, kommunizieren und sich auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten. „Immer mehr Jugendliche gehen den bequemen Weg und nutzen KI beim Lernen ebenso wie in Alltagssituationen. Das bedeutet, Informationen werden oft nicht mehr mit Einsatz von Gehirnschmalz recherchiert, nicht vertiefend kognitiv verarbeitet und in einen Kontext eingebettet. Anders gesagt: Die Lernmuskeln werden nicht mehr trainiert“, umschreibt Jan Spilski. Er und seine Kollegin Kirsten Bergström aus der Arbeitsgruppe „Kognitive und Entwicklungspsychologie“ an der RPTU (Leitung: Professor Thomas Lachmann), sind ins Vorhaben eingebunden.
Im Projekt “TRIAD – Balancing Foundational and AI Competences for Inclusive, Well-being-Oriented Education” beschäftigen sich die Forschenden mit zentralen Fragestellungen zum Einsatz von KI in der Schul- und Berufsschulbildung. In groß angelegten Pilotprojekten an Schulen in ganz Europa erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie KI Tools das Denken, Verstehen und Lernen beeinflussen. Dabei geht es unter anderem um oberflächliches Lernen durch KI Bequemlichkeit, neue Bildungsungleichheiten – und darum, wie digitale Bildung das Wohlbefinden junger Menschen prägt.
Weiteres Ziel des Projekts ist es, ein grundlegendes Kompetenzmodell mit Blick auf die Nutzung von KI in der Schule weiterzuentwickeln: Welche Fähigkeiten müssen gefestigt sein, damit KI Lernprozesse unterstützt? Und wie lässt sich verhindern, dass die „Lernmuskeln“ verkümmern? Jan Spilski nennt hierzu folgende Beispiele: „KI richtig zu nutzen setzt unter anderem voraus, dass man lesen, Inhalte einordnen bzw. eine Metaebene einnehmen kann und ebenso, dass man gezielt prompten kann.“
Die Pilotstudien fokussieren sich auf Lernende im Alter von 12 bis 18 Jahren an weiterführenden Schulen und Berufsschulen – genau dort, wo es um das Festigen grundlegender Kompetenzen geht und das Risiko von Ungleichheit am größten ist. So setzt die Forschung in einer entscheidenden Phase für die Bildungs- und Arbeitsmarktreife junger Menschen an.
Im Projekt arbeitet die federführende RPTU mit weiteren Hochschulen, Forschungsinstituten und Partnern aus der Bildungspraxis zusammen. Der Lehrstuhl „Kognitive und Entwicklungspsychologie“ bringt dabei insbesondere entwicklungspsychologische und neurowissenschaftliche Expertise in TRIAD ein und verantwortet die Weiterentwicklung des Kompetenzmodells sowie das Studiendesign.
Dipl.-Psych.Jan Spilski
Lehrstuhl "Kognitive und Entwicklungspsychologie"
RPTU Kaiserslautern-Landau
0631 / 205 3629
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Psychologie
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).