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28.09.2026 17:49

Spatenstich für neuen Fraunhofer-Forschungsbau am Hafen Straubing-Sand

Dr. Claudia Vorbeck Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

    Der Wissenschaftsstandort Straubing expandiert: Am Donau-Hafen Sand entsteht ein neues Forschungsgebäude des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB. Spätestens ab 2028 wird vor Ort – unter anderem – die Herstellung von nachhaltigen Kraftstoffen erforscht. Am 24. September 2026 erfolgte in Anwesenheit des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger der Spatenstich.

    Seit 2009 werden am IGB-Institutsteil »Bio-, Elektro- und Chemokatalyse BioCat« in Straubing innovative katalytische Verfahren für eine nachhaltige Chemie und biobasierte Funktionsmaterialien entwickelt. Typische Ausgangsstoffe für die neuen Produkte sind Biomasse und Reststoffströme und das Treibhausgas CO2. Das macht die Syntheseverfahren nicht nur ressourcenschonend, sondern auch klimafreundlich. Mit diesen zukunftsweisenden Technologien hat sich die Fraunhofer-Einrichtung zu einer tragenden Säule des Forschungsstandorts Straubing entwickelt.

    Nach stetigem Wachstum in den vergangenen Jahren erhält das Fraunhofer IGB nun –inzwischen dringend benötigte – neue Räumlichkeiten mit Anbindung an das Technologie - und Gründerzentrum in Straubing-Sand. In den nächsten zwei Jahren entstehen hier auf knapp über 900 Quadratmetern unter anderem ein Technikum für Demonstrationsanlagen und Prototypen, Labore und Büros – neuer Platz für bis zu 28 Mitarbeitende.

    Diese Erweiterung ermöglicht es dem Institut, der wachsenden Nachfrage nach seinen Forschungs- und Entwicklungsleistungen auch in Zukunft gerecht zu werden. »So profitieren auch die Unternehmen am Standort Straubing und in der Region«, sagt IGB-Standortleiter Dr. Michael Hofer. »Der Baustart für unser neues Gebäude markiert einen weiteren Meilenstein in der erfolgreichen Entwicklung des Fraunhofer IGB am bayerischen Hotspot für nachwachsende Rohstoffe.«

    Freistaat Bayern, der Bund und die EU fördern Neubau mit rund 14 Mio. Euro

    Möglich wird der Neubau durch eine Förderung des Freistaats Bayern, unterstützt durch Bundesmittel sowie die EU mit Geldern aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Insgesamt beträgt die Förderung rund 14 Mio. Euro.

    Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger anlässlich des feierlichen Spatenstichs am 24. September 2026: »Mit dem neuen Forschungsgebäude stärken wir den Forschungsstandort Straubing und schaffen beste Voraussetzungen, um innovative Technologien schneller in die Anwendung zu bringen. Besonders die Forschung an nachhaltigen Kraftstoffen aus CO2 und regenerativem Wasserstoff bietet großes Potenzial für unsere Wirtschaft. Die rund 14 Millionen Euro Förderung von Freistaat, Bund und EU sind deshalb gut investiert.«

    Auch die lokale Politik zeigt sich hocherfreut über die Stärkung des Forschungsstandorts Straubing. So waren Oberbürgermeister Markus Pannermayr sowie Landrat Tobias Beck beim Spatenstich zugegen und betonten in ihren Grußworten die Bedeutung des IGB-Institutsteils BioCat für Stadt und Landkreis.

    »Dass die Fraunhofer-Gesellschaft ihre Forschungsaktivitäten in Straubing weiter ausbaut, ist für unsere Stadt ein starkes Signal. Wir haben uns von einem Standort für Nachwachsende Rohstoffe zu einer Universitätsstadt mit einem weit über die Region hinaus sichtbaren wissenschaftlichen Profil entwickelt. Das neue Forschungsgebäude setzt diesen erfolgreichen Weg fort und stärkt Straubing als Standort für Wissenschaft, Innovation und Zukunftstechnologien«, erklärte Oberbürgermeister Pannermayr.

    Landrat Tobias Beck vom Landkreis Straubing-Bogen springt dem Minister bei: »Ich freue mich sehr, dass sich der Standort Straubing-Sand zu einem leistungsfähigen Forschungs- und Wirtschaftsstandort entwickelt, bei dem sich unterschiedliche Einrichtungen gegenseitig ergänzen. Erfolgreiche Forschung schafft neue Chancen für Wirtschaftswachstum und nachhaltige Wertschöpfung und mit dem neuen Forschungsgebäude stärkt das Fraunhofer IGB den Standort Straubing als Zentrum für Innovation und nachhaltige Technologien.«

    Als Repräsentant der Fraunhofer-Gesellschaft war Thomas Ramrath beim Spatenstich vertreten, Leiter des Direktorats Forschungsinfrastrukturen und Klimamanagement. »Straubing ist heute ein Leuchtturm der Bioökonomie, weil hier Klimaschutz, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung zusammenkommen. Fraunhofer entwickelt hier Verfahren, die Biomasse, Reststoffe und CO₂ in die Materialien, Chemikalien und Kraftstoffe von morgen verwandeln. Der heutige Spatenstich schafft die Voraussetzungen dafür, dass daraus konkrete Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft entstehen«, so Fraunhofer-Direktor Ramrath.

    Auch der Architekt des neuen Gebäudes ließ es sich nicht nehmen, beim Spatenstich persönlich dabei zu sein. Dabei betonte er die gute Zusammenarbeit mit Fraunhofer. »Bauen ist Teamsport. Ein Forschungsbau dieser Größenordnung und Komplexität kann nur gelingen, wenn viele Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen an einem Strang ziehen«, so Andreas Kopp, Projektleiter von der Brunner Architekten Ingenieure GmbH.

    Zentrum für nachhaltige Kraftstoffe: Aufbau einer Pilotanlage

    Ein Schwerpunkt der Forschungen im neuen IGB-Gebäude ist die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe im Rahmen des 2023 ins Leben gerufenen »Bayerischen Zentrums für nachhaltige Kraftstoffe«, kurz ZENK. In diesem arbeitet das Fraunhofer IGB mit dem Fraunhofer UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg zusammen, um neue Produktionsrouten für CO2-neutrale Kraftstoffe auf erneuerbarer Rohstoff- und Energiebasis zu erforschen.

    Zu diesem Zweck werden bewährte Verfahren weiterentwickelt, kombiniert, integriert und – nach Aufbau entsprechender Pilotanlagen – im Technikumsmaßstab erprobt. Der Fokus des Straubinger BioCat-Teams liegt dabei auf dem Aufbau dieser Forschungsinfrastruktur zur Produktion von Kraftstoffen aus Kohlenstoffdioxid (CO2) und regenerativem Wasserstoff (H2). Im kommenden Jahr soll die Pilotanlage errichtet werden, in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen IGB-Forschungsgebäude. Ermöglicht und gefördert wird ZENK durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, ebenso wie der Neubau auch mit Mitteln des Bundes und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, kurz EFRE, der Europäischen Union.

    BioCat: Fest eingebunden in Straubinger Forschungslandschaft

    In Straubing und insbesondere am Hafen Straubing-Sand ist das Fraunhofer IGB bestens vernetzt und in die regionale Forschungslandschaft eingebettet – allen voran durch die enge Zusammenarbeit mit der lokalen Außenstelle der Technischen Universität München. Auch das Straubinger Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) und das Netzwerk für nachwachsende Rohstoffe C.A.R.M.E.N. e.V. sind wichtige örtliche Partner des Fraunhofer IGB.

    In direkter Nachbarschaft zum Neubau befindet sich zudem das Gründerzentrum »BioCubator« sowie die MultiPilot-Mehrzweck-Demonstrationsanlage der BioCampus GmbH. IGB-Standortleiter Hofer fasst die Vorteile der räumlichen Nähe zusammen: »Damit haben wir ideale Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung aktueller sowie zukünftiger Vorhaben und damit auch für die nachhaltige Weiterentwicklung des Fraunhofer IGB.«


    Weitere Informationen:

    https://www.igb.fraunhofer.de/de/presse-medien/presseinformationen/2026/spatenst...


    Bilder

    Spatenstich für neuen Fraunhofer-Forschungsbau am Hafen Straubing-Sand.
    Spatenstich für neuen Fraunhofer-Forschungsbau am Hafen Straubing-Sand.

    Copyright: Fraunhofer IGB


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Chemie, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

    Spatenstich für neuen Fraunhofer-Forschungsbau am Hafen Straubing-Sand.


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