Die Northwest Alliance (NWA) der Universitäten Oldenburg und Bremen konnte sich in der aktuellen Runde der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder leider nicht als Exzellenzverbund durchsetzen. Die beiden Partner werden ihre Kooperation zur Stärkung der Nordwestregion als Wissenschaftsraum dennoch fortführen und weiterentwickeln – gemeinsam mit ihrer wichtigsten Partnerin, der Rijksuniversiteit Groningen.
Der Wissenschaftsrat hat am Nachmittag in Bonn mitgeteilt, welche Standorte als Exzellenzuniversität beziehungsweise Exzellenzverbund im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert werden. Neben der Northwest Alliance hatten drei weitere Verbünde sowie sieben Hochschulen ihre Bewerbung für die insgesamt fünf Neuförderungen eingereicht. Die Universitäten Oldenburg und Bremen werden ihre Kooperation zur Stärkung der Nordwestregion als Wissenschaftsraum fortführen und weiterentwickeln – gemeinsam mit ihrer wichtigsten Partnerin, der Rijksuniversiteit Groningen.
Der Bewerbung als Exzellenzverbund vorausgegangen war ein herausragender Erfolg in der Geschichte der beiden Universitäten Oldenburg und Bremen: Im Frühjahr 2025 erhielten sie die Bewilligung von insgesamt vier Exzellenzclustern in der entsprechenden Förderlinie der Exzellenzstrategie. Damit hatten sie die Voraussetzungen für die Bewerbung als Exzellenzverbund übererfüllt.
„Wir sind natürlich enttäuscht, aber zugleich auch stolz auf das, was wir in der Bewerbungsphase gemeinsam entwickelt und geschafft haben“, sagte Prof. Dr. Ralph Bruder, Präsident der Universität Oldenburg, der in seiner ersten Reaktion auch den neuen Exzellenzstandorten gratulierte. „Wir werden den eingeschlagenen Weg mit der Northwest Alliance konsequent gemeinsam weitergehen – und dabei sicher auch die nächste Exzellenzrunde nicht aus dem Blick lassen.“ Prof. Dr. Jutta Günther, Rektorin der Universität Bremen, die ebenfalls Glückwünsche an die Gewinner der Wettbewerbsrunde sendete, sagte: „Wir hatten sehr gehofft, mit der Exzellenzförderung einen deutlichen Schub für unsere Northwest Alliance zu erhalten. Das ist nun nicht der Fall und macht uns in diesem Augenblick natürlich sehr traurig.“ In einem Punkt sei sie jedoch sicher: „An der Vision und den Zielen der Northwest Alliance werden wir festhalten.“ Zusammen mit Bruder bedankte sie sich bei allen Hochschulangehörigen und Unterstützer*innen der Bewerbung. „Sie alle waren großartig und haben einen vorbildlichen Einsatz gezeigt. Vielen herzlichen Dank dafür.“
Unter dem Titel „Northwest Alliance: Connecting for Tomorrow“ hatten die Universitäten Oldenburg und Bremen im November 2025 ihren Exzellenzverbundantrag beim Wissenschaftsrat eingereicht. Im Frühjahr 2026 folgte der mehrtägige Besuch einer Kommission aus internationalen Fachgutachter*innen auf dem Bremer Campus. Rektorin Günther und Präsident Bruder dankten ausdrücklich den zahlreichen Mitarbeitenden, die in den vergangenen zweieinhalb Jahren mit enormem Einsatz den NWA-Antrag mit ausgearbeitet hatten und die Begehung vorbereiteten. Darüber hinaus dankten sie den Partnern in der Region und im Ausland – insbesondere der Rijksuniversiteit Groningen als privilegierter internationaler Partneruniversität der NWA und dem Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) als zentralem Bindeglied im Nordwesten. „Ebenso danken wir allen, die die NWA bis hierhin unterstützt, gefördert und beraten haben. Hinter uns steht eine starke Gemeinschaft, die mit uns die Nordwestregion voranbringen will“, betonten Bruder und Günther.
Getroffen wurde die heutige Entscheidung von einer Exzellenzkommission, bestehend aus internationalen Expert*innen sowie den Wissenschaftsminister*innen von Bund und Ländern. Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs sagte anlässlich der Entscheidung: „Natürlich hätten wir uns für die Universitäten Oldenburg und Bremen und für die Northwest Alliance ein anderes Ergebnis gewünscht. Zugleich bleibt festzuhalten: Die Bewerbung hat eindrucksvoll gezeigt, welche wissenschaftliche Stärke, strategische Entwicklungskraft und länderübergreifende Kooperationskultur im Nordwesten gewachsen sind. Die Northwest Alliance verbindet exzellente Forschung mit regionaler Verantwortung, internationaler Vernetzung und gesellschaftlicher Relevanz. Vier Exzellenzcluster, die enge Zusammenarbeit zwischen Oldenburg und Bremen sowie die Einbindung internationaler Partner zeigen, dass der Nordwesten eine starke und sichtbare Wissenschaftsregion ist. Ich danke allen Beteiligten ausdrücklich für ihr großes Engagement. Auf dem Erreichten lässt sich weiter aufbauen.“
Die Bremer Wissenschaftssenatorin Dr. Henrike Müller erklärte: „Natürlich hätten wir uns den Exzellenzstatus für Bremen gewünscht. Dennoch zeigen die Universitäten Bremen und Oldenburg nicht zuletzt mit ihren Exzellenzclustern eindrucksvoll, dass wissenschaftliche Stärke und internationale Wettbewerbsfähigkeit in der Region vorhanden sind. Die Zusammenarbeit mit Oldenburg ist zugleich auf eine verlässliche Grundlage gestellt, die auch über den Exzellenzwettbewerb hinaus bestehen bleibt. Jetzt kommt es darauf an, auf diesem starken Fundament weiter aufzubauen und den Nordwesten als attraktiven und wettbewerbsfähigen Wissenschafts- und Forschungsstandort weiterzuentwickeln. Ich danke allen, die an der Antragsstellung zur Exzellenz-Universität mitgewirkt haben.“
In ihrem Verbundantrag haben die beiden Universitäten festgehalten, dass sie ihre Forschungskompetenzen bündeln wollen, um Antworten auf gesellschaftliche Zukunftsfragen zu finden. Dazu zählen etwa der verlässliche und menschenzentrierte Einsatz von künstlicher Intelligenz, die Entwicklung intelligenter Technologie zur Krankheitsprävention und der globale Zusammenhalt. Die Vision der Northwest Alliance: den Nordwesten zu einer pulsierenden Wissenschaftsregion weiterentwickeln, ideale Voraussetzungen für zukunftsgerichtete Spitzenforschung und Lehre schaffen sowie das Verhältnis zwischen Universität und Gesellschaft neu definieren.
Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern
Mit der Exzellenzstrategie wollen Bund und Länder die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Universitäten stärken. Das tun sie über zwei verschiedene Förderlinien:
Mit den Exzellenzclustern wird Spitzenforschung in einzelnen Forschungsbereichen gefördert. Insgesamt 539 Millionen Euro gehen über diesen Weg jährlich an 70 Cluster in ganz Deutschland. Die Laufzeit beträgt sieben Jahre, eine Weiterförderung im Anschluss daran ist möglich. Vier dieser Exzellenzcluster gehören seit Anfang 2026 zur Northwest Alliance: Hearing4all.connects (Hörforschung/Universität Oldenburg, MHH und Universität Hannover), Marsperspektive (Material- und Produktionsforschung/Universität Bremen), NaviSense (Tiernavigationsforschung/Universität Oldenburg) und Ozeanboden (Meeresforschung/Universität Bremen und Universität Oldenburg).
Mit der Förderung als Exzellenzuniversität oder Universitärer Exzellenzverbund werden Universitätsstandorte als Ganzes gestärkt. Voraussetzung sind mindestens zwei Exzellenzcluster für eine einzelne Universität und mindestens drei Exzellenzcluster für einen Verbund aus zwei oder drei Universitäten.
https://northwest-alliance.de/ Website der Northwest Alliance
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter
fachunabhängig
überregional
Kooperationen, Organisatorisches
Deutsch

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