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09.10.2026 13:49

Digitalisierung für das Rheinische Revier: techHAUS in Hürth offiziell eröffnet

Lena Loske PR und Marketing
Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

    Mit mehr als 150 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik hat Fraunhofer FIT am 8. Oktober 2026 das techHAUS in Hürth offiziell eröffnet. Ein besonderer Höhepunkt war die feierliche Übergabe des Förderbescheids für das Strukturwandelprojekt. Gemeinsam mit NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur diskutierten die Teilnehmenden, wie Unternehmen die Chancen der Digitalisierung nutzen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können. Beim anschließenden Rundgang zeigten konkrete Demonstratoren, wie Künstliche Intelligenz und andere digitale Technologien zur Lösung praktischer Herausforderungen beitragen können.

    Mehr als 150 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und öffentlicher Hand kamen zur offiziellen Eröffnung des techHAUS auf dem euronova CAMPUS in Hürth. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie insbesondere kleine und mittlere Unternehmen digitale Technologien sinnvoll für ihre eigenen Herausforderungen einsetzen können. Das techHAUS des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT schafft dafür einen Ort, an dem Unternehmen Technologien kennenlernen, praktisch erproben und deren Potenzial für den eigenen Betrieb bewerten können. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dirk Breuer, Bürgermeister der Stadt Hürth, sowie den beiden techHAUS-Projektleitenden Prof. Wolfgang Prinz und Lisa Klug. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die offizielle Übergabe des Förderbescheids für das Strukturwandelprojekt techHAUS durch NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur. Sie unterstrich die Bedeutung des Vorhabens für die digitale Transformation und die wirtschaftliche Entwicklung des Rheinischen Reviers.

    »Das techHAUS wird zwar heute offiziell eröffnet, läuft aber schon seit dem 1. April – daher können wir Ihnen schon einige Beispiele unserer Arbeit zeigen! Wenn Sie auch eine entsprechende Idee oder Herausforderung haben, dann freuen wir uns, Sie dabei zu unterstützen«, lädt Wolfgang Prinz die anwesenden Unternehmen ein.

    Digitale Souveränität als Wettbewerbsfaktor

    Welche Rolle digitale Souveränität für Unternehmen im Strukturwandel spielt, diskutierte NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur gemeinsam mit Magdalena Albers, Inhaberin der eskira Schreinerei, Dr. Alexander Nichau, Gründer der niologic GmbH, und Elke Hohmann, Abteilungsleiterin Projektentwicklung bei der Zukunftsagentur Rheinisches Revier. Moderiert wurde das Gespräch von Wolfgang Prinz und Lisa Klug.

    Dabei wurde deutlich, dass viele Unternehmen vor einer grundlegenden Herausforderung stehen: Der Druck zur Digitalisierung wächst, zugleich ist oft schwer abzuschätzen, welche Technologien sich langfristig lohnen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen müssen Investitionen sorgfältig abwägen und können nicht jedem technologischen Trend folgen. Auch die Perspektive des Handwerks spielte eine wichtige Rolle. Magdalena Albers berichtete, dass Künstliche Intelligenz bereits im handwerklichen Alltag eingesetzt wird, zugleich aber ein Bedarf an sicheren, standardisierten und praxistauglichen Anwendungen besteht. Sie sprach sich dafür aus, mit den Angeboten des techHAUS möglichst viele kleine und mittlere Unternehmen zu erreichen und deren Herausforderungen unmittelbar im betrieblichen Alltag aufzugreifen.

    Ministerin Neubaur hob die Bedeutung von Zusammenarbeit und Austausch für die Entwicklung neuer Ideen hervor. Zugleich verwies sie auf die technologischen Kompetenzen Nordrhein-Westfalens und die Chancen, diese für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu nutzen. »Kein Betrieb sollte erst Geld ausgeben müssen, um herauszufinden, ob sich KI für ihn lohnt. Im techHAUS.NRW geht es andersherum: erst ausprobieren, dann entscheiden. Viele Inhaberinnen und Inhaber wissen, dass sich etwas tun muss. Ihnen fehlt nicht der Wille, ihnen fehlt die Zeit. Wir nehmen ihnen die Suche ab und zeigen, was im eigenen Betrieb funktioniert. So wird Strukturwandel konkret: in der Werkstatt, im Büro, an der Kasse«, sagt Ministerin Neubaur.

    Technologien ausprobieren statt nur darüber sprechen

    Wie der Transfer von Forschung in die Praxis konkret aussehen kann, erlebten die Gäste beim anschließenden Rundgang durch das techHAUS. An verschiedenen Stationen präsentierten die Expertinnen und Experten des Fraunhofer FIT Demonstratoren und erste Projektergebnisse. Ein Beispiel ist die KI-gestützte Auswertung von Bürgermeldungen zu Geruchsbelästigungen in Hürth und Brühl. Auf Grundlage von mehr als 800 Meldungen und ergänzenden Wetterdaten konnten die Forschenden erste Hinweise auf mögliche Emissionsquellen gewinnen und die Ergebnisse anschaulich visualisieren. Weitere Demonstratoren zeigten, wie KI-gestützte Assistenzsysteme Mitarbeitende unterstützen können und welche Möglichkeiten digitale Identitäten und die europäische EUDI-Wallet eröffnen. Auch die Resilienz digitaler Infrastrukturen war ein Thema: Mit einer bereits aufgebauten Breitband-Kommunikationsverbindung zwischen dem Fraunhofer FIT in Sankt Augustin und dem techHAUS demonstrierte das Team, wie sich mithilfe von Solarenergie und Batteriespeichern Kommunikationsmöglichkeiten auch bei Stromausfällen aufrechterhalten lassen. Die Beispiele verdeutlichten die Bandbreite der Themen, mit denen sich Unternehmen an das techHAUS wenden können – von KI und Wissensmanagement über digitale Nachweise bis hin zu sicheren Kommunikationsinfrastrukturen.

    Anlaufstelle für Digitalisierung im Rheinischen Revier

    »In unseren Gesprächen mit Betrieben erleben wir immer wieder dasselbe Dilemma: Der Druck zu digitalisieren ist groß, doch zwischen Tagesgeschäft und rasantem Technologiefortschritt fehlt oft der Überblick, wo man anfangen soll. Dabei muss man nicht alles können, anfangen ist der wichtigste Schritt. Den Einstieg finden wir gemeinsam, und zwar nicht über die Technologie, sondern über die Frage, welches Problem ein Unternehmen lösen möchte. In der Regel zeigen wir bereits innerhalb von zwei Wochen mit einem Prototyp, wie eine Lösung in der Praxis aussehen könnte und machen die Erkenntnisse daraus auch für andere Betriebe nutzbar. So profitiert die ganze Region«, erklärt Projektleiterin Lisa Klug.

    Mit der offiziellen Eröffnung wurde das techHAUS als Anlaufstelle für die digitale Transformation im Rheinischen Revier vorgestellt. Das Angebot richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen aller Branchen, steht darüber hinaus aber auch Kommunen, Initiativen sowie Bürgerinnen und Bürgern offen. Der Einstieg ist bewusst niedrigschwellig gestaltet: In einem ersten Gespräch oder Workshop werden die Herausforderungen eines Unternehmens aufgenommen und mögliche Lösungswege erarbeitet. Darauf aufbauend können gemeinsam mit den Forschenden erste Prototypen entwickelt und getestet werden. Die Förderung im Rahmen des Strukturwandels ermöglicht es, Unternehmen viele dieser Leistungen kostenfrei anzubieten. Erkenntnisse aus den Projekten sollen – unter Wahrung vertraulicher Unternehmensinformationen – auch anderen Betrieben im Rheinischen Revier zugutekommen.

    Das techHAUS wird im Rahmen des STARK-Programms durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen begleitet.

    Unternehmen, die eigene Digitalisierungsfragen mit den Expertinnen und Experten des techHAUS diskutieren oder Technologien vor Ort ausprobieren möchten, finden weitere Informationen unter www.techhaus.de.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Lisa Klug, Fraunhofer FIT
    E-Mail: lisa.klug@fit.fraunhofer.de


    Bilder

    Von links nach rechts: Prof. Wolfgang Prinz, Lisa Klug, Ministerin Mona Neubaur, Elke Hohmann, Magdalena Albers, Dr. Alexander Nichau
    Von links nach rechts: Prof. Wolfgang Prinz, Lisa Klug, Ministerin Mona Neubaur, Elke Hohmann, Magda ...

    Copyright: Nada Males

    Ausprobieren der Demonstratoren
    Ausprobieren der Demonstratoren

    Copyright: Nada Males


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Informationstechnik, Wirtschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Von links nach rechts: Prof. Wolfgang Prinz, Lisa Klug, Ministerin Mona Neubaur, Elke Hohmann, Magdalena Albers, Dr. Alexander Nichau


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