idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo


Instanz:
Teilen: 
12.10.2026 13:27

Lebertransplantation als Therapie bei fortgeschrittenem Darmkrebs

Dr. Uta von der Gönna Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Jena

    Universitätsklinikum Jena koordiniert internationale transplantationsonkologische Studie

    Mit jährlich etwa 55.000 Neudiagnosen gehört Dickdarmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen entwickeln sich im Krankheitsverlauf Lebermetastasen. Deren chirurgische Entfernung bietet zwar die Chance auf Heilung, ist jedoch nur bei etwa 20 bis 30 Prozent der Patientinnen und Patienten möglich. Können die Tumoren wegen ihrer Ausbreitung oder ungünstigen Lage nicht operiert werden, verbleibt nur die Systemtherapie mit Zytostatika und den damit verbundenen Nebenwirkungen.

    „In einer Studie gemeinsam mit der Uniklinik Tübingen konnten wir im Rahmen unseres Leberlebendspende-Programms zeigen, dass ausgewählte Patientinnen und Patienten durchaus von einer Lebertransplantation durch eine Lebendspende profitieren. So lassen sich durch innovative Ansätze wie die zweistufige Lebertransplantation bei entsprechender Eignung 5-Jahres-Überlebensraten von bis zu 75 Prozent erreichen“, sagt Prof. Dr. Falk Rauchfuß vom Universitätsklinikum Jena. Diese Erfahrungen bringt der Transplantationschirurg in das europäischen Forschungsprojekt Lit-Met ein, das die Lebertransplantation als Behandlungsoption bei Dickdarmkrebs-Metastasen untersucht. Er leitet die internationale klinische Studie, die in das Projekt integriert ist.

    Die randomisierte prospektive Studie vergleicht die Lebertransplantation mit der Teilentfernung der von Metastasen betroffenen Leber. Über 200 Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Dickdarmkrebs sollen vom kommenden Jahr an in 30 europäischen Studienzentren an der Untersuchung teilnehmen. Das Ziel der Studie ist es, den Nutzen der Transplantation nachzuweisen und präzise Kriterien für die Patientenauswahl zu etablieren. Dafür entwickeln die Projektpartner KI-basierte Prognosemodelle auf der Basis klinischer und molekularer Daten, evaluieren chirurgisch Prozeduren und beziehen die Lebensqualität der Patienten als Maß für den Behandlungserfolg systematisch ein.

    Falk Rauchfuß: „Wir wollen die Lebertransplantation als Behandlungsoption bei Dickdarmkrebs etablieren und die Bedingungen definieren, unter denen die Betroffenen davon profitieren. Damit möchten wir als Universitätsklinikum Jena maßgeblich zur Weiterentwicklung der Transplantationsonkologie beitragen.“

    Über Lit-Met: https://lit-met.eu/
    Im Projekt LiT-Met untersucht ein internationales Forschungskonsortium das Potenzial der Lebertransplantation für Patientinnen und Patienten mit Lebermetastasen bei kolorektalem Karzinom. Der Verbund von 21 Universitäten und klinischen Forschungseinrichtungen wird von der Universität Bologna koordiniert und vom Europäischen Forschungsrat mit zehn Millionen Euro gefördert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Kontakt:
    apl. Prof. Dr. Falk Rauchfuß
    Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Jena Falk.Rauchfuss@med.uni-jena.de


    Bilder

    In einer Studie im Rahmen des EU-Projektes Lit-Met untersucht Prof. Dr. Falk Rauchfuß vom Universitätsklinikum Jena die Lebertransplantation als Behandlungsoption bei Dickdarmkrebs-Metastasen.
    In einer Studie im Rahmen des EU-Projektes Lit-Met untersucht Prof. Dr. Falk Rauchfuß vom Universitä ...
    Quelle: Inka Rodigast
    Copyright: Universitätsklinikum Jena


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    In einer Studie im Rahmen des EU-Projektes Lit-Met untersucht Prof. Dr. Falk Rauchfuß vom Universitätsklinikum Jena die Lebertransplantation als Behandlungsoption bei Dickdarmkrebs-Metastasen.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).