Wie Schulessen gesund, nachhaltig, wirtschaftlich und zugleich attraktiv für Kinder und Jugendliche werden kann, stand im Mittelpunkt des Bayerischen Schulverpflegungskongresses 2026. Die Beiträge zeigten: Akzeptanz entsteht durch gutes Essen, Beteiligung, ansprechende Mensen und klare Kommunikation - und auch Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit lassen sich verbinden. Praxisbeispiele machten deutlich, wie regionale Lebensmittel, Ernährungsbildung, weniger Lebensmittelverschwendung und interkommunale Zusammenarbeit gelingen können.
Rund sechs Millionen Kinder und Jugendliche essen täglich in Kitas oder Schulen. Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder gewinnt die Schulverpflegung weiter an Bedeutung. Der Bayerische Schulverpflegungskongresses am 23. September in Nürnberg lieferte Impulse und Ansatzpunkte, wie sich das Mittagessen in Schulen gesund, nachhaltig, wirtschaftlich und attraktiv gestalten lässt.
Trends als Chance
Wie gesellschaftliche Megatrends die Schulverpflegung verändern, zeigte Speaker Daniel Anthes auf dem Kongress. Individualisierung, Snackification und die Auflösung klassischer Mahlzeitenstrukturen stellen neue Anforderungen an die Gemeinschaftsverpflegung. Gleichzeitig eröffnen sie Möglichkeiten, das Angebot zeitgemäß zu gestalten. So können Mensen beispielsweise gesunde Snacks zur Selbstbedienung anbieten oder mit „Free-Flow“-Buffets mehr zeitliche Flexibilität ermöglichen. Entscheidend ist, die Essgewohnheiten und Wünsche der Kinder und Jugendlichen aufzugreifen und sie aktiv an der Gestaltung des Angebots zu beteiligen.
Gemeinsam die Mensa zum Wohlfühlort machen
Wie wichtig es sei, die Perspektive der Schülerinnen und Schüler einzubeziehen, betonte auch Ökotrophologin und Kinderernährungsexpertin Sarah Schocke. Kommunikation und Beteiligungsmöglichkeiten beeinflussen, ob ein Angebot angenommen wird. Partizipation sollte aber nicht nur die Speisen selbst umfassen. „Schulverpflegung ist mehr als das Essen auf dem Teller, sondern ein elementarer Bestandteil der Kindheit,“ so Schocke. Die Räumlichkeiten und dessen Atmosphäre sind entscheidend, wie Kinder die Mahlzeiten in der Schule empfinden. Eine Mensa sollte entsprechend ein Lebens- und Erlebnisraum sein und ansprechend gestaltet sein.
Qualität und Wirtschaftlichkeit zusammendenken
Mehr Qualität muss nicht zwangsläufig höhere Kosten bedeuten, wie Beispiele aus der Praxis illustrieren. Es gibt verschiedene Ansätze, um Spielräume für eine höhere Qualität des Wareneinsatzes zu schaffen: Ein Speiseplan, der anstelle von parallelen Menülinien auf wenige, gut gewählte Optionen setzt. Auch pflanzenbetonte Gerichte, die Messung und gezielte Vermeidung von Lebensmittelabfällen oder die Neuorganisation von Prozessen bieten Potenziale.
Auch regionale und biologische Lebensmittel lassen sich in tragfähige Konzepte integrieren. Dabei spielen langfristige Beziehungen zu Erzeugern, eine vorausschauende Planung und ein passendes Speisenangebot eine wichtige Rolle. Aus kommunaler Sicht wiederum können gemeinsame Konzepte mehrerer Gemeinden, fachliche Beratung und klare politische Entscheidungen dazu beitragen, bei Beschaffung und Vergabe neben dem Preis auch Kriterien wie Regionalität, Frische und Qualität zu berücksichtigen.
Der DGE-Qualitätsstandard und die Bayerischen Leitlinien Schulverpflegung bieten dafür einen fachlichen Rahmen. Für die Weiterentwicklung der eigenen Schulverpflegung können drei Fragen helfen: Was ist ernährungsphysiologisch sinnvoll? Was wird tatsächlich angenommen? Und unter welchen Bedingungen wird gegessen? Qualität entsteht damit nicht nur auf dem Teller, sondern auch bei Auswahl, Ausgabe, Raum, Zeit, Kommunikation, Beteiligung und Zusammenarbeit.
Ganztag braucht gemeinsame Planung
Mit dem Ausbau des Ganztags rückt die Schulverpflegung noch stärker in den Mittelpunkt des gesamten Schultags. Mittagessen ist mehr als reine Versorgung: Es schafft soziale Begegnung, vermittelt Wertschätzung für Lebensmittel und macht Ernährungsbildung erlebbar. Damit das Essen zu einem festen Bestandteil des Ganztags wird, müssen Schule, Schulaufwandsträger und Verpflegungsanbieter die Zuständigkeiten und Abläufe von der Essensausgabe bis hin zur Betreuung frühzeitig klären.
Dabei müssen Schulen den Weg nicht allein gehen. Die Vernetzungsstellen Kita- und Schulverpflegung beraten und begleiten Schulen und Kommunen, vermitteln Kontakte und unterstützen bei der Entwicklung passender Lösungen. Auch die abschließende Gesprächsrunde des Kongresses machte deutlich: Der erste Schritt muss nicht die große Veränderung sein. Ausgangspunkt kann eine konkrete Frage sein: Was wollen wir an unserer Schule verbessern? Daraus lassen sich gemeinsam die nächsten Schritte und passenden Partner entwickeln.
Über das KErn
Das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) bündelt Informationen rund um Ernährung aus Wissenschaft und Praxis. Gemeinsam mit allen Akteuren der Wertschöpfungskette entwickelt das KErn-Team Lösungen für das Ernährungssystem der Zukunft. So machen wir uns stark für gutes Essen – gesund, nachhaltig und genussvoll. Der Hauptsitz befindet sich in Kulmbach, ein zweiter Standort in Freising-Weihenstephan.
Das KErn wurde 2011 gegründet und ist ein Institut der LfL im Ressort des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF). Weitere Informationen finden Sie unter: www.KErn.bayern.de
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Dr. Stephan Lück vom Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn), Moderator des Bayerischen Schulverpflegu ...
Quelle: Susanne Ullrich
Copyright: KErn / Susanne Ullrich
Mittagsbuffet beim Bayerischen Schulverpflegungskongress 2026
Quelle: Susanne Ullrich
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Pädagogik / Bildung
regional
Schule und Wissenschaft
Deutsch

Dr. Stephan Lück vom Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn), Moderator des Bayerischen Schulverpflegu ...
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