idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo


Instanz:
Teilen: 
16.10.2026 20:56

Geopark Vogtland ist Deutschlands 20. Nationaler Geopark

Dr. Christof Ellger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung

    Mit dem Geopark Vogtland wächst die Zahl der mit dem Etikett „Nationaler Geopark“ ausgezeichneten Geoparks in Deutschland auf 20. Der Geopark im sächsischen Vogtland, um die ehemalige Bergbaustadt Falkenstein gelegen, ist der kleinste der deutschen Geoparks. In einem attraktiven Ausflugsgebiet bildet der Topasfelsen des Schneckensteins den geologischen Höhepunkt.

    In einer feierlichen Veranstaltung, die am 18. September 2026 in Falkenstein im Vogtland stattfand, überreichte der Präsident der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung, der Karlsruher Geologieprofessor Frank Schilling, dem Geopark Vogtland die Ernennungsurkunde als Nationaler Geopark.

    Geoparks sind so etwas wie Naturparke mit geologischem Schwerpunkt. Sie präsentieren vor allem ihr besonderes geologisches Erbe an Besucherinnen und Besucher, tragen auf diese Weise zur naturwissenschaftlichen und ökologischen Bildung bei und leisten durch die Förderung von „Geotourismus“ einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der betreffenden Regiion. Was sie auszeichnet, sind markante Gesteinsaufschlüsse, die einen Blick in die Erdgeschichte erlauben, spektakuläre Felsformationen, Höhlen, Quellen oder eindrucksvolle Landschaftsformen sowie Relikte aus dem Bergbau, die zum Beispiel als Besucherbergwerke eine Nachnutzung gefunden haben.

    Das Etikett „Nationaler Geopark“ verleiht seit 2002 die GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung, der Zusammenschluss der geowissenschaftlichen Verbände und Forschungsreinrichtungen in Deutschland. Um es zu erlangen, müssen sich die Geoparks einer Zertifizierung stellen. Diese Zertfizierung hat jetzt der Geopark Vogtland, im Südosten des Vogtlandkreises an der tschechischen Grenze gelegen, erfolgreich absolviert.

    Mit dem Topasfelsen des Schneckenstein besitzt er ein außergewöhnliches Geotop, das zusammen mit dem benachbarten Besucherbergwerk Grube Tannenberg und dem Sächsisch-Böhmischen Mineralienzentrum die Topaswelt Schneckenstein bildet. Das Mineralienzentrum dient dem Geopark auch als zentrales Informationszentrum, das durch seine reich ausgestatteten Räume und die instruktive Vermittlung der regionalen Geologie überzeugt. Thematisiert werden im Geopark Vogtland außerdem Granitsteinbrüche, früher Vulkanismus, der Theumaer Fruchtschiefer, der als besonderer Naturwerkstein abgebaut wird, und die historische Flößerei, die das Holz aus den Vogtländer Wäldern nach Leipzig und Halle brachte. All dies wird im Gelände auf Schautafeln erklärt und auf Exkursionen durch die Geopark-Ranger an die Gäste vermittelt. Das südöstliche Vogtland ist darüber hinaus eine weithin bekannte Tourismusdestination, die mit ihrer abwechslungsreichen Landschaft im Sommer Wanderer anzieht und im Winter bekannt für ihren Wintersport ist.

    Der Geopark Vogtland ist mit seinen 388 Quadratkilometern der kleinste der Geoparks in Deutschland. Mit ihm tragen jetzt 20 Geoparks das Gütesiegel „Nationaler Geopark“; sie bedecken zusammen rund 17 % der Fläche des Bundesgebietes. Die meisten Geoparks liegen in einem der zahlreichen Mittelgebirge Deutschlands, aber es gibt im Norddeutschen Tiefland auch Flachland-Geoparks, die vor allem die eiszeitliche Entstehung der Landoberfläche zeigen (siehe auch die beigefügte Karte der Geoparks in Deutschland).

    Obwohl es Geoparks schon seit fast 30 Jahren gibt und sie mittlerweile auch ein UNESCO-Programm bilden (8 der 20 zertifizierten Geoparks sind zugleich UNESCO Global Geoparks), ist der Begriff Geopark merkwürdigerweise immer noch für viele unbekannt – vielleicht, weil er in keinem Gesetz steht; in Deutschland gibt es für die Geoparks nur die Richtlinien des Bund-Länder-Ausschusses Bodenforschung als amtliches Dokument. Dennoch ist es verwunderlich, dass ein Vierteljahrhundert nicht ausgereicht hat, das Wort „Geopark“ – ähnlich wie „Naturpark“ oder „Nationalpark“ – stärker im allgemeinen Sprachgebrauch zu etablieren. Der Geopark Vogtland wird künftig mithelfen, die Geoparks populärer zu machen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Christof Ellger (Christof.Ellger@geo-union.de)


    Bilder

    Topasfelsen Schneckenstein
    Topasfelsen Schneckenstein

    Copyright: GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung

    Bürgermeister Marco Siegemund (l.) und Prof. Frank Schilling
    Bürgermeister Marco Siegemund (l.) und Prof. Frank Schilling

    Copyright: Geopark Vogtland


    Anhang
    attachment icon Karte der Geoparks in Deutschland

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geowissenschaften, Geschichte / Archäologie, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

    Topasfelsen Schneckenstein


    Zum Download

    x

    Bürgermeister Marco Siegemund (l.) und Prof. Frank Schilling


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).