Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) der TU Berlin verleiht Eva-Reichmann-Buchpreis an den amerikanischen Wissenschaftler Prof. Dr. Sven-Erik Rose / Einladung zur Preisverleihung am 9. November
Erstmals verleiht das Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) an der Fakultät I Geistes- und Bildungswissenschaften der Technischen Universität Berlin den Eva-Reichmann-Buchpreis und würdigt damit ein herausragendes Werk im Bereich der Antisemitismus- und Holocaustforschung. Preisträger der mit 3.000 Euro dotierten Auszeichnung ist Prof. Dr. Sven-Erik Rose von der University of California, Davis, der die Ehrung für sein Werk mit dem Titel „The Making and Unmaking Literature in the Warsaw, Lodz, and Vilna Ghettos“ erhält. Das ZfA ist die erste Einrichtung in Deutschland, die speziell Bücher aus dem Bereich der Antisemitismus- und Holocaustforschung auszeichnet.
Die Preisjury war begeistert von Sven-Erik Roses herausragender Analyse literarischer Texte jiddischsprachiger Autoren in den Ghettos in Warschau, Wilna und Lodz. In seinem aufrüttelnden Werk lädt der Autor die Leser*innen ein, mit den jiddischen Schriftstellern über die Produktion von Kultur im Moment des Völkermords nachzudenken.
Wir möchten Sie hiermit herzlich zu der Verleihung des Eva-Reichmann-Buchpreises einladen. Im Rahmen der Verleihung findet ein Festvortrag des Preisträgers statt. Die Laudatio hält Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum, Leiterin des ZfA. Prof. Dr. Kirsten Heinsohn, (kommissarische) Direktorin der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg wird in das Leben und Werk von Eva Reichmann einführen, der Namensgeberin des Buchpreises.
Zeit: 9.11.2026, 18.00 Uhr
Ort: Technische Universität Berlin, Raum HBS005, Hardenbergstraße 16-18, 10623 Berlin
Die Veranstaltung ist öffentlich. Der Vortrag findet in englischer Sprache statt. Wir würden uns freuen, wenn Sie auf die Veranstaltung hinweisen würden.
Die Jury über „The Making and Unmaking Literature in the Warsaw, Lodz, and Vilna Ghettos“
„Das Werk bietet eine eigene, neue und herausfordernde Sichtweise auf die Geschichte des Holocaust und darauf, wie wir diese verstehen. Die Jury war beeindruckt, wie Rose die literarischen Stimmen derjenigen, die ermordet wurden, systematisch in die kontroverse Debatte um die Erinnerungskultur und damit die Grenzen dessen, was wir überhaupt erinnern, einbezieht. Indem Sven-Erik Rose eine radikale Opferperspektive einnimmt, werden Ghettos nicht nur als Orte des Sterbens und Mordens, sondern auch als Orte der Kulturproduktion erkennbar. Wie er zurecht anmahnt, prägen die Kulturen und Gesellschaften das Gedenken an die Opfer, die die institutionellen, finanziellen und politischen Mittel dazu zur Verfügung haben. Indem Rose in seinem ausgezeichneten Buch den Fokus auf die ungehörten Geschichten jiddischer Schriftsteller richtet, wirkt er dem entgegen.“
Das Buch Making and Unmaking of Literature in the Warsaw, Lodz, and Vilna Ghettos (https://brandeisuniversitypress.com/title/making-and-unmaking-literature-in-the-...) ist 2025 bei Brandeis University Press in der Reihe „The Tauber Institute Series for the Study of European Jewry” erschienen.
Die Jury nominiert außerdem die Bücher “The Meaning of Israel: Anti-Zionism and Philo-Zionism in the Postwar Left“ (https://www.routledge.com/The-Meaning-of-Israel-Anti-Zionism-and-Philo-Zionism-i...) von Åsmund Borgen Gjerde und “Allende, Pinochet, and the Jews” (https://www.routledge.com/Allende-Pinochet-and-the-Jews/Guzman/p/book/9781041164...) von Gustavo Guzmán auf einer Shortlist.
Über Sven-Erik Rose
Sven-Erik Rose ist Professor für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft an der University of California, Davis. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen auf der Holocaust-Literatur, dem deutsch-jüdischen Denken sowie den kulturellen und philosophischen Auseinandersetzungen mit Trauma und Erinnerung. Sein erstes Buch, „Jewish Philosophical Politics in Germany, 1789–1848“, wurde von der Association for Jewish Studies mit dem Jordan-Schnitzer-Buchpreis in der Kategorie Philosophie und jüdisches Denken ausgezeichnet. Er hat zahlreiche Beiträge zur Kritischen Theorie und zur Darstellung des Holocaust verfasst.
Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:
Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum
Technische Universität Berlin
Fakultät I Geistes- und Bildungswissenschaften
Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung
E-Mail: sekretariat@asf.tu-berlin.de
und
Dr. Stefanie Fischer
Technische Universität Berlin
Fakultät I Geistes- und Bildungswissenschaften
Zentrum für Antisemitismusforschung
Tel.: +49 (0)30 314-25489
E-Mail: s.fischer@tu-berlin.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Geschichte / Archäologie
überregional
Personalia
Deutsch

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