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23.10.2026 10:03

Bildung, Forschung und Innovation als Schlüssel zur Modernisierung im Westbalkan: Stellungnahme zum Berlin Prozess

Sonja Kastilan Abteilung Wissenschaftskommunikation
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina

    Der Wissenschafts- und Bildungssektor spielt in den sechs Westbalkan-Ländern eine zentrale Rolle für ihre europäische Integration. Hochschulbildung, Forschung und Innovation tragen nicht nur zur wirtschaftlichen Entwicklung bei, sondern stärken auch die gesellschaftliche Resilienz. Anlässlich des zwölften Westbalkan-Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs in Sveti Stefan/Montenegro hat die zehnte Gemeinsame Wissenschaftskonferenz des Berlin Prozesses eine Stellungnahme veröffentlicht. Darin legen die Beteiligten einen besonderen Fokus auf die Zukunftsperspektiven junger Menschen im Westbalkan und empfehlen, den Wissenssektor in der Region nachhaltig zu stärken.

    Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz des Berlin Prozesses gibt es als Wissenschaftsdiplomatie-Format seit 2015. Sie wird von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina koordiniert.

    Die schrittweise Integration der Westbalkan-Länder Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien in die Europäische Union wird seit vielen Jahren durch Bildung, Forschung und Innovation vorangebracht. In ihrer gemeinsamen Erklärung betonen die 60 Teilnehmenden der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz, dass diese Bemühungen weiterhin gestärkt und ausgebaut werden sollten. Der Wissenssektor sollte konsequent modernisiert werden, vor allem durch gezielte Investitionen und den Abbau administrativer Hürden. Die gemeinsame Erklärung stellt dabei junge Menschen in den Mittelpunkt, deren Perspektiven in den Westbalkan-Ländern durch wettbewerbsfähige Universitäten, zukunftsorientierte Studienprogramme und bessere Verbindungen zum Arbeitsmarkt gestärkt werden können. Europäische Fördermittel sollten gezielter eingesetzt werden, um Innovation in den westlichen Balkanstaaten zu ermöglichen, besonders beim Transfer von Forschung und Innovation in die Wirtschaft. Dabei sollten die Partnerschaften zwischen Hochschulen und Wirtschaft ausgebaut sowie Frühphasenfinanzierung und Skalierung von wissensintensiven Start-ups unterstützt werden. Die Regierungen sollten zudem unabhängige wissenschaftliche Beratungsgremien einrichten, um die Beobachtung und Bewertung wichtiger politischer Maßnahmen, Investitionen und EU-geförderter Projekte fachlich zu unterstützen.

    Die zehnte Gemeinsame Wissenschaftskonferenz des Berlin Prozesses fand vom 12. bis 14. Oktober in Podgorica/Montenegro statt. Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Erarbeitung einer gemeinsamen Stellungnahme mit Empfehlungen für den zwölften Westbalkan-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 22. Oktober in Sveti Stefan. Die gemeinsame Stellungnahme kann hier eingesehen werden: https://www.leopoldina.org/jsc-statement

    Der Berlin Prozess für den westlichen Balkan ist eine gemeinsame Initiative 16 europäischer Länder und der Europäischen Kommission. Die zwischenstaatliche Initiative, die 2014 von der Bundesregierung ins Leben gerufen wurde, unterstützt die Integration der Länder des westlichen Balkans in die EU und fördert die regionale Zusammenarbeit in Südosteuropa. Seit 2015 umfasst der Berlin Prozess auch eine eigene Säule für Wissenschaft, Bildung, Forschung, Innovation und Wissenstransfer, die von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina koordiniert wird. Das jährliche Treffen der an diesem Segment beteiligten Stakeholder und Sachverständigen findet in Form der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Berlin Prozesses statt. Weitere Informationen zur Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Berlin Prozesses: https://www.leopoldina.org/10bpjsc

    Medienkontakt:
    Sonja Kastilan
    Leiterin der Abteilung Wissenschaftskommunikation
    Tel.: +49 (0)345 472 39-800
    E-Mail: presse@leopoldina.org

    Über die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina:
    Als Nationale Akademie der Wissenschaften leistet die Leopoldina unabhängige wissenschaftsbasierte Politikberatung zu gesellschaftlich relevanten Fragen. Dazu erarbeitet die Akademie interdisziplinäre Stellungnahmen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. In diesen Veröffentlichungen werden Handlungsoptionen aufgezeigt, zu entscheiden ist Aufgabe der demokratisch legitimierten Politik. Die Expertinnen und Experten, die Stellungnahmen verfassen, arbeiten ehrenamtlich und ergebnisoffen. Die Leopoldina vertritt die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien, unter anderem bei der wissenschaftsbasierten Beratung der jährlichen G7- und G20-Gipfel. Sie hat rund 1.750 Mitglieder aus mehr als 30 Ländern und vereinigt Expertise aus nahezu allen Forschungsbereichen. Sie wurde 1652 gegründet und 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt. Die Leopoldina ist als unabhängige Wissenschaftsakademie dem Gemeinwohl verpflichtet.


    Weitere Informationen:

    https://www.leopoldina.org/


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    fachunabhängig
    überregional
    Kooperationen, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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