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26.10.2026 10:58

Spielerisch Datensouveränität erleben: MEDILARP erstmals im Einsatz

Laurie Goos Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft
Wissenschaftsjahr 2026 - Medizin der Zukunft

    Das Projekt MEDILARP führte heute erstmalig sein interaktives Rollenspiel am Englischen Institut in Heidelberg durch. Das im Wissenschaftsjahr 2026 geförderte Vorhaben sensibilisiert für einen vertrauensvollen Umgang mit Gesundheitsdaten. Weitere Termine in ganz Deutschland folgen.

    Heidelberg, 23. Oktober 2026 – MEDILARP ist ein Edu-LARP — ein pädagogisches Live-Rollenspiel, bei dem die Teilnehmenden nicht nur zuhören, sondern selbst handeln. Anders als bei einem Brettspiel oder Theaterstück gibt es kein festes Skript: Die Teilnehmenden bewegen sich frei im Raum, sprechen miteinander und treffen eigene Entscheidungen in ihren Rollen. Im Fall von MEDILARP schlüpfen sie dabei entweder in die Rolle von Gesundheitsdaten, beispielsweise Puls, Blutdruck oder Schlafqualität, oder in die Rolle einer Gesundheitsapp. Die Herausforderung: Die Apps werben um das Vertrauen der Gesundheitsdaten. Die Gesundheitsdaten hingegen müssen entscheiden, welcher Anwendung sie ihre Informationen anvertrauen. Im gemeinsam gestalteten Spiel verhandeln, entscheiden und erleben die Teilnehmenden, was Datensouveränität wirklich bedeutet.

    Ein erfrischender pädagogischer Ansatz

    Beim ersten Edu-LARP (Educational Live Action Role Play) am Englischen Institut in Heidelberg stellten sich drei Schulklassen der Jahrgangsstufe 7 dieser Aufgabe.

    Während das Spiel den Schüler*innen sichtlich Spaß bereitete, zeigte die Reflexionsrunde, dass das Thema auch für Heranwachsende aktuell ist: Die Mehrheit besitzt selbst ein Wearable oder kennt jemanden, der eines nutzt. Die Jugendlichen diskutierten intensiv über mögliche Risiken, etwa was passiert, wenn Gesundheitsdaten in falsche Hände geraten. Gleichzeitig thematisierten sie die Chancen, die das Teilen solcher Daten bieten kann, beispielsweise, die frühere Erkennung von Krankheiten und gezieltere Entwicklung von Therapien.

    Ein Schüler fasste seine Erfahrung aus dem Rollenspiel wie folgt zusammen: „Es war cool, mal was anderes“. Auch die Lehrkraft Johannes Heberer bewertete MEDILARP positiv: Er bezeichnete das Spiel als „ein erfrischender Ansatz für Schüler den Umgang mit den eigenen Daten zu erlernen“. Aus Sicht des Projektteams ist der erste Edu-LARP ein voller Erfolg gewesen und beweist, dass sich auch Jugendliche für das Thema Datensouveränität begeistern lassen. „Die teils sehr reflektierten Überlegungen der Siebtklässler*innen waren wirklich bemerkenswert.“, resümierten Stefanos Hatziavramidis und Pauline Krüger vom Projektteam.

    Erleben statt Erklären

    Wearables und Gesundheits-Apps erzeugen täglich Millionen Datenpunkte. Neuere Methoden der Künstlichen Intelligenz eröffnen die Möglichkeit, diese Daten in einem bisher unbekannten Ausmaß auszuwerten. Hieraus ergeben sich neue Chancen für die Medizin: Krankheiten früher erkennen, Behandlungen individuell abstimmen, Forschung beschleunigen. Doch dieselben Daten können auch missbraucht werden — für Profilbildung, Diskriminierung oder kommerzielle Interessen. Echte Datensouveränität bedeutet daher mehr als einmalige Zustimmung: Sie erfordert informierte, kontinuierliche und revidierbare Entscheidungen darüber, wem man welche Daten anvertraut — und warum.

    Genau das erlebbar zu machen, ist das Ziel von MEDILARP. Statt auf Erklärungen setzt das Edu-LARP auf gemeinsames Erleben: Wer selbst in die Rolle eines Datums oder einer App schlüpft, erlebt Datensouveränität nicht als Theorie, sondern als eigene Entscheidung. Im anschließenden Debriefing in Form einer gemeinsamen Reflexionsrunde wird aus dem Spielerlebnis eine echte Frage: Wie gehe ich selbst mit meinen Daten um?

    Schulen, Einrichtungen und Organisationen, die ein MEDILARP mit ihrer Gruppe durchführen möchten, können sich an stefanos.hatziavramidis[at]histmed.uni-heidelberg.de wenden. Pro Edu-LARP können zwischen zehn und 25 Personen teilnehmen.​‌

    Weitere Edu-LARPS im Projekt MEDILARP

    31.10.2026: MEDILARP beim Silbersalz-Festival in Halle (Saale)  
    Titel der Veranstaltung: “Wearables, Big Data, KI”, Sessions 14.00 Uhr und 17.00 Uhr 
    Zur Anmeldung:
    https://festicine.silbersalz-festival.com/de/schedule?jour%5B%5D=2026-10-31&...=  

    18.11.2026: MEDILARP bei der Akademie für Ältere (Heidelberg)

    Projektverantwortliche

    Prof. Dr. PD Nadia Primc, M.A. (Projektleitung), Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Medizinische Fakultät Heidelberg, Universität Heidelberg;
    Dr. Sandra Barteit, M.Sc., M.Sc., M.A. Heidelberg Institute of Global Health, Medizinische Fakultät Heidelberg, Universität Heidelberg;
    Prof. Dr. Björn-Ole Kamm, Kyoto University, Graduate School of Letters;
    Dr. Isabel Wagner, hei_INNOVATION, Transferagentur der Universität Heidelberg

    Pressekontakt Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft

    Kathrin Legermann | Cornelius Beutling
    Pressebüro Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft
    Potsdamer Straße 87 | 10785 Berlin
    Tel.: +49 228 9957-2442
    presse@wissenschaftsjahr.de

    Kontakt MEDILARP

    Stefanos Hatziavramidis
    Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
    Im Neuenheimer Feld 327
    69120 Heidelberg
    Tel.: +49 6221 54-8993
    Stefanos.Hatziavramidis@histmed.uni-heidelberg.de

    Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft

    Gesundheit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gutes Leben. Im Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft steht die Frage im Fokus, wie Forschende mit ihren Ideen und Lösungen schon heute die Medizin von morgen formen. Wie lassen sich in Zukunft Krankheiten diagnostizieren? Welche Ideen gibt es für die medizinische Versorgung? Wird KI die Medikamentenentwicklung revolutionieren? Wie können innovative Technologien Pflege unterstützen, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren? Wie lassen sich Präventionsstrategien verbessern, sodass wir seltener und weniger schwer erkranken? Ein besonderer Fokus im Wissenschaftsjahr liegt auf geschlechtersensibler Forschung, denn bis heute fehlt für viele Krankheiten die Datengrundlage für eine geschlechtsspezifische Behandlung und Versorgung. Dies gilt ganz besonders für Erkrankungen und Gesundheitsthemen, die gerade Frauen betreffen, darunter Endometriose oder Wechseljahre.

    Das Wissenschaftsjahr ist die größte bundesweite Plattform für disziplinübergreifende Kommunikation aktueller Forschungsthemen, an der sich pro Jahr 400 bis 800 Forschungsinstitute, Universitäten, Verbände, Vereine, Unternehmen und Stiftungen mit bis zu 1.000 Veranstaltungen und Aktionen beteiligen. Dazu gehören ein bundesweiter Hochschulwettbewerb, Formate wie SchulKinoWochen, MINTmachtage und die MS Wissenschaft, ein Ausstellungsschiff, das von Mai bis September bis zu 30 Städte in Deutschland anfährt. Die Wissenschaftsjahre werden seit dem Jahr 2000 ausgerufen und sind eine Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD).

    Das ganze Jahr über lädt das Wissenschaftsjahr mit Veranstaltungen, Projekten und Aktionen dazu ein, Einblicke in die aktuelle Medizinforschung zu gewinnen und in den Austausch mit Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Politik und Gesellschaft zu kommen. Auch Social Media-Formate, monatliche Challenges und prominente Botschafterinnen und Botschafter werden das Wissenschaftsjahr 2026 intensiv begleiten.


    Weitere Informationen:

    https://www.wissenschaftsjahr.de/2026/ Informationen zum Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft
    https://www.wissenschaftsjahr.de/2026/presse Pressematerial zum Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Wissenschaftler, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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