Heidelberg/Bremen – Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS wollen enger zusammenarbeiten. Beide Häuser haben dazu ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Die Vereinbarung gilt ab September 2026 und läuft zunächst fünf Jahre. Es ist die erste Partnerschaft dieser Art zwischen einem Helmholtz-Zentrum und einem Leibniz-Institut auf dem Feld der Krebsprävention.
Prof. Dr. Michael Baumann, Wissenschaftlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender des DKFZ, beschreibt das Ziel: „Mit dieser Zusammenarbeit schlagen wir in dem wichtigen Bereich der Gesundheitsprävention eine Brücke zwischen Helmholtz und Leibniz. Das DKFZ und das BIPS verbinden ihre komplementären Stärken, um Forschungsergebnisse noch gezielter dafür einzusetzen, Krebserkrankungen zu vermeiden und die Gesundheit der Bevölkerung zu erhalten. Dabei spielt das Nationale Krebspräventionszentrum, das wir in strategischer Partnerschaft mit der Deutschen Krebshilfe aufbauen, eine zentrale Rolle.“
Prof. Dr. Iris Pigeot, Direktorin des BIPS, ergänzt: „Beide Häuser teilen die Vision einer Zukunft, in der Krebs gar nicht erst entsteht oder so früh erkannt wird, dass er gut behandelbar ist. Die Partnerschaft schafft dafür eine Plattform, um Daten und Expertise strukturiert auszutauschen. Mich freut besonders, dass hier zwei Wissenschaftsorganisationen zusammenfinden – Helmholtz und Leibniz. Das ist ein Signal für eine stärker integrierte Präventionsforschung in Deutschland.“
Zusammenarbeit auf vier Ebenen
Die beiden Forschungseinrichtungen wollen ihre Zusammenarbeit auf vier Ebenen stärken und dadurch Synergieeffekte schaffen. Hierzu zählen u. a. die gemeinsame Nutzung von Infrastrukturen und Datenbeständen, die Nachwuchsförderung, die Politikberatung zur Krebsprävention und die Entwicklung von konkreten Kooperationsprojekten.
Erste gemeinsame Projekte, finanziert durch die Deutsche Krebshilfe bzw. die Europäische Union, starten bereits dieses Jahr. Dabei wird es um die Umsetzung eines risikoadaptierten Prostatakrebs-Screenings in Deutschland gehen. Die beiden Forschungseinrichtungen werden dabei in der Rhein-Neckar-Region und in Bremen unterschiedliche, sich ergänzende Zugangswege testen. Ziel ist es, herauszufinden, wie hoch die Teilnahme an diesem Screening in Deutschland wäre und inwiefern sie durch niedrigschwellige Zugangswege gesteigert werden kann.
Hintergrund zum DKFZ und zum BIPS
Das DKFZ ist die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland und Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Mit mehr als 3.500 Mitarbeitenden und über 1.000 Wissenschaftler:innen entwickelt das DKFZ neue Ansätze, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatient:innen erfolgreicher behandelt werden können. Die Wissenschaftler:innen untersuchen außerdem die Entstehung von Krebs, identifizieren Risikofaktoren und entwickeln Strategien, um zu verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken.
Das BIPS entwickelt mit seiner Forschung wirksame Strategien zur Prävention chronischer, nichtübertragbarer Erkrankungen. Vorrangiges Ziel ist es, die Weichen für einen gesunden Lebenslauf frühzeitig zu stellen. Im Mittelpunkt stehen deshalb Ansatzpunkte von krankheitsübergreifender Relevanz wie Lebensstil und Lebensumwelt, biologische und soziale Faktoren sowie Früherkennung und Therapiesicherheit. Das Forschungsspektrum reicht von der Methodenentwicklung über die Erkennung von Krankheitsursachen bis hin zur Interventions- und Implementationsforschung; zudem informiert das BIPS Politik und Bevölkerung und engagiert sich in der akademischen Qualifizierung. Das BIPS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Kooperationen
Deutsch

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