Die Slawistin Gerta Monakhova vom Institut für Slawistik und Kaukasusstudien erhält für ihren Russischunterricht den Lehrpreis 2026 der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Eine neue Sprache zu erlernen ist für jeden eine Herausforderung. Das kennt Gerta Monakhova von der Friedrich-Schiller-Universität Jena aus ihrer täglichen Arbeit. Die Slawistin lehrt Russisch, ihre Muttersprache, als Lehrkraft für besondere Aufgaben. Gerta Monakhova legt großen Wert darauf, dass die Studierenden von Anfang an möglichst viel Russisch sprechen und sich dabei von der Angst vor Fehlern nicht bremsen lassen. Grundlage dafür ist ein klar strukturierter, didaktisch fundierter Unterricht, der zugleich Freude am Lernen und Raum für gemeinsames kreatives Arbeiten bietet. Wie dieses Konzept Früchte trägt, zeigte sich eindrucksvoll daran, dass die Studierenden schon zwei Monate nach Beginn des Sprachkurses gemeinsam ein Theaterstück aufführten, natürlich in Russisch. Für ihr Lehrkonzept wird die Slawistin vom Institut für Slawistik und Kaukasusstudien mit dem Preis für die beste Lehrveranstaltungskonzeption 2026 geehrt. Die Auszeichnung wird zum „Dies Legendi“, dem Tag der Lehre, am 17. November verliehen.
Lampenfieber und die Scheu vor der neuen Sprache überwinden
Wie bekommen wir unser Lampenfieber in den Griff und die Scheu, in einer neuen Sprache zu sprechen? Gerta Monakhova hat ihren Studierenden über diese Hürden geholfen. Gemeinsam mit vier Studierenden führte sie zur Weihnachtsfeier des Instituts ein kurzes Theaterstück auf. Ausgangspunkt war ein Ausschnitt aus einem sowjetischen Lehrfilm für Russisch als Fremdsprache, den die Studierenden weitgehend originalgetreu nachspielten. Für den festlichen Anlass passte Monakhova die Vorlage leicht an und baute eine Anspielung auf den Kultfilm „Ironie des Schicksals“ ein, der bis heute einen festen Platz in der russischsprachigen Alltagskultur hat und in Russland zum Jahreswechsel gehört wie „Dinner for One“ im deutschen Fernsehen. Das Theaterprojekt veranschaulicht einen wichtigen Aspekt des ausgezeichneten Lehrkonzepts. Nicht nur der Inhalt sei entscheidend, so Monakhova, sondern auch das gemeinsame Spiel, das gemeinsame Sprechen vor Publikum. „Unter den Schauspielern waren Sprachanfänger, die nur zwei Monate Unterricht hatten“, sagt Gerta Monakhova. So präsentierten sich die Studienanfängerinnen und -anfänger schon kurz nach Studienbeginn der Institutsgemeinschaft – und das gleich auf Russisch. Alles in allem sei der Auftritt ein großer Spaß gewesen.
Die Sprache als Werkzeug für neue Erfahrungen
„Im Unterricht möchte ich die Freude wecken, kreative Zugänge zum Sprachenlernen finden“, sagt Gerta Monakhova. Immens wichtig sei es, die neue Sprache zu sprechen, sich verständlich zu machen. So wächst das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, die Unsicherheit schwindet. Dabei soll die Sprache nicht nur Lerngegenstand bleiben, sondern auch zum Werkzeug werden – für kreativen Ausdruck ebenso wie dafür, Neues über die Welt zu erfahren. Ein probates Mittel dafür sind Sprachreisen, doch angesichts des Überfalls Russlands auf die Ukraine verbieten sich Reisen nach Russland. Auch in anderen Lehrprojekten schafft Gerta Monakhova Möglichkeiten, Russisch außerhalb des Seminarraums anzuwenden. So organisiert sie gemeinsam mit europäischen Partnerhochschulen ein Erasmus+-Intensivprogramm in Narva in Estland. In dieser Stadt sprechen die meisten Menschen Russisch, es ist noch immer die Alltagssprache dort. Die perfekte Umgebung, um die Scheu vor der Sprache zu verlieren. Zugleich geht es in Narva um mehr als Sprachpraxis: Die Studierenden nutzen Russisch, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen und mehr über die Geschichte, Kultur und Gegenwart der Region zu erfahren.
Die Studierenden schlugen ihre Lehrerin für die Auszeichnung vor
Der Lehrpreis ist mit einem Preisgeld von 2.500 Euro dotiert, das für die Weiterentwicklung der Lehre vorgesehen ist. Sie wisse noch nicht, was sie mit dem Geld macht, sagt Gerta Monakhova. Zu groß war die Überraschung, den Preis tatsächlich gewonnen zu haben. „Schon die Nominierung war eine große Überraschung für mich“, sagt Gerta Monakhova. Vorgeschlagen wurde sie von den Studierenden. Sie schätze deren Eigenständigkeit und das Selbstbewusstsein, ihre eigenen Standpunkte zu vertreten, sagt Gerta Monakhova: „Meine Studierenden sagen ihre Meinung frei heraus.“ Am besten natürlich auf Russisch.
Gerta Monakhova
Institut für Slawistik und Kaukasusstudien der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 8, 07743 Jena
Telefon: 03641 / 944729
E-Mail: gerta.monakhova[at]uni-jena.de
Die Slawistin Gerta Monakhova von der Universität Jena.
Quelle: Nicole Nerger/Universität Jena
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Kulturwissenschaften, Pädagogik / Bildung, Sprache / Literatur
überregional
Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch

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