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04.11.2026 14:33

Schlaf ist kein Luxus, sondern ein Wirtschaftsfaktor: DGSM-Jahrestagung 2026 startet morgen in Wiesbaden

Katrin Franz Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)

    Schlafmangel ist kein individuelles Problem, sondern eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung. Darauf haben Expertinnen und Experten der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) im Rahmen eines Online-Pressegesprächs zur bevorstehenden Jahrestagung hingewiesen. Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen des gestörten Schlafs auf das individuelle Leistungsvermögen, die Wirtschaftskraft Deutschlands und Auswirkungen auf die Kosten im Gesundheitssystem.

    „Guter Schlaf entscheidet nicht nur über unser Wohlbefinden, sondern beeinflusst Gesundheit, Leistungsfähigkeit und letztlich auch den wirtschaftlichen Erfolg unserer Gesellschaft“, erklärte Tagungspräsident Dr. Hans-Günter Weeß.

    Aktuelle Umfragen zeigen, dass viele Menschen weniger schlafen als ihrem biologischen Schlafbedarf entspricht. Die Folgen sind Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, verminderte Leistungsfähigkeit und ein erhöhtes Unfallrisiko. Bereits ein moderater Schlafmangel kann die Sicherheit im Straßenverkehr und die Leistungsfähigkeit im Berufsalltag erheblich beeinträchtigen.

    Schlafstörungen verursachen Milliardenkosten

    Nach Angaben der DGSM werden die volkswirtschaftlichen Folgen von Schlafstörungen bislang unterschätzt. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnien), die obstruktive Schlafapnoe, das Restless-Legs-Syndrom sowie seltenere neurologische Schlafstörungen.

    Schlafstörungen führen nicht nur zu Fehlzeiten am Arbeitsplatz, sondern auch zu sogenanntem Präsentismus: Betroffene sind zwar anwesend, können ihre Leistungsfähigkeit jedoch nicht vollständig abrufen. Schätzungen zufolge entstehen dadurch in Deutschland jährlich volkswirtschaftliche Kosten in geschätzter Höhe von 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, was ca. 103 Milliarden Euro für das Jahr 2019 entspricht. „Schlaf ist ein relevanter Karriere- und Wirtschaftsfaktor, dessen Bedeutung lange unterschätzt wurde“, so Weeß.

    Haut und Schlaf stehen in enger Wechselwirkung

    Wie eng Schlaf mit anderen medizinischen Fachgebieten verknüpft ist, erläuterte die Mainzer Dermatologin PD Dr. med. Caroline Mann. Viele Menschen mit chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte litten unter erheblichen Schlafproblemen.

    Nächtlicher Juckreiz beeinträchtige den Schlaf oft massiv. Gleichzeitig könne schlechter Schlaf Entzündungsprozesse im Körper verstärken und damit die Hauterkrankung weiter verschlechtern. Darüber hinaus weisen große Kohortenstudien darauf hin, dass Schichtarbeit und die damit verbundene Störung des natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus das Risiko für die Entstehung einer Psoriasis erhöhen können. Dies unterstreicht die enge Verbindung zwischen Schlafgesundheit, biologischen Rhythmen und dermatologischen Erkrankungen.

    „Schlaf geht buchstäblich unter die Haut“, sagte Mann. Schlaf und Hautgesundheit beeinflussten sich wechselseitig und müssten deshalb auch gemeinsam betrachtet werden.

    Schlafapnoe: Hohe Krankheitslast mit erheblichen Folgekosten

    Ein weiterer Schwerpunkt des Pressegesprächs war die obstruktive Schlafapnoe. Die Erkrankung zählt zu den häufigsten schlafmedizinischen Störungen, bleibt jedoch vielfach unerkannt und unbehandelt. Gleichzeitig verursacht sie erhebliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgekosten.

    Neben den direkten Behandlungskosten spielen vor allem indirekte Folgen eine wichtige Rolle. Dazu gehören Produktivitätsverluste, krankheitsbedingte Arbeitsausfälle, eine erhöhte Unfallgefahr sowie die Behandlung zahlreicher Begleiterkrankungen. Die gesundheitlichen und ökonomischen Auswirkungen reichen damit weit über die individuelle Belastung der Betroffenen hinaus.

    „Die Schlafapnoe ist keine Befindlichkeitsstörung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung mit Auswirkungen auf den gesamten Organismus“, betonte Prof. Dr. Winfried Randerath. Viele Betroffene wüssten lange Zeit nichts von ihrer Erkrankung, obwohl wirksame Diagnose- und Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stünden.

    Eine frühzeitige Erkennung und konsequente Behandlung könne nicht nur die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessern, sondern auch Folgeerkrankungen verhindern und langfristig Kosten im Gesundheitssystem reduzieren. Die Expertinnen und Experten sehen deshalb in der besseren Versorgung von Menschen mit Schlafapnoe ein wichtiges gesundheitspolitisches Handlungsfeld.

    Jahrestagung stellt Schlaf als Zukunftsthema in den Mittelpunkt

    Die Bedeutung gesunden Schlafs für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und gesellschaftlichen Wohlstand wird auch ein zentrales Thema der kommenden DGSM-Jahrestagung sein. Dort diskutieren Fachleute aus Forschung und Medizin aktuelle Erkenntnisse zur Prävention, Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen.

    Die Botschaft des Pressegesprächs war dabei eindeutig: Schlaf ist kein Luxus, sondern eine zentrale Voraussetzung für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Wer Schlafstörungen früh erkennt und behandelt, profitiert nicht nur individuell. Auch Gesellschaft und Wirtschaft gewinnen.

    Hinweise zur Teilnahme:
    Medienvertreter können die 34. Jahrestagung kostenfrei besuchen, Voraussetzung ist ein gültiger, bundeseinheitlicher Presseausweis. Die Akkreditierung zur Tagung erfolgt über die Kongresswebsite (https://dgsm-kongress.de/allgemeine-informationen/presse#c26754). Wir bitten Sie herzlich, sich vorab zu akkreditieren.


    Weitere Informationen:

    https://dgsm-kongress.de/allgemeine-informationen/presse – Aktuelle Presseinformationen zur Tagung
    https://dgsm-kongress.de/programm-abstracts/patientenforum – Was Sie schon immer über den Schlaf wissen wollten: DGSM lädt zum Patientenforum


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Wirtschaft
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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