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12.02.1999 11:09

Die Wurzeln der Kulturgeschichte

Dr. Wolfgang Hirsch Abteilung Hochschulkommunikation/Bereich Presse und Information
Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Jena. (12.02.99) Ein umfangreiches Briefkonvolut des bedeutenden Nationalökonomen und Geschichtswissenschaftlers Eberhard Gothein (1853-1923) hat der Jenaer Kulturhistoriker Prof. Dr. Michael Maurer in einer Heidelberger Bibliothek ausfindig gemacht. Nun will Maurer grundlegend den Zusammenhang von Leben und Werk des Altvorderen aufarbeiten, der als einer der vergessenen Gründerväter der Kulturgeschichte als Wissenschaftsdisziplin gilt.

    Für das Forschungsprojekt unter dem Titel "Adieu Geschichte, und doch auf Wiedersehen" hat die Fritz Thyssen Stiftung eine zweijährige Förderung bewilligt.

    Der gebürtige Niederschlesier Gothein wurde 1884 Professor für Nationalökonomie in Karlsruhe und 1890 Bonn, wo er wirtschaftswissenschaftliche und kulturhistorische Inhalte in Lehre und Forschung miteinander verband. Von 1905 bis zu seinem Tod lehrte er in Heidelberg. 1889 legte Gothein die "Aufgaben der Kulturgeschichte" schriftlich dar und widersprach damit seinem Historikerkollegen Dietrich Schäfer, der allein die politische Geschichte im Vordergrund sehen wollte.

    "Es schien sich bereits mit Eberhard Gothein die Kulturgeschichte als Wissenschaftsgebiet zu etablieren, nachdem in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts zahllose landeskundliche Geschichtsvereine und vor allem das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg gegründet worden waren", erläutert Michael Maurer, "aber wenig später wurden im sogenannten Lamprecht-Streit die kultur- und sozialgeschichtliche Aspekte aus der Geschichtswissenschaft ausgegrenzt. Das galt bis vor wenigen Jahren."

    Jetzt will Maurer mit seinem Projekt eine Schlüsselepisode aus der Geschichte der Geschichtswissenschaft erhellen. Unter anderem ist eine Auswahledition des Briefwechsels geplant, den Eberhard Gothein mit seiner Frau, der Gartenbauhistorikerin Marie Luise Gothein, führte. Die beiden schrieben sich über 40 Jahre hinweg über 2.000 Briefe.

    Ansprechpartner:
    Prof. Dr. Michael Maurer, Tel.: 03641/944391

    Friedrich-Schiller-Universität
    Referat Öffentlichkeitsarbeit
    Dr. Wolfgang Hirsch
    Fürstengraben 1
    07743 Jena
    Tel.: 03641/931031
    Fax: 03641/931032
    e-mail: h7wohi@sokrates.verwaltung.uni-jena.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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