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14.12.2004 14:50

Alfried Krupp Wissenschaftspreis 2004 für Bert Hölldobler

Adolf Kaeser Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Der Würzburger Tierpyhsiologe Professor Dr. Dr. h. c. Bert Hölldobler ist von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung für sein "bedeutendes wissenschaftliches Lebenswerk" mit dem Alfried Krupp Wissenschaftspreis 2004 geehrt worden. "Bert Hölldobler wurde ausgezeichnet für seine Leistungen auf dem Gebiet der Soziobiologie der Insekten, vor allem seiner bahnbrechenden Arbeiten zur Erforschung der Ethoökologie und des Sozialverhaltens der Ameisen", teilte die Stiftung mit.

    Der Alfried Krupp Wissenschaftspreis wurde von der Krupp-Stiftung im Jahr 1998 in Erinnerung an ihren Stifter, Dr.-Ing. E.h. Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, eingerichtet. Er wird an herausragende Wissenschaftler in den Geistes-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie den Natur- und Ingenieurwissenschaften vergeben und ist mit jeweils 52.000 Euro dotiert.

    Bert Hölldobler stehe, so der Konstanzer Professor Hubert Markl in seiner Laudatio im Rahmen einer festlichen Veranstaltung in der Villa Hügel am Dienstag dieser Woche, in einer langen und großen Tradition deutscher und europäischer Erforscher des Sozialverhaltens der Insekten. Er sei "der heute unbestrittene Meister der Erforschung des Soziallebens der Ameisen in ihren natürlichen Ökosystemen genauso wie in raffinierten Laborexperimenten".

    Schon seine Dissertation über die soziale Rolle der Männchen bei den Holzameisen sei für die Wissenschaft ein aufsehenerregender Paukenschlag gewesen und "bis heute unübertroffen". Seine Arbeit habe ihn seither zum führenden Wissenschaftler seines Faches in Deutschland gemacht. Seine Forschungsergebnisse über das Sozialleben der Ameisenstaaten könnten dabei - in größeren Zusammenhängen gesehen - auch als grundlegende Beiträge zum Verständnis sozialer Systeme ganz allgemein zu verstehen sein.

    Mit 30 Jahren zog es Hölldobler 1969 an die Harvard Universität in den USA, wo er mit E. O. Wilson eine langjährige fruchtbare Forschungstätigkeit begann. Beide sind Co-Autoren des Fachbuches "The Ants" ("Die Ameisen"), das 1991 in den USA mit dem Pulitzer-Preis für das beste Sachbuch ausgezeichnet wurde.

    Mit deutlichen Seitenhieben auf das deutsche Hochschulsystem zeichnete Markl die Karriere des Preisträgers als Universitätslehrer nach: Lieber habe man ihn zu Beginn der 1970er Jahre ins Ausland gehen lassen, als "den forschungsstarken und durchsetzungsfähigen Kollegen zum Professor zu machen". Nach erfolgreichen Jahren an den amerikanischen Universitäten Cornell und Harvard sowie an der Universität Zürich habe ihn die Universität Würzburg 1989 schließlich für seine Heimat zurückgewinnen können. Er habe die Universität zu einem weltweit beachteten Zentrum für die Sozialverhaltensforschung an Insekten gemacht.

    Auch nach seiner Emeritierung in diesem Jahr wird Hölldobler seine Forschungs- und Lehrtätigkeit weiterführen, wofür ihm die University of Arizona in Tempe eine neue Wirkungsstätte bietet. Daß er jetzt wieder in die USA gehe, sei dem deutschen Hochschulbeamtenrecht zuzuschreiben. Dessen betrübliche Konsequenz sei es, "daß der von Ideenreichtum und wissenschaftlicher Tatkraft unverändert strotzende Bert Hölldobler für zu alt gehalten wird, um an einer deutschen Hochschule weiter zu forschen", sagte Markl.

    Mit Hölldobler wurde auch der Philosoph Professor Dr. Dr. h. c. Hermann Lübbe (Zürich) mit dem Alfried Krupp Wissenschaftspreis geehrt.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Informationstechnik, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Personalia
    Deutsch


    Prof. Dr. Bert Hölldobler


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