idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
14.01.2005 10:27

Innovative Flüssigkeitsanalyse aus Bremen

Angelika Rockel Hochschulkommunikation und -marketing
Universität Bremen

    Bilge- und Lenzwasser in Schiffen wird außenbords abgelassen. Häufig ist dieses Wasser mit Öl durchsetzt und belastet dann die See. Ein optisches Analysegerät soll dies demnächst verhindern. In einem gemeinsamen Forschungsvorhaben des Institutes für elektrische Antriebe, Leistungselektronik und Bauelemente (IALB) im Fachbereich Physik/Elektrotechnik der Universität Bremen und der GESTRA AG wird jetzt ein Gerät entwickelt, das verunreinigende Stoffe wie Öl in Flüssigkeiten erkennen soll.

    Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit dem Titel "triakOR" - Bewertung von Trübung, Intensität, Absorption und Korrektur mittels optischer Messwerterfassung und Regelungstechnik - wird von der Bremer Innovations-Agentur (BIA) gefördert.

    Für das neue optische Analysegerät wird die so genannte Rayleigh-Streuung ausgenutzt. Die Streuung des kurzwelligen Lichts nimmt zu, wenn mehr kleine Partikel auftreten. Erhöht sich die Anzahl der Partikel, die kleiner sind als die Lichtwellenlänge, verändern sich nach Rayleigh die Blau- und Rotanteile im Spektrum des Streulichtes. Bei dem Analysegerät wird ein breitbandiges Lichtsignal ausgesandt und das Streulicht spektral untersucht. Das Ergebnis lässt Rückschlüsse auf den Verschmutzungsgrad beispielsweise des Bilge- oder Lenzwassers zu. Im Vergleich zu heutzutage eingesetzten Diagnosesystemen lässt sich mit der angestrebten Spektralanalyse von mit Lichtstrahlen durchfluteten Flüssigkeiten nicht nur eine genauere Aussage über die Arten von Verschmutzung (Öle, Rostpartikel, Quarze etc.) herausfinden, sondern auch über Konzentration und Verteilung (Emulsionsgrad).

    Von großen Interesse ist auch die Unterscheidung zwischen Schmutzpartikeln. Oftmals werden derzeit harmlose Anteile wie Quarzsand oder Rost nicht ausreichend sicher, sondern als Ölverschmutzung erkannt und ein Fehlalarm ausgelöst. Auch hier löst das neue Analysesystem das Problem. Es speichert nämlich die Absorptionswerte von zahlreichen Substanzen. Öl zeigt zum Beispiel typische Absorptionen für kurzwelliges (UV) Licht und kann damit sicher identifiziert werden. Intelligente Auswertealgorithmen des mobilen Analysesystems werten verschiedene Verschmutzungen hinsichtlich Stoffart, Intensität, Absorption und Trübung vor Ort aus - umweltgefährdende Substanzen können also von harmlosen zweifelsfrei unterscheiden werden.

    Die bisher erzielten positiven Ergebnisse der Forschungsarbeiten berechtigen zu der Annahme, dass die praxistaugliche Umsetzung des Verfahrens erfolgreich sein wird. Ebenso wird der wirtschaftliche Erfolg positiv beurteilt, da verstärkt durch verschärfte gesetzliche Rahmenbedingungen für den Bau von Feinfilteranlagen zur Reinigung des außenbords abgeleiteten Bilgewassers (z. B. Resolutionen der International Maritime Organisation - IMO) Anwender und Überwachungsorganisationen Systeme mit hoher Messqualität in Schiffen fordern.

    Achtung Redaktionen: Ein digitales Foto der Beteiligten kann in der Pressestelle angefordert werden.

    Weitere Informationen:

    Universität Bremen
    Fachbereich Physik/Elektrotechnik
    Institut für elektrische Antriebe, Leistungselektronik und Bauelemente (IALB)
    Dr.-Ing. Holger Raffel
    Tel. 0421 218 7030
    Email: raffel@ialb.uni-bremen.de


    Bilder

    Vorstellung des neuen Prüfstands zur Überwachung von Flüssigkeiten bei der GESTRA AG -  von rechts: Jürgen Klattenhoff (GESTRA), Dieter Taddigs, Dr. Norbert Möllerbernd (BIA), Uwe Bledschun, Kerstin Borchers, Herbert Laupichler, Stefan Bode (GESTRA), Dr. Holger Raffel (IALB)
    Vorstellung des neuen Prüfstands zur Überwachung von Flüssigkeiten bei der GESTRA AG - von rechts: ...

    None


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Elektrotechnik, Energie, Geowissenschaften, Gesellschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

    Vorstellung des neuen Prüfstands zur Überwachung von Flüssigkeiten bei der GESTRA AG - von rechts: Jürgen Klattenhoff (GESTRA), Dieter Taddigs, Dr. Norbert Möllerbernd (BIA), Uwe Bledschun, Kerstin Borchers, Herbert Laupichler, Stefan Bode (GESTRA), Dr. Holger Raffel (IALB)


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).