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16.03.1999 11:04

Zwiespältigkeit des technologischen Fortschritts

Dr. Wolfgang Hirsch Abteilung Hochschulkommunikation/Bereich Presse und Information
Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Dirk van Laak: WEISSE ELEFANTEN. Anspruch und Scheitern technischer Großprojekte im 20. Jahrhundert. Stuttgart (DVA) 1999. 304 S., 23 Abb. DM 39,80

    Jena. (16.03.99) "Weiße Elefanten" - so werden in der Sprache der Entwicklungshilfe gescheiterte technische Großprojekte und Investitionsruinen genannt, die - wie im alten Siam durch das Schenken der äußerst seltenen Albino-Exemplare - den "Beschenkten" durch aufwendige Unterhaltskosten ruinieren. Der Jenaer Zeithistoriker Dr. Dirk van Laak beschreibt dieses Phänomen nun in einem umfassenden Essay.

    Eine vergleichende Untersuchung dieser meist gescheiterten Projekte zeigt, daß kein politisches System des 20. Jahrhunderts dagegen gefeit war, dem Technikwahn zu erliegen. Riesige Staudämme, Reißbrett-Hauptstädte auf grünen Wiesen oder gewaltige Verkehrsprojekte sollten, so erhofften es sich die Planer und Investoren aus Europa und Amerika, allerorten wirtschaftliche und soziale Probleme mit einem Schlag lösen. Dahinter steckte oft eine geradezu religiöse Technikgläubigkeit.

    Die Absicht, das Mittelmeer durch einen Damm abzuriegeln und einen zusammenhängenden europäisch-afrikanischen Kontinent zu schaffen, ist da-bei nur eine Vision unter der Vielzahl technischer Großplanungen. Was von diesen "Weißen Elefanten" übrigblieb ist eine breite Umgestaltung von Natur und Lebenswelt, deren positive wie negative Folgen für Mensch und Umwelt sich mit kaum einer zweiten Entwicklung der jüngsten Zeit vergleichen lassen. Die Zwiespältigkeit des technologischen Fortschritts, der Glaube an die segensreiche Qualität von technischen Großplanungen, aber auch die destruktive Kraft von unvollkommener oder militärischer Technologie hat der Autor in den beschriebenen Großprojekten einprägsam dargestellt.

    Ansprechpartner:
    Dr. Dirk van Laak
    Historisches Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Tel.: 03641/944453, Fax: 944452

    Friedrich-Schiller-Universität
    Referat Öffentlichkeitsarbeit
    Fürstengraben 1
    07743 Jena
    Tel.: 03641/931031
    Fax: 03641/931032
    e-mail: h7wohi@sokrates.verwaltung.uni-jena.de


    Weitere Informationen:

    http://idw.tu-clausthal.de/public/zeige_pm.html?pmid=5491


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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