Entmüdungs-Konzept zur EXPO 2000

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20.04.1998 00:00

Entmüdungs-Konzept zur EXPO 2000

Gerhard Harms Presse & Kommunikation
Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

    CARL VON OSSIETZKY-UNIVERSITAET OLDENBURG PRESSEMITTEILUNG 108/98

    Erlebnisangebote statt schmerzender Fuesse zur EXPO 2000

    Oldenburger Sportwissenschaftler legen Entmuedungs-Konzept vor

    Oldenburg. Nervositaet und Gereiztheit, Kopf und Gliedmassen schmerzen, alle Sinne sind ueberbeansprucht, physische und psychische UEbermuedung: solche regelrechten Krankheitssymptome machen vielen BesucherInnen von Museen, Ausstellungen oder Messen zu schaffen - jedenfalls nach einem laengeren Aufenthalt. Der Besuch, der Genuss sein sollte, hat sich zur Tortur entwickelt. Das muss nicht sein, meinen die beiden Sportwissenschaftler Prof. Dr. Juergen Dieckert (Universitaet Oldenburg) und Prof. Dr. Christian Wopp (Universitaet Osnabrueck) sowie der Oldenburger Architekt Juergen Koch. Sie haben deshalb zur EXPO 2000 das "Oldenburger Entmuedungskonzept" entwickelt und es der EXPO-Gesellschaft zur Entscheidung vorgelegt. Ihr Konzept, das sie in der neuesten Ausgabe des Oldenburger Universitaetsforschungsmagazins EINBLICKE beschreiben, versteht sich ueberdies als ein Beitrag des Deutschen Sportbundes (DSB) und des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) zum EXPO-Generalthema "Mensch-Natur-Technik"

    (EXPO 2000 - Das Oldenburger Entmuedungskonzept, EINBLICKE 27, S. 4-7, im Internet: http://www.admin.uni-oldenburg.de/presse/einblick/27/).

    Das Entmuedungskonzept baut auf Erkenntnissen auf, die aus der Arbeitsphysiologie und -psychologie stammen. Ermuedung wird dort als Folge von einseitiger, uebermaessiger koerperlicher oder geistiger Beanspruchung beschrieben. Zur Kompensation und Wiedergewinnung der Leistungsfaehigkeit dient in der Arbeitswelt deshalb die Arbeitspause. Die Oldenburger haben diese Idee der Pause auf den Bereich von Ausstellungen, Museen und Messen uebertragen und weiterentwickelt.

    Dort, so stellten sie fest, gibt es Phaenomene von einseitiger UEberbeanspruchung, die mit denen in der Arbeitswelt vergleichbar sind. Die Autoren sprechen von zwei Grundtypen der UEberanspruchung: der koerperlich-motorischen und der kognitiv-psychischen UEberbeanspruchung. Als grundsaetzliches Problem identifizieren sie ein Modell, das den Menschen auf seinen Kopf reduziert und den Koerper zum Fortbewegungsinstrument verkuemmern laesst. Dagegen setzen sie ihr ganzheitlich anthropologisches Entmuedungskonzept. Dadurch lasse sich, so die Autoren, der Besuch von Messen, Ausstellungen und Museen, aber auch von Einkaufspassagen ent-lasten und eine Ent-muedung erreichen.

    Eine zentrale Rolle spielen dabei die Zwischenzeiten, die entstehen, wenn sich BesucherInnen von einem Ausstellungsort zum anderen begeben (Zwischenzeit des Gehens), auf Einlass warten (Zwischenzeit des Wartens) oder sich ausruhen (Zwischenzeit des Ausruhens). Hier setzen die Wissenschaftler mit Raum- und Erlebnisangeboten an, die Neugier der BesucherInnen wecken und ihnen Abwechslung bieten sollen. So sollen sie zum Bummeln, Schlendern oder Verweilen angeregt, oder zum Spielen, Balancieren oder Schaukeln animiert werden. Bereiche, in denen sich Warteschlangen bilden, sollen spiel-, bewegungs- und wahrnehmungsanregend gestaltet werden. Ausserdem koennten hier Mitmach-Aktionen, Vorfuehrungen oder Unterhaltungsmedien eingesetzt werden.

    Daneben sind sogenannte Oasen vorgesehen. Sie wenden sich an BesucherInnen, die nach Moeglichkeiten der Entspannung und Regeneration suchen. Hierbei setzen die Oldenburger Autoren auf visuelle und akustische Reize sowie auf die Stimulierung des Geruchs- und Tastsinns. Entspannung soll aber auch aktiv erfolgen. Deshalb ist an Spielzonen und innovative Kraft- und Fitnessstationen gedacht.

    Verbindendes Element der Erlebnisangebote soll ein roter Faden im woertlichen Sinne sein: Faeden oder Baender vom Gummiband bis zum Seil lassen sich leicht als Spiel- und Sportgeraete einsetzen. Zur Idee der Autoren gehoert, den BesucherInnen schon beim Betreten des EXPO-Gelaendes ein farbiges Seil von einem Meter Laenge zu schenken, damit sie an muntermachenden Spiel- und Bewegungsformen aktiv teilnehmen und moeglicherweise sogar Verbindungen unterschiedlichster Art knuepfen koennen.

    Kontakt: Prof. Dr. Juergen Dieckert Fachbereich 5 Philosophie, Psychologie, Sportwissenschaft Tel.: 0441/798-3154, Fax: - 3153, Tel. priv.: 0441/54946


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Psychologie
    überregional
    Es wurden keine Arten angegeben
    Deutsch


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