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Jena. (9.12.99) Den Doktorandenpreis der Deutschen Gesellschaft für Entwicklungsbiologie (GfE) hat die Jenaer Biologin Dr. Ingrid Endl erhalten. Endl promovierte erfolgreich bei Prof. Dr. Thomas Bosch im Institut für Spezielle Zoologie der Universität Jena mit einer Arbeit über "kopfspezifische Genaktivation in Hydra"; inzwischen hat sie überdies ein einjähriges Auslandsstipendium von der European Molecular Biology Organization (EMBO) erhalten und in der international renommierten Forschergruppe von Prof. William McGinnis an der University of California in San Diego/USA angetreten.
Mit ihrer Dissertation hat Dr. Endl einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, die molekularen Mechanismen von Zell-Entscheidungen aufzuklären. An einem relativ einfach organisierten Modellorganismus, dem Süßwasserpolypen Hydra, der auch in mitteldeutschen Seen und Tümpeln zahlreich anzutreffen ist, untersuchte sie exemplarisch die Steuerung des kopfspezifischen Gens "ks1". Wird dieses Gen ,angeschaltet', so sorgt es im Embryonalstadium dafür, dass eine Zelle kopf- und nicht rumpfspezifsche Merkmale entwickelt. Wie Ingrid Endl feststellte, sind dafür aber nicht - wie in der Entwicklungsbiologie lange vermutet - Aktivatoren im Kopf des Organismus verantwortlich, sondern vielmehr Inhibitoren im Rumpf: Dort, wo die jungen Zellen entstehen, verhindern spezifische Eiweißmoleküle die Ausprägung von Rumpfmerkmalen. Die Zell-Entscheidung wird also durch eine "negative Regulation" getroffen.
"Dieser Mechanismus wurde in der molekularen Entwicklungsbiologie bisher unterschätzt", erläutert Prof. Dr. Thomas Bosch, "wir gehen nun davon aus, dass er bei Insekten und Wirbeltieren eine weitaus größere Rolle spielt, als wir dachten." Die Regulation von zellulären Entwicklungsprozessen besitzt eine hohe Bedeutung im Embryonalstadium aller tierischer Organismen und auch späterhin. Werden auf zellulärer Ebene in der Embryonalphase Fehlentscheidungen getroffen, kommt es zu schweren Missbildungen. Gibt es hingegen beim normalen Regenerationsprozess von Zellen Erwachsener Störungen, können Tumore entstehen. "Wir wissen über diese grundlegenden Mechanismen immer noch relativ wenig", so Bosch, "deshalb untersuchen wir sie zunächst an so einfachen, basalen Organismen wie dem Süßwasserpolypen Hydra."
Friedrich-Schiller-Universität
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Wolfgang Hirsch
Fürstengraben 1
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Tel.: 03641/931031
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Informationstechnik
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch
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