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Wissenschaft
Am 5. Juni 1999 rief das Magazin GEO erstmals in Deutschland zu einem Tag der Artenvielfalt auf. Bei einer Begehung der Wakenitzniederung bei Lübeck und benachbarter Bereiche durch über 100 Sachverständige aus ganz Deutschland wurden trotz strömenden Regens an diesem einzigen Tag 2066 Organismen-Arten gefunden. Ein Bericht erschien in GEO im September 1999. Die große Resonanz führte zu der Absicht, in den folgenden Jahren ähnliche Veranstaltungen an vielen Plätzen durchzuführen.
Am 5. Juni 2000 wird der Tag der Artenvielfalt in Rostock durchgeführt auf Initiative des auf diesem Gebiet forschenden und lehrenden Instituts für Biodiversitätsforschung sowie des Instituts für Aquatische Ökologie der Universität Rostock. Dazu sind eingeladen bzw. haben bereits zugesagt das STAUN Rostock, das Grünamt der Stadt Rostock, die Landesgeschäftsstelle des NABU in Schwerin sowie zahlreiche Fachgruppen und einzelne Forscher. Selbstverständlich werden die Studierenden der Universität Rostock in geeigneter Form teilnehmen.
Weitere Mitwirkende und Interessenten sind herzlich willkommen und sollten sich so bald wie möglich bei der o. g. Adresse anmelden.
Es soll gezeigt werden, dass auch in unmittelbarer Nähe einer Großstadt ein reiches Pflanzen- und Tierleben herrschen kann. Entsprechend der Ausrichtung der vorgenannten Institute auf Pflanzen und Tiere in allen Typen von Gewässern, werden zwei jeweils etwa 1 km² große Probeflächen im Süßwasserbereich der Warnow oberhalb des Mühlendamms in Rostock sowie im Brackwasserbereich der Unterwarnow am Breitling untersucht werden. Erfasst werden Pflanzen und Tiere im Wasser selbst, am Ufer und in den Überschwemmungsgebieten bzw. aktiven oder ehemaligen Auen. Die Ergebnisse werden in eine Datenbank eingegeben. Die beiden Gebiete sollen als Referenzflächen in ein internationales Programm eingebracht und in Zukunft immer wieder untersucht werden. Es werden sich weitere Studien-, Praktikums- und Diplomarbeiten über Pflanzen und Tiere im Warnow-Bereich anschließen, z. B. auf dem neuen Pagenwerder, auf dem für die IGA 2003 vorgesehenen Gelände, bei der Baustelle Warnowquerung, im Überseehafen (eingeschleppte Arten) und selbstverständlich in der Ostsee vor Warnemünde.
Mit dem Tag der Artenvielfalt soll die Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Biodiversität sowie ihre Erhaltung und nachhaltige Nutzung nicht nur eine Angelegenheit tropischer Länder ist, sondern dass unmittelbar vor unserer Haustür trotz großer Einbussen noch immer eine Fülle von Lebewesen mit uns existiert. Sie sind noch immer zu wenig bekannt und beachtet, sie nutzen uns direkt und indirekt, ihre Bestände verdienen daher Schutz, sachkundige Pflege und Entwicklung. Die ursprüngliche Natur ist schon lange unter der übermäßigen Nutzung und unbedachten Zerstörung durch den Menschen bis auf Reste verschwunden. Um so wichtiger ist es, das verbleibende Naturerbe zu kennen, zu lieben und zu einer Natur aus zweiter Hand zu entwickeln.
Ragnar Kinzelbach
Universität Rostock
Fachbereich Biowissenschaften
Institut für Biodiversitätsforschung
Allgemeine & Spezielle Zoologie
T: 0381 498 1951
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Informationstechnik
überregional
Buntes aus der Wissenschaft
Deutsch
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